8:42:19 und mein 20. Langdistanz-Finish bei der Challenge Roth (12.07.2015)

Wie 2014 war ich bereits am Mittwoch angereist und hatte mein Zelt nahe dem Schwimmstart aufgeschlagen, um am Donnerstagmorgen pünktlich zur für alle Profi-Starter obligatorischen Doping-Kontrolle da zu sein.
Wechselzone Roth 2015So konnte ich auch in aller Ruhe die sonstigen Formalitäten erledigen und nochmals Teile der Wettkampfstrecken besichtigen, bevor am Samstagnachmittag dann mit dem Check-In die letzten Vorbereitungen abgeschlossen wurden.

Dank einiger kühler Nächte vor dem Rennen und der Bemühungen der Organisation, mittels der Schleusen Bewegung ins Wasser zu bringen, sank die Wassertemperatur des Kanals so weit, dass es kein Neo-Verbot gab. Am Sonntag um 6:30 Uhr erfolgte dann das Startsignal für die Top-Gruppe.

Während die Spitze mit Zeiten um die 47:30 Minuten in einer dicht gepackten Gruppe wieder festen Boden unter den Füßen hatte, konnte ich den Kanal nach 54:44 Minuten wieder verlassen. Damit war ich nicht nur gut 2 Minuten schneller als im Vorjahr, sondern befand mich trotz meines üblichen Rückstands nach vorne ebenfalls noch mitten im Geschehen 🙂
Die erste Radrunde war dann bei nach und nach steigenden Temperaturen und immer mehr auffrischendem Wind schnell und ohne Probleme bewältigt. Obwohl die zweite Runde mehr an die Substanz ging und wegen der mittlerweile Unmengen von Altersklassenathleten auf der Strecke ständig höchste Konzentration gefordert war, konnte ich mich mit fast identischer Radzeit wie 2014 in 4:39:54 h für die 180 km um einige Plätze verbessern.

An der Spitze hatte derweil Nils Frommhold wie im Vorjahr attackiert und erreichte die zweite Wechselzone als Solist mit einer Top-Radzeit. Diese wurde allerdings von US-Rad-Rakete Andrew Starykowicz kurz darauf noch mit 4:09:13 h knapp unterboten. Seinen neuen Rad-Rekord zahlte Starykowicz jedoch teuer auf der Laufstrecke, während Frommhold nach seinem Parforce-Ritt noch einen guten Marathon nachlegen konnte und den Angriff des schnellsten Läufers des Tages, Vorjahressieger Timo Bracht, diesmal erfolgreich abwehren und den bislang größten Sieg seiner Karriere feiern konnte.

Ich selbst startete mit einem Mini-Polster gegenüber meiner Vorjahreszeit in den Marathon, konnte dort jedoch nicht ganz an die Leistung vom vergangenen Jahr anknüpfen. Zwar gelang es mir nach und nach fast alle direkten Verfolger mit Ausnahme von Marcel Bischof abzuschütteln, die Lücken nach vorne waren allerdings deutlich und wuchsen eher als dass sie schrumpften.

Lauf Kilometer 29, Roth 2015, Foto: S. Streckert

Lauf Kilometer 29, Roth 2015, Foto: S. Streckert

Einer der wenigen, die ich beim Marathon noch überholen konnte war Starykowicz, der schon bei km 29 mit einer Bierdose in der Hand nur noch als Wanderer Richtung Ziel unterwegs war und schließlich nach einem 4:35er Marathon in rund 9:36 h dort ankam um seinen Radrekord noch in die Wertung zu bringen.
Dagegen sind meine 3:04:21 h jedenfalls immer noch sehr solide und brachten mich mit insgesamt 8:42:19 h als 19. der Gesamtwertung ins Ziel.

Auf den letzten Laufkilometern und im ersten Moment nach dem Zieleinlauf hieß das erst mal „Ziel(e) verfehlt“, war emotional/mental nicht gerade einfach und hat in der Schlussphase des Marathons vielleicht doch etwas Zeit und die ein oder andere Platzierung gekostet.
Mit etwas Abstand und rational betrachtet war und ist die Challenge Roth 2015 für mich jedoch ein gutes Rennen. Hinsichtlich der Platzierung ging es am Ende sowieso nur noch um die „goldene Ananas“ und ein paar Sekunden schneller oder langsamer ist eigentlich auch nicht wichtig. Meine Bestzeit aus dem Vorjahr war ja bereits unter der Marke von 8:40 h und die nächste Marke realistisch betrachtet außer Reichweite.

Entscheidend ist, dass ich in allen Teildisziplinen meine Leistung abrufen konnte und trotz der Schwierigkeiten in der Vorbereitung, gerade im Laufbereich, auch dort solide unterwegs war.
Praktisch nebenbei habe ich außerdem seit meiner ersten Langdistanz beim Ironman UK 2005 nun 10 Jahre später mein 20. Langdistanz-Finish (bei 22 Starts) unter Dach und Fach gebracht und dabei auch noch mein zweitschnellstes Rennen über diese Distanz bislang gezeigt.
Und nicht zu Letzt wäre da ja auch noch die Statistik: wenn auch nicht so deutlich wie 2014, konnte ich doch auch in diesem Jahr wieder die errechnete Prognose knacken wie die Rennanalyse beweist 😉

Glückwunsch auch an meinen Vereinskollegen Timo Hummel, der in neuer persönlicher Bestzeit nach Verletzungssorgen ein starkes Comeback zeigte und Ex-Teamkamerad Julian Mutterer, der als 12. in 8:34:55 h einen super Einstand auf der Langdistanz feiern konnte. Judith Mess als weitere AST-Vertreterin musste dagegen das Rennen zur Halbzeit des Marathons wegen Atemproblemen leider vorzeitig abbrechen.

Hoffentlich erholt sie sich ebenso schnell wie Timo und ich, denn da das AST trotz großem Kader beim Liga-Finale am Schluchsee traditionell Probleme hat, die verschiedenen Teams zu bestücken, sind wir alle drei in den diversen Ligen am Samstag eingeplant.
Langweilig wird es also in nächster Zeit nicht 😉

Ergebnisse Challenge Roth 2015.
Fotos von Sandra Streckert.

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