Der große Tag rückt näher, Ironman World Championship (13.10.2018) Vorschau Teil 3

Nun sind es nur noch wenige Stunden, bis schon wieder der Wecker klingelt und dann ist es so weit: Raceday!
Doch obwohl die Woche wie im Flug vergangen ist und nun der große Tag, auf den die Vorbereitung der letzten Monate ausgerichtet war, unmittelbar bevorsteht, hält sich die Anspannung aktuell noch in Grenzen. Die meisten Gedanken habe ich mir bislang jedenfalls darum gemacht, wie es bei der zu erwartenden vollen Radstrecke vor allem anfangs möglich ist, sich irgendwie aus der Masse herauszuhalten und keine Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens zu riskieren. Zumindest habe ich das noch von 2010 her als nicht ganz einfach in Erinnerung und dazu sind mittlerweile so weit ich weiß noch rund 500 Leute mehr am Start. Da heißt es dann bei nicht ganz so schnellem Schwimmen und voller Strecke vielleicht auch mal anfangs etwas übers Limit zu gehen, die Kette nach rechts zu legen und „einfach“ überholen. Die Nase ist zum Glück wieder frei und ich bin daher guter Dinge, dass ich hoffentlich ohne Nachwirkungen morgen körperlich fit am Start stehen und das dann auch umsetzen kann 🙂
Aus der Erfahrung von mittlerweile über 20 erfolgreich beendeten Langdistanzen weiß ich, dass zwar ein gewisser Respekt vor der Distanz und den Bedingungen angebracht ist, aber dass ich das an einem halbwegs „normalen“ Tag eben auch sicher im Griff habe.
Wie gut sich die Trainingsleistungen dann abrufen lassen und  wie nahe ich meinem persönlichen Optimum morgen kommen kann, wird dann vor allem auch von der mentalen Stärke abhängen, die gerade in Kona besonders gefordert ist.
Um das sowohl physisch als auch psychisch ganz entspannt und erholt angehen zu können, habe ich auch mein Programm für die letzten beiden Tage vor dem Rennen entsprechend gestaltet.
Am Donnerstag stand erst mal der Spaß als Zuschauer beim traditionellen Underpants Run im Vordergrund, bevor es auf der Body Glove aufs Meer ging und ich dort beim Beobachten der Delphine und beim Schnorcheln mit einigen bunten Fischen vor der schönen Küste Hawaiis die Seele baumeln lassen konnte. Zum Abschluss des Tages folgte dann noch die offizielle Eröffnungsfeier.
Am heutigen Freitag war dann erst mal ausschlafen und anschließend in aller Ruhe das Vorbereiten des Check-Ins angesagt. Nach jeweils rund einer Viertelstunde radeln und laufen um den Körper nochmal etwas in Schwung zu bringen, ging es dann um kurz nach 17 Uhr zur Abgabe des Rades und der Wechselbeutel.
Kaum zurück in meiner Unterkunft ging draußen ein heftiger Wolkenbruch nieder und angeblich soll es auch morgen regnerisch sein. Da ich aber letztlich die Bedingungen sowieso nicht beeinflussen kann, werde ich es nehmen wie es kommt. Entweder regnet es weiter, dann sind die Schuhe, die ich heute bereits deponiert hatte sowieso nass oder die Sonne setzt sich doch durch, dann sind sie auch schnell wieder trocken.
Egal wie es kommt, erste Priorität hat entspannt bleiben, genießen und in jeder Hinsicht einen kühlen Kopf bewahren, dann wird es auch klappen, das Beste aus dem morgigen Tag zu machen 🙂
In diesem Sinne wünsche ich allen Athleten und mir selbst viel Spaß, ein tolles Rennen in Kona und bin schon mal gespannt, wer am Ende des Tages bei den Profis die Nase vorn hat!

Advertisements
Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Grüße aus Kona, Ironman World Championship (13.10.2018) Vorschau Teil 2

Eine Reise um die halbe Welt ist immer für Überraschungen gut, sowohl in positiver als auch in negativer Hinsicht. Auf der Positivseite konnte ich diesmal verbuchen, dass mein früherer AST-Vereinskollege Sebastian Veith zufällig im selben Flieger unterwegs Richtung Kona war und ich außerdem Glück mit meinem Sitzplatz hatte.
Darüber hinaus sollten wir laut Ansage beim Start sogar früher als geplant in San Francisco sein. Das entwickelte sich allerdings leider nicht so wie erhofft, denn wir waren zwar da, aber irgendwie eben auch nicht. Erst mussten wir eine Warteschleife drehen und anschließend parkte der Flieger dann auch noch für rund 30 Minuten irgendwo auf dem Rollfeld, da das Gate nicht frei war.
Bei sowieso schon knappen Umsteigezeiten einschließlich Einreise- und Zollkontrolle keine schöne Situation, die für unerwünschte Spannung sorgte. Dann fehlten auch noch fast alle Räder und wir mussten uns auf die Aussage des Flughafenpersonals verlassen, dass sie die Räder ausnahmsweise direkt umladen würden.

Endlich angekommen!

Immerhin wartete der Anschlussflug nach Kona dann so lange, bis tatsächlich die ganze Triathlon-Truppe einschließlich Gepäck an Bord war.
Hundemüde aber sehr glücklich darüber, die erste Hürde geschafft zu haben, bin ich schließlich am Samstagabend mitsamt dem kompletten Gepäck in Kona angekommen 🙂

Dort wurde ich am kleinen Flughafen nicht nur vom leichten Rauschen der Palmen im Wind und der üblichen schwül-warmen Luft empfangen, sondern wie bereits 2009 und 2010 auch von Hannes und seinem Team mit einem Lei, der traditionellen hawaiianischen Blumenkette, und einem Snack begrüßt.

Der Sonntagmorgen sah mich dann bereits am Pier, wo ich direkt meinem Teamkollegen Mathias begegnete und gemeinsam legten wir gleich mal eine Schwimmeinheit zur Eingewöhnung ein. Noch hielt sich der Trubel in Grenzen und es herrschte bei angenehm warmem und sehr klarem Wasser mit leichtem Wellengang und einigen bunten Fischen eine sehr entspannte Atmosphäre.
Ziemlich schweißtreibend und zeitweise etwas flotter wurde es dann abends beim Teamtraining im Energy Lab, bei dem dank Top-Fotograf Michael Rauschendorfer einige tolle Fotos entstanden sind und dessen Abschluss das Pre-Race-Interview für tri2b.com war.

Lauf durch die Lavafelder beim Energy Lab (Bildrechte M. Rauschendorfer)

Lauf ins Energy Lab (Bildrechte M. Rauschendorfer)

Abendstimmung beim Energy Lab (Bildrechte M. Rauschendorfer)

Außerdem war dies die Gelegenheit, die gegenüber den Vorjahren dort etwas veränderte Laufstrecke in Augenschein zu nehmen. Diesmal geht es auf dem Weg ins Energy Lab nämlich etwas weiter den Queen K Highway hinaus und dann über eine Parallelstraße zurück und hinunter ans Meer. Zwar fallen dafür ein paar Meter auf dem Alii Drive weg, wo der Wendepunkt näher zum Pier verlegt wird, aber tendenziell wird der Lauf aus meiner Sicht eventuell noch etwas härter.
Am Alii Drive sorgen immerhin ein paar Bäume mal für ein wenig Schatten und es gibt Zuschauer, draußen auf der neuen Schleife gibt es dagegen nur schwarzen Asphalt zwischen spärlich bewachsenen Lavafeldern und ein paar Höhenmeter extra auf dem nun längeren einsamen Weg aus dem Energy Lab zurück auf den Highway. Hier gilt es am Renntag nicht nur physisch gut vorbereitet, sondern vor allem auch mental stark zu sein, um eine der Schlüsselstellen des Wettkampfs gut zu bewältigen.

Am Montag nutzte ich dann wie schon früher den Service von Hannes und ließ mich mit dem Bus nach Hawi zum Wendepunkt der Radstrecke bringen, um von dort mit dem Rad zurück nach Kona zu fahren. Irgendwo zwischen Kawaihae und dem Scenic Point bog dann direkt vor mir aus einer der Hotelanlagen ein Radfahrer auf den Highway ein, ich konnte es nicht lassen und hängte mich mit ein paar Metern Abstand erst mal dran.
Ich hatte zwar keine Ahnung, wer da vor mir fuhr, aber die Wattzahlen waren schon ganz ordentlich und mir war klar, dass ich da besser nicht zu lange dranbleiben sollte. Wenig später stand dann ein Fotograf in der Lava und knipste fleißig meinen Vordermann, zu meiner Überraschung allerdings auch mich.
Das wiederholte sich ein paar Kilometer später nochmal und ich erkannte in dem Fotografen Michael Rauschendorfer, den Athleten vor mir konnte ich aber nach wie vor nicht zuordnen.
Dann siegte die Vernunft, ich nahm Tempo raus und bog kurz darauf am Scenic Point zur Zwischenverpflegung von Hannes ab, um dann vollends nach Kona zurück zu rollen, wo mich Michael unterwegs nochmal mit der Kamera erwischte.
Später hat er mich dann aufgeklärt, dass ich die super Radbilder dem Zufall bzw. dem glücklichen Umstand verdanke, dass er eigentlich wegen Cameron Wurf, seines Zeichens aktueller Radstreckenrekordhalter, draußen auf dem Highway war. Das erklärt dann auch die Wattwerte und immerhin hat sich das aus trainingstechnischer Sicht sicher nicht ganz optimale Dranbleiben an meinem Vorausfahrer für diese Fotos definitiv gelohnt 😉

Auf dem Queen K Highway Richtung Kona (Bildrechte M. Rauschendorfer)

Auf dem Queen K Highway Richtung Kona (Bildrechte M. Rauschendorfer)

Damit vor dem Start zum Lauf auch jeder weiß, wo es lang geht, erklärt der Chef Hannes es persönlich per Flüstertüte 🙂

Dienstags ging es nach einer weiteren kurzen Schwimmeinheit, die zeitweise von mehr Delphinen als Schwimmern in unmittelbarer Nähe begleitet wurde, zur Besichtigung der letzten paar Kilometer des Laufs zu Fuß auf den Highway und durch die Stadt.
Anschließend holte ich im Hotel King Kamehameha meine Startunterlagen ab und machte nachmittags mit meinem Vereinskollegen Holger einen Abstecher zur Nationenparade, deren Auftakt leider etwas unter einem kräftigen Regenschauer litt. Dafür waren als Einpeitscher der Deutschen in Person von Jan Frodeno und Daniel Unger gleich ein Olympiasieger und zwei Ex-Weltmeister auf der langen bzw. kurzen Distanz im Einsatz, die das Rennen am Samstag dann als TV-Kommentatoren begleiten werden.
Auffallend bei der Parade war mal wieder, dass andere Nationen bzw. Verbände deutlich anders auftreten. Zwar war unsere Truppe groß und hatte auch einige passende Fähnchen, ein auch nur halbwegs einheitliches Erscheinungsbild entstand aber nur dadurch, dass ein großer Teil mit Hannes angereist ist und die von ihm als Willkommensgeschenk gestellten blauen bzw. grünen Shirts trug. Andere Gruppen waren mit einheitlicher Bekleidung in Landesfarben vertreten und hatten damit meiner Meinung nach die deutlich bessere Aussenwirkung.
Zu Gunsten unseres Verbandes muss man zwar allerdings natürlich auch sagen, dass Kona sicher eines der wichtigsten Rennen im Triathlonkalender ist, letztlich aber eben auch eine rein kommerzielle Veranstaltung und jeder Teilnehmer damit quasi privat und nicht als Verbandsvertreter am Start ist. Trotzdem könnte/sollte man da aus meiner Sicht als Verband mehr daraus machen und die Chance nutzen, sich entsprechend präsentieren zu können.

Am heutigen Mittwoch war ich dann nur noch für 20 Minuten im Wasser und spätestens seit der Wettkampfbesprechung heute Nachmittag ist klar, dass das Rennen nun unmittelbar bevorsteht und vor allem Erholung und allenfalls leichte Bewegung angesagt sind. Dies ist um so wichtiger, da ich aktuell leider nicht zu 100% fit bin und die Nase nicht ganz frei ist. Was mir 2009 und 2010 gelungen ist, nämlich nicht in die Klimaanlagenfalle zu tappen, ist mir diesmal anscheinend leider nicht ganz geglückt 😦
Dennoch hoffe ich darauf, dass die verbleibenden Tage ausreichend sind, dies wieder in den Griff zu bekommen und dann am Samstag top motiviert und energiegeladen am Start zu stehen 🙂

Viele Grüße aus Kona an alle Daheimgebliebenen 😉

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

40 years of dreams: Ironman World Championship (13.10.2018) Vorschau Teil 1

„40 years of dreams“ wurde das Ironman WM-Rennen in Kailua-Kona, Hawaii von den Veranstaltern diesmal mit Bezug auf die Erstauflage 1978 untertitelt. Um so lange von diesem Wettkampf zu träumen bin ich noch nicht alt genug 😉
Trotzdem ist der Slogan natürlich sicher nicht falsch und während viele Triathleten tatsächlich Jahre von der Qualifikation und einem Start beim legendären Rennen auf Big Island träumen, freue ich mich sehr, dass ich diesen Traum nun bereits schon zum dritten Mal leben darf 🙂

Erstmals in Kona dabei war ich 2009 noch zu Studentenzeiten und mit viel Freiheit in der Trainingsgestaltung nach der Qualifikation bei meinem vierten Ironman-Start in Florida im November 2008. Bereits im Jahr darauf qualifizierte ich mich im Juni mit einem Top-Ergebnis in Nizza erneut und konnte das für mich sehr erfolgreiche Jahr 2010 mit einem super Rennen in Kona mit einer Zeit von knapp unter 9 Stunden krönen.
Anschließend war ich von 2011 bis 2015 parallel zu einem Teilzeitjob mit Profi-Lizenz unterwegs und verpasste die Profi-Qualifikation 2012 und 2013 jeweils knapp. Seit ich Anfang 2016 in eine Vollzeitstelle gewechselt habe, bleibt naturgemäß deutlich weniger Zeit zum Training und ich bin wieder als Altersklassenathlet am Start. So war 2016 auch für mich das erste Jahr seit meinem Langdistanzdebüt 2005 ohne Start über die volle Distanz und ich wollte sportlich eigentlich kürzer treten.
Der Traum von der Rückkehr auf die große Insel im Pazifik war allerdings immer noch da und schon 2017 wollte ich einen Versuch für die erneute Qualifikation machen. Geplant war ein spätes Rennen um den Sommer daheim zur Vorbereitung nutzen zu können, die Qualifikation für das Folgejahr zu holen und somit nicht zwei lange Rennen in einem Jahr zu haben. Das hat mit dem Ironman Louisville in Kentucky dann auch nahezu optimal funktioniert und ich habe das große Glück nun beim Jubiläumsrennen am 13. Oktober wieder am Start sein zu dürfen 🙂

Mein letzter Start im Wallfahrtsort der Langdistanztriathleten liegt nun also bereits schon acht Jahre zurück und ich bin schon sehr gespannt darauf, was sich seither verändert hat oder was ich alles wieder erkennen werde und welche Erinnerungen vor Ort wieder aufgefrischt werden. Auf jeden Fall gehe ich aber davon aus, dass mir die Erfahrungen der beiden Starts helfen werden, auch in diesem Jahr wieder ein gutes Rennen zu machen.
In Summe betrachtet habe ich zwar sicherlich 2018 deutlich weniger Trainingskilometer gemacht, aber ich würde sagen, dass ich dennoch unter den gegebenen Umständen sehr gut vorbereitet bin. Insbesondere der September ist dank gutem Wetter an den Wochenenden und meinem Kurztrainingslager in Südtirol nahezu optimal verlaufen, die Formkurve sollte also ähnlich wie 2017 passend zum Saisonhöhepunkt nochmal deutlich nach oben zeigen 🙂

Neben der persönlichen Tagesform werden gerade in Kona allerdings auch die äußeren Bedingungen wie Temperatur, Windstärke und -richtung einen großen Einfluss auf die Zeiten haben und machen eine genaue Prognose schwierig. Trotzdem wage ich hier im Vorfeld mal wie schon vor Louisville einen Blick in die Glaskugel.
Geschwommen wird diesmal im warmen Pazifik, damit fällt der Neoprenanzug als Schwimmhilfe schon mal weg und ich gehe aktuell von einem Zeitfenster von ca. 60-70 Minuten für die 3,8 km der Auftaktdisziplin aus. Auf dem Rad sehe ich mich bei halbwegs „normalen“ Bedingungen bei rund 4:55 bis 5:15 h für die 180 km. Die Laufform war zuletzt vom Gefühl her ziemlich gut und ich hoffe darauf, trotz der hawaiianischen Hitze wie bei meinen beiden bisherigen Starts zum Schluss noch einen guten Marathon draufpacken zu können und mit einer Laufzeit von unter 3:10 h den Zielbogen auf dem Alii Drive zu erreichen 🙂
In Summe wäre das also eine prognostizierte Endzeit von ganz grob ca. 9 bis 9,5 Stunden und schon mal eine ordentliche Ansage 😉
Um mögliche Platzierungen mache ich mir im Moment allerdings keine Gedanken und setze mir „nur“ zum Ziel, das an diesem Tag für mich persönlich bestmögliche Ergebnis daraus zu machen und den Tag von Anfang bis Ende so gut wie möglich zu genießen!

Wer sich die Nacht vom 13. auf den 14. Oktober um die Ohren schlagen und das Rennen direkt verfolgen will, der sollte auf der entsprechenden Ironman-Seite mich und meine Zwischenzeiten unter der Startnummer 2062 finden. Weitere Berichterstattung zum Rennen gibt es neben den bekannten Triathlon-Portalen wie z. B. tri2b.com auch beim ZDF und Facebook.

Außer einigen weiteren Bekannten und ehemaligen Vereinskollegen wie z. B. Sebastian Veith werden auch mein jetziger Vereinskollege Holger Therre vom TSV Dettingen/Erms und Mathias Flunger am Start sein.
Mathias hatte sich gemeinsam mit mir in Kentucky die Qualifikation geholt und nun werden wir zusammen die Farben des tri2b.com A|N Triathlonteams vertreten. Voraussichtlich werden wir beide in loser Folge in den nächsten Tagen mit ein paar Eindrücken, Fotos etc. aus der Vorwoche des Rennens auf der Teamseite bei tri2b.com bzw. der entsprechenden Facebookseite berichten und den letzten Countdown Richtung Renntag herunterzählen. Parallel werde ich nach Möglichkeit auch hier noch ein paar Sätze verlieren oder zumindest unsere Berichte verlinken. Wer auf diese Art mitfiebern möchte, der ist herzlich eingeladen!
Bei mir jedenfalls steigt die Vorfreude trotz der langen Anreise schon deutlich an und nun bleibt, nachdem das Rad schon seit dem Feiertag am Mittwoch verpackt ist, nur noch die letzten paar Sachen zusammenzusuchen und dann geht es morgen endlich los zur Verwirklichung eines Traums und es heißt: See you in Kona, hang loose 🙂

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Countdown to Kona: Letzte Trainingsphase läuft, Flugfeld Firmenlauf (19.09.2018) und Trainingslager Südtirol (12.-17.09.2018)

Die Tage in Richtung Kona sind gezählt, in weniger als zwei Wochen geht der Flieger und schon am 13. Oktober ist dann der große Tag, auf den das Training der letzten Monate ausgerichtet war. Die noch vor dem Abflug geplanten Trainingseinheiten lassen sich nun praktisch schon an den Fingern abzählen 🙂
Das ist allerdings auch gut so, denn heute ist daheim schon mal der erste Herbststurm übers Land gerast und später am Abend kam noch ein ordentliches Gewitter mit Regen dazu. Trotzdem konnte ich das Wochenende nochmal nahezu optimal nutzen und insgesamt 3,2 Schwimmkilometer, 51 Laufkilometer und 172 Radkilometer abspulen. Höhepunkt des heutigen Sonntags war der in der zweiten Hälfte gesteigerte 36 km Lauf am Vormittag in etwas unter 2:50 h. Bereits am Samstag gab es eine flotte Radeinheit, die eine 54 km Runde mit einem Schnitt von 300 W enthielt und dann mit einem 5 km Koppellauf knapp unter 20 Minuten abgeschlossen wurde.

Neben den paar noch geplanten Einheiten heißt es jetzt vor allem gesund bleiben, denn die Richtung scheint zu passen, wie auch der Flugfeld Firmenlauf am Mittwoch gezeigt hat.
Nachdem ich am Montag von meinem kurzen Trainingslager in Südtirol zurück gekommen war, stand ich wie bereits im Vorjahr im Dienste meines Arbeitgebers, der Ed. Züblin AG,  beim dortigen 5 km Lauf am Start. Dass ich diesmal als 9. nicht ganz die Platzierung des Vorjahres erreichte, ist nicht wirklich wichtig und die in 17:08 Minuten auf den ersten Blick deutlich langsamere Zeit relativiert sich ebenfalls, da die Strecke diesmal im Gegensatz zu 2017 echte 5 km hatte 🙂
Abgesehen davon war mein Kurztrainingslager diesmal zwar noch einen Tag kürzer, aber auf Grund des deutlich besseren Wetters konnte ich mein Programm insbesondere auf dem Rad diesmal umsetzen und ging somit mit noch mehr Radkilometern in den Beinen an den Start 😉

Im Einzelnen hieß dies:
Mittwoch, 12.09.2018: Anreisetag nach Südtirol an den Wolfsgrubener See auf dem Ritten. Als Einstieg gab es noch eine kurze aber ziemlich kuppierte Laufrunde mit 8 km und 210 Höhenmetern. Anschließend konnte ich der Einladung des diesmal zwar immer noch recht frischen, aber deutlich angenehmer temperierten Sees nicht widerstehen und schloss den Tag mit einem Kilometer Schwimmen ab.


Donnerstag, 13.09.2018: Rauf aufs Rad und los! Landschaftlich im ersten Teil nicht ganz so schön ging es nach der morgendlichen Abfahrt fast immer in Sichtweite zur Autobahn das Tal hinauf nach Sterzing und von dort über die steilen Rampen dieser Seite auf das Penser Joch. Anschließend folgte die lange Abfahrt durch das Sarntal und der am Ende des Tages unvermeidliche, von dieser Seite teilweise ebenfalls mit Rampen mit deutlich zweistelligen Steigungsprozenten gespickte, Schlussanstieg zum Hotel. Nach knapp 138 km und gut 3.000 Höhenmetern war dann die erneute Schwimmrunde mit 1,2 km eine willkommene Erfrischung.

 

Freitag, 14.09.2018: Dieser Tag sollte praktisch schon die Königsetappe meines Trainingslagers darstellen, denn ich hatte mir einiges vorgenommen. Entgegen meiner Tour vom Vortag ging es vom Sarntal aus nochmal übers Penser Joch nach Sterzing und dann direkt wieder hoch auf den Jaufenpass, den ich bisher noch nie im Programm hatte. Auf der gefühlt ewig langen Abfahrt durchs Passeiertal Richtung Meran erwischte ich zwar ein paar Regentropfen, bei dennoch warmen Temperaturen war das aber kein Problem. Eher problematisch war ab Meran dann, dass in der Nachmittagshitze langsam meine Getränke knapp wurden. Schließlich musste ich an einer Tankstelle in den Außenbezirken von Bozen noch einen Stopp zum Nachtanken einlegen, ansonsten wäre der bereits vom Vortag bekannte Schlussanstieg vollends zum Desaster geworden. Aber auch so zog sich das zum Ende des langen Tages mit ein paar zusätzlichen Steigungskilometern von Bozen hoch ins Sarntal ziemlich. Fazit: die rund 186 km mit über 4.400 Höhenmetern waren grenzwertig, aber umso größer die Freude, als die Tour geschafft war 🙂

Verpflegungsstopp auf dem Jaufenpass.

Samstag, 15.09.2018: Nach der Hammer-Tour vom Vortag sollte es diesmal deutlich kürzer werden und so ging es „nur“ über knapp 129 km mit fast 3.400 Höhenmeter. Dieser Tag führte mich über das Sellajoch, den Karerpass, den Nigerpass und diesmal von der anderen Seite her mit deutlich gleichmäßigeren und angenehmeren Steigungsprozenten zurück auf den Ritten. Fluch des schönen Wetters und des Anstiegs von dieser Seite war jedoch, dass die ersten Kilometer auf den Serpentinen durch die Weinberge voll in der prallen Nachmittagssonne lagen und schon allein deshalb der Schweiß wieder in Strömen floss. Zum Glück blieb dank der kürzeren Tour diesmal vor dem Abendessen wieder die Zeit für eine Schwimmrunde im See 🙂


Sonntag, 16.09.2018: Zum Abschluss ging es mit rund 3.250 Höhenmetern und 146 km über Petersberg und den Lavazè Pass nochmal von der gleichen Seite wie am Vortag und bei erneut strahlendem Sonnenschein zurück zum Hotel auf dem Ritten.


Montag, 17.09.2018: Heimreisetag nach einem ziemlich harten, aber sehr gelungenen Kurztrainingslager mit ein paar Lauf- und Schwimmkilometern, vor allem aber rund 600 Radkilometern mit insgesamt 14.075 Höhenmetern 🙂
Um nach der Autofahrt die Beine wieder etwas zu lockern, folgte dann abends noch im frisch für die Wintersaison geöffneten Hallenbad das erste Vereinsschwimmtraining seit langem mit 3,2 Schwimmkilometern. Das lief zwar noch nicht ganz rund, aber nachdem zwischenzeitlich auch die Reiseunterlagen und Tickets da sind, steht jetzt auf jeden Fall schon mal die Vorfreude auf die Hawaii-Reise im Vordergrund!

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Rang 4 beim 28. Breisgau Triathlon Malterdingen (19.08.2018)

Mein erster Start beim Traditionsrennen in Malterdingen liegt bereits 10 Jahre zurück und seit 2008 hat sich einiges (unter anderem die Strecke) verändert, geblieben ist mit Rang 4 allerdings meine Gesamtplatzierung 🙂

Nun aber von Anfang an:
Nach 2008 war ich auch 2009 mit einem guten Resultat in Malterdingen unterwegs, in den folgenden Jahren hatte es dann terminlich leider nicht mehr gepasst, die anspruchsvollen Rad- und Laufstrecken hatte ich aber immer in guter Erinnerung. Als ich nun für dieses Jahr zur Vorbereitung auf Kona im Oktober auf der Suche nach einer Mitteldistanz im Sommer war, fiel dann die Entscheidung schnell zu Gunsten eines weiteren Starts im Breisgau.

Am Sonntag hieß es dann um 5 in der Frühe raus aus den Federn um trotz rund 200 km Anreise noch rechtzeitig vor dem für 10 Uhr angesetzten Start in Malterdingen die Unterlagen abholen zu können. Durch die hochsommerlichen Temperaturen der letzten Wochen präsentierte sich der kleine Müller-See bei Riegel dann auch ohne Neo als angenehm warm temperierte Badewanne. Nach einem noch ordentlichen Start fühlte ich mich auf dem letzten Drittel der 2 km Schwimmstrecke dann leider auch wie beim Planschen in der Wanne. Es ging einfach nicht mehr richtig vorwärts und ich verlor noch einiges an Zeit und Platzierungen. Da meine Zeit für das Training in den vergangenen Wochen sowieso knapp bemessen war, kam das Schwimmen leider deutlich zu kurz. Meine rund 35 Minuten mit fast 7 Minuten Rückstand zur Spitze um meinen früheren AST-Vereinskollegen Michael Haas und Platz 39 waren somit zwar kein guter Auftakt, aber noch einigermaßen im erwarteten Rahmen.

Auf der größtenteils altbekannten Radstrecke mit insgesamt rund 80 km auf den drei anspruchsvollen Runden mit ihren knackigen Anstiegen und einer eckigen und mittlerweile sehr holprigen Abfahrt durch die Weinberge, die volle Konzentration erforderte, versuchte ich dann das Beste aus meiner eher mäßigen Ausgangsposition zu machen. Bereits auf den ersten Kilometern konnte ich einige Athleten überholen, musste aber angesichts der Wattwerte auf meiner Uhr erstaunt feststellen, dass ich ebenfalls von mehreren Konkurrenten passiert wurde.
Diese nicht aus dem Blick zu verlieren kostete zwar einige Kraft und zeitweise war ich sicherlich etwas zu freigiebig mit meinen Reserven, trotzdem ist mir eine ganz ordentliche Balance gelungen, wie der weitere Rennverlauf zeigen sollte. Nach und nach konnte ich mich immer weiter nach vorne schieben und im Gegensatz zu einigen gut gestarteten Mitstreitern konnte ich mein Tempo auch in der dritten Runde relativ konstant halten, sie wieder abschütteln und vor allem in den Anstiegen noch einige Positionen gut machen. Mit knapp über 2:14 h hatte ich schließlich die viertschnellste Radzeit des Tages stehen und konnte bereits mit einer Top-10-Platzierung in die Laufschuhe wechseln 🙂

Dort machte sich zwar in der mittlerweile drückenden Mittagshitze auch bei mir schnell bemerkbar, dass ich auf dem Rad zeitweise etwas über dem Limit agiert hatte, aber auch hier mussten einige Konkurrenten größeren Tribut zollen. Ich konnte den Halbmarathon zwar nicht ganz so flüssig wie erhofft, aber doch ziemlich zügig angehen und sah auf der neuen und abgesehen von einem kurzen aber giftigen Stich flachen Wendepunktstrecke schon nach wenigen Kilometern, dass ich zwischenzeitlich Gesamtfünfter war. Die Spitze war schon weit enteilt, Michael Haas auf Rang 4 hatte einen Vorsprung von gut vier Minuten und hinter mir reihten sich innerhalb weniger Minuten gleich einige Konkurrenten einschließlich einiger guter Läufer auf.
Für mich hieß das in dieser Situation dann auf kontrollierte Offensive zu setzen und mich erstmal mit einigermaßen konstanten Kilometersplits dem Ziel zu nähern, was dank der etwas ungleich verteilten Verpflegungsstationen eine gewisse Herausforderung darstellte. Die habe ich allerdings dank einiger Erfahrung hinsichtlich Tempogestaltung, Verpflegung und Kühlung ganz gut gemeistert und so konnte hinter mir zwar zum Beispiel Ulrich Königs mit einem starken Lauf seine Lücke verkürzen, aber nie schließen. Vor mir dagegen musste Michael Haas seinen bis dahin starken Auftritt auf seiner ersten Mitteldistanz bald büßen und verlor innerhalb weniger Kilometer nicht nur seinen kompletten Vorsprung auf mich, sondern wurde am Ende noch bis auf Rang 12 durchgereicht.
Durch das Überholmanöver und die Verbesserung auf Gesamtrang 4 nochmals zusätzlich motiviert gelang es mir schließlich mein Tempo bis zum Ende recht gut zu halten und mit der siebtschnellsten Laufzeit ein insgesamt doch sehr gutes Rennen ins Ziel zu bringen. Angesichts des eher suboptimalen und fast ausschließlich auf die Wochenenden beschränkten Trainings der letzten Wochen hatte ich im Vorfeld definitiv nicht mit einer Platzierung in dieser Qualität gerechnet. Darüber hinaus durfte ich mich mit meiner Gesamtzeit von 4:20:47 h zudem noch über den Vize-Meistertitel der AK 30 in der Wertung der Baden-Württembergischen Landesmeisterschaft über die Mitteldistanz freuen 🙂

Teamkollegin Anna erwischte keinen guten Tag, kämpfte sich trotzdem erfolgreich durch und am Ende waren wir beide froh im Ziel zu sein 🙂

Alle Ergebnisse aus Malterdingen sind hier online abrufbar.

Auch wenn das trotz des schlechten Schwimmens zum Auftakt also ein insgesamt sehr gelungener letzter größerer Wettkampftest vor Kona war, ist mir bewusst, dass ich bis dahin nicht nur beim Schwimmen noch einige Trainingskilometer draufpacken muss. Beim Schwimmen setzte ich darauf, dass nach den Sommerferien das Hallenbad im Nachbarort wieder öffnet und es dann über die Vereinstrainingszeiten mit dem TSV wieder etwas aufwärts geht. Noch wichtiger wird allerdings sein, sowohl auf dem Rad als auch zu Fuß nochmals Kilometer zu sammeln. Hier hoffe ich, dass es mir gelingt, ähnlich wie 2017 mit einem Kurztrainingslager im September in Südtirol nochmals einen Sprung in Richtung einer guten Langdistanzform zu machen 🙂

Noch sind fast acht Wochen Zeit, aber der Countdown läuft und die Vorfreude steigt 😉

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Regenrennen am Schliersee (22.07.2018)

Beim Schliersee Alpentriathlon war ich insgesamt bereits vier mal am Start, der letzte Einsatz dort war allerdings nach 2007, 2008 und 2010 auch schon 2011 noch zu Bundesliga-Zeiten mit dem Team des AST.
Trotz oder gerade wegen meiner Schwimmschwäche und der sonst sehr anspruchsvollen Strecke, vielleicht aber auch nur wegen dem Kaiserschmarrn bei der Zielverpflegung, ist mir das Rennen aus den Bundesligawettkämpfen positiv in Erinnerung geblieben 😉
Ein großer Teil der Strecke, insbesondere die anspruchsvolle Radstrecke mit dem Schlussanstieg zum Spitzingsattel, ist geblieben. Zwar wurden die zweite Wechselzone und das Ziel etwas verlegt, die Laufstrecke verändert, die berüchtigte Kuhweide ist rausgefallen, aber den Kaiserschmarrn gibt es immer noch 🙂
Was auch geblieben ist beziehungsweise seit den damaligen Ligazeiten leider nochmal deutlich nachgelassen hat, ist meine nicht gerade berauschende Schwimmleistung 😦

Gefühlt bin ich zwar ganz ordentlich geschwommen, aber weder die Zeit von 24:40 Minuten mit Neo auf 1.500 m noch die Platzierung waren richtig gut.
Weitere Zeit habe ich dann beim Wechsel liegen lassen, denn angesichts von eher mäßigen Temperaturen und Dauerregen habe ich diesmal tatsächlich zur langärmligen Regenjacke gegriffen. In den Anstiegen war ich dann auf dem Rad zwar recht gut unterwegs, aber auf den Abfahrten und in den Flachstücken war die Jacke natürlich nicht das aerodynamische Optimum 😉
Außerdem habe ich auf den regennassen Straßen in den zum Teil doch nicht ganz ungefährlichen Abfahrten immer wieder ein paar Sekunden liegen lassen. Der beste Abfahrer bin ich sowieso nicht, aber mit Kona im Blick war für mich noch dazu das oberste Ziel, das Rennen heil und gesund zu Ende zu bringen.
Auch wenn es wegen mehrerer Startgruppen schwierig war, den Überblick zu behalten, hat sich auf dem Rad an der Platzierung wohl nicht besonders viel verändert.
Mit einer der schnellsten Laufzeiten im gesamten Feld über die auch nicht flachen 10 km zum Abschluss konnte ich mich letztendlich insgesamt noch bis auf Rang 8 und den 3. Platz in der AK 30 vorarbeiten 🙂

Nach dem obligatorischen Zielkaiserschmarrn ging es dann dick eingepackt mit dem Rad den Spitzingsattel wieder runter und auch das habe ich nicht nur sturzfrei, sondern auch ohne Spätfolgen in Form einer Erkältung oder ähnlichem überstanden 🙂

In der Gesamtbetrachtung habe ich ein den Umständen entsprechend ordentliches Rennen gemacht, allerdings ohne über den bereits bekannten Stand zu meiner aktuellen Trainingsverfassung hinaus weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Das heißt demnach:
Schwimmen: suboptimal, aber nicht entscheidend für Kona
Rad: am Umfang muss sich für die Langdistanz noch was tun
Lauf: läuft 🙂

Nächster und letzter großer Test für Kona bei hoffentlich besserem Wetter wird die Mitteldistanz in Malterdingen am 19. August. Mit 2008 und 2009 liegen meine Starts dort noch weiter zurück als am Schliersee und meine Spitzenergebnisse von damals werden sich wohl kaum wiederholen lassen. Die berüchtigte Laufstrecke durch die Weinberge gibt es anscheinend auch nicht mehr, aber trotzdem freue ich mich schon auf den Wettkampf und hoffe, dass ich bis dahin auf dem Rad nochmal einen Schritt nach vorne machen kann.

Hier gibt es die Ergebnisse von Schliersee.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Ziel verpasst und trotzdem super zufrieden, 2:46:59 h und Gesamtrang 2 beim Ermstal Marathon (08.07.2018)

Im Vorfeld meines Heimrennens beim Ermstal Marathon hatte ich mir eine neue persönliche Bestzeit auf der Marathon-Distanz zum Ziel gesetzt und wollte meine bisherige Zeit von 2:46:18 h aus dem Jahr 2004 möglichst unter 2:45 h drücken. Dass ich diese Ankündigung nicht umsetzen konnte, heißt zwar, dass ich mein selbst gestecktes Ziel verfehlt habe, letztlich habe ich aber insgesamt ein sehr gutes Rennen gemacht und bin in 2:46:59 h mit einer tollen Zeit auch nur knapp daran vorbeigeschrammt 🙂

Damit ist zwar in aller Kürze das Wichtigste gesagt, aber so ein Tag verdient einen ausführlicheren Bericht in chronologischer Abfolge:
Während meinem frühen Frühstück wurde hinter dem Haus von den freiwilligen Helfern bereits fleißig gewerkelt und die dortige Verpflegungsstation eingerichtet. Ich rollte dann kurz vor dem Start mit dem Rad die nicht mal drei Kilometer zum Kelternplatz in Metzingen und konnte schon auf dem Weg dorthin die ersten Bekannten entlang der Strecke begrüßen 🙂
Kaum waren das Rad abgestellt und ein paar Worte mit einigen Mitläufern gewechselt, hieß es auch schon sich in der Startaufstellung einzusortieren und die letzten Sekunden bis zum Startschuss zu zählen. Ich erwischte im Gegensatz zum Vorjahr vom Gefühl her einen sehr guten Start, war aber natürlich angesichts der diesmal doppelten Distanz auch mit etwas weniger Tempo unterwegs.
Trotzdem führte ich auf dem ersten Kilometer mit 3:44 min knapp hinter der Spitze der Halbmarathonläufer das Feld der Marathonis an. Wie zu erwarten war, zog aber wenig später mein ehemaliger Vereinskollege Richard Schumacher vorbei und wurde seiner Favoritenrolle im weiteren Rennverlauf mit von allen äußeren Umständen anscheinend unbeeinflusst und uhrwerksmäßig abgespulten Splits voll gerecht.
Dahinter formierte sich dann, wie im Vorfeld erhofft, schnell eine kleine Gruppe aus guten Bekannten, in der ich anfangs zusammen mit den beiden Halbmarathonis Christoph Groß und Luigi DeFranceschi in gutem Tempo talaufwärts unterwegs war.

Luigi, Christoph und ich direkt nach der Verpflegung

Heute mal wieder enorm wichtig: Wasser zum Trinken und Kühlen

Auf dem weiteren Weg Richtung Bad Urach kamen dann mit Halbmarathonläufer Florian Neu und Marathon-Mitfavorit Peter Keinath zwei weitere Bekannte dazu. Die sorgten mit dafür, dass es in bester Gesellschaft und bei noch recht angenehmen Bedingungen voll im Zeitplan zum ersten Mal durch die Wendeschleife im Uracher Stadion ging 🙂
Talabwärts wurden die Kilometersplits dann dank der Gruppendynamik trotz Gegenwind wie geplant etwas schneller und vom Gefühl her lief es bei mir immer noch sehr flüssig.

Talabwärts rollt es in Runde 1 🙂

Während Peter und Florian auf dem Rückweg Richtung Metzingen schließlich eine kleine Lücke lassen mussten, waren Christoph, Luigi und ich zwar gut unterwegs, konnten aber der auf der Jagd nach dem Halbmarathon-Streckenrekord von hinten heranfliegenden Sabrina Mockenhaupt nicht sofort folgen.

Christoph und Luigi konnten jedoch auf den letzten Kilometern dann nochmal zulegen und erreichten mit jeweils 1:19:46 h die Gesamtränge 3 und 4 im Halbmarathon, während Sabrina es praktisch mit 1:20:26 h austrudeln ließ und sich kurz vor mir für einen neuen deutlichen Streckenrekord noch vor der Ziellinie ausgiebig feiern ließ.

Für mich galt es da allerdings nochmal eine 180°-Wende einzulegen und dann hatte ich die eben absolvierte Runde nochmals vor mir.

Statt mit einer starken Truppe an meiner Seite war ich diesmal aber abgesehen von den vielen Bekannten unter den Zuschauern auf mich alleine gestellt unterwegs und statt dem leichten Gefälle auf den letzten Kilometern ging es jetzt wieder talaufwärts.

Mit Peter wieder Richtung Dettingen

Meine Splits wurden wieder langsamer, aber die Hochrechnung ließ immer noch die Option auf die Erreichung meines Ziels offen und als Peter seine kleine Lücke bis Neuhausen wieder schließen konnte, hoffte ich in seiner Gesellschaft weiterhin gut voranzukommen.
Nur wenige Kilometer später musste Peter allerdings wegen zunehmender Rückenprobleme wieder abreißen lassen und ich entschied mich, so gut wie möglich alleine weiter durchzuziehen.

Die Wellen, die ich beim ersten Durchgang noch ganz gut geschluckt hatte, hinterließen nun deutliche Spuren auf der Uhr. Je weiter es wieder Richtung Urach ging, wurde immer klarer, dass ich auf dem einsamen Rückweg talabwärts würde an meine Splits der ersten Runde heranlaufen müssen um meine Bestzeit zu knacken.

Allein auf weiter Flur in Runde 2

Diesmal war es aber ein paar Grad wärmer und neben den bereits schon vorbelasteten Beinmuskeln machte sich sicher die mangelnde Gesellschaft und damit auch fehlende Möglichkeit, sich etwas vor dem Gegenwind zu verstecken negativ bemerkbar 😦

Die Kilometerzeiten veränderten sich trotz bester Anfeuerung vom Streckenrand leider nur noch unwesentlich und es war schließlich abzusehen, dass ich zwar mit einer sehr guten Zeit und Gesamtrang zwei sowie dem Sieg in meiner Altersklasse nach Hause laufen würde, aber weder die 2:45 h noch meine persönliche Bestzeit fallen würden. Licht und Schatten lagen also eng beieinander.

Zum Glück nur noch knapp 3 km zum Ziel

Dass die Strecke mit etwas über 200 Höhenmetern und einer zweiten Runde mit wenig Gesellschaft nicht gerade bestzeitentauglich ist, dürfte zwar allerdings angesichts meiner Streckenkenntnis sowieso nicht als „Ausrede“ zählen 😉
Insgesamt denke ich aber sowieso, dass ich mir heute nichts vorzuwerfen habe und mit meinen 2:46:59 h in Summe ein sehr gutes Rennen gemacht habe, das zudem noch mit einer Top-Platzierung belohnt wurde und mit dem ich sehr zufrieden bin 🙂

Gewonnen hat übrigens erwartungsgemäß Richard in starken 2:35:52 h, während Peter trotz seiner Probleme sich souverän in 2:48:19 h Rang drei sicherte.

Für mich heißt es damit jetzt vor allem schnell regenerieren, dann eigentlich nur noch die Laufform über die gut drei Monate bis Kona konservieren und in der Zwischenzeit noch so viele Radkilometer nachzulegen, dass ich dann auch mit Vorbelastung möglichst wieder einen Lauf um die 3 h auf den glühenden Asphalt zaubern kann 😉

Hier gibt es die Ergebnisse des Marathons und der diversen anderen Strecken heute.
Unten noch die Splits meiner GPS-Uhr:

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Podest in Erbach (24.06.2018) und Vorschau Ermstal-Marathon (08.07.2018)

Bis auf das jeweils aktuelle Datum und den entfallenen Zusatz „Halb“ beim Marathon lautet die Überschrift genau wie im Vorjahr und auch inhaltlich könnte ich den damaligen Bericht fast kopieren. Ein paar Kleinigkeiten, wie zum Beispiel der Schritt vom Halbmarathon zum Marathon, sind dann aber natürlich doch immer wieder anders und deshalb nun auch diesmal ein ausführlicher Bericht 😉

Bei nahezu perfekten äußeren Bedingungen ging es in Erbach diesmal bei 22,8°C Wassertemperatur wie 2017 ohne Neo für 1,5 km ins Wasser. Im Gegensatz zu meiner miserablen Schwimmleistung vor zwei Wochen in Ingolstadt war ich diesmal trotz dem erzwungenen Verzicht auf den schwarzen Anzug vom Gefühl her viel besser unterwegs.
Zwar war auch diesmal die Spitze wieder deutlich vorne weg, aber ich war fast eine Minute schneller aus dem Wasser als im Vorjahr. Dass mein Vereinskollege vom TSV, Steffen Holder, mich noch nach der letzten Boje überholte und mir auf den paar Metern bis zum Ausstieg noch 5 Sekunden abnehmen konnte, war gegenüber den rund 40 Sekunden Differenz vor zwei Wochen ebenfalls ein Fortschritt 🙂

Leider war auch diesmal die gesamte Rennsituation auf Grund mehrerer Startgruppen und wegen den teilweise ebenfalls noch auf der Strecke befindlichen Liga-Startern ziemlich unübersichtlich. Trotz einer gefühlt guten und über den Rennverlauf auch nach meinen Leistungsdaten relativ konstanten Radleistung verlor ich auf den 45 Kilometern in 1:09:44 h gegenüber 2017 ein paar Sekunden und wusste ich beim Wechsel nicht wirklich, wie ich im Rennen lag.

Vollgas beim Wechsel, zu schnell für ein scharfes Foto 😉

Entsprechend versuchte ich in den abschließenden Lauf mit hohem Tempo zu starten, was mir auch recht gut gelang. Auf der flachen Wendepunktstrecke konnte ich dann zwar feststellen, dass ich mich in meiner Startgruppe offensichtlich schon auf dem Rad bis auf Gesamtrang zwei nach vorne geschoben hatte, der führende Pascal Tischler kam mir allerdings leider schon recht weit vor dem Wendepunkt entgegen. Die einzige minimale Hoffnung im Kampf um den Sieg war die Hoffnung auf einen Einbruch seinerseits bei einem gleichzeitigen Hochgeschwindigkeitslauf von mir. Beides ist dann nicht in so einem Maß eingetreten, wie ich es gebraucht hätte. Ich konnte zwar mein Tempo bis zum Ende gut halten und die Lücke deutlich verkleinern, aber letztlich reichte sein satter Vorsprung vom Schwimmen, den er auf dem Rad noch etwas ausbauen konnte, um den Sieg in 2:12:37 h zu sichern. Ähnlich wie 2017 wurde ich in der Gesamtabrechnung mit meinen 2:13:59 h kurz darauf noch von einem Starter aus der späteren Gruppe, Matthias Brunnbauer in 2:13:13 h, um einen Platz nach hinten verdrängt 😦

Da ich aber außer beim Schwimmen auch beim Laufen und in der Gesamtzeit gegenüber 2017 etwas schneller unterwegs war, kann ich mit Gesamtrang 3 und dem erneuten Sieg in meiner Altersklasse gut leben und freue mich über ein gelungenes Rennen 🙂

Steffen gelang mit insgesamt 2:20:32 h ebenfalls ein guter und ausgeglichener Wettkampf, der gleichfalls mit dem Sieg in seiner Klasse belohnt wurde.

Hier gibt es die Ergebnisse von Erbach bei racepedia.

Weiter geht es nun zwei Wochen nach Erbach mit meinem Heimwettkampf im Ermstal direkt vor der Haustür oder besser gesagt direkt hinter dem Haus, da die Strecke dort über den Landwirtschaftsweg Richtung Dettingen führt 🙂
Zwar hatte ich im letzten Jahr noch geschrieben, dass ich die Saisonplanung irgendwann mal passend für den vollen Marathon arrangieren muss, die ist aktuell für die zweite Jahreshälfte aber mit der Ausrichtung auf Kona statt Louisville fast identisch mit 2017. Damit steht bei mir wieder mal die Triathlonvorbereitung einer vollen Konzentration auf das Lauftraining im Weg. Trotzdem habe ich mich entschieden, diesmal den Start über die volle Distanz beim Ermstal-Marathon zu wagen und mir mit einer neuen persönlichen Bestzeit unter 2:45 h auch gleich mal ein hohes Ziel gesteckt 🙂
Das könnte dann auch für eine Platzierung ziemlich weit vorne im Feld reichen, es sind jedoch mit den mehrfachen Siegern der Vorjahre, Richard Schumacher und Peter Keinath, mindestens zwei Läufer im Feld, die normalerweise noch ein paar Minuten schneller sind. Vielleicht läuft es aber auch wieder ähnlich wie 2017, als Peter in der ersten Hälfte seines Marathons und ich beim Halbmarathon über einige Kilometer gemeinsam unterwegs waren und wir profitieren dann hoffentlich beide von der Gesellschaft 🙂

Die Platzierung, die am Ende herausspringt ist jedenfalls für mich zweitrangig, vor allem geht es mir darum, ein gutes Rennen zu machen, eine schnelle Zeit auf den Asphalt zu zaubern und die Stimmung beim Heimrennen zu genießen. Ich bin angesichts der letzten Wettkämpfe durchaus zuversichtlich, dass mir das auch gelingt, aber auch wenn ich zwischenzeitlich mehr als 20 Marathons erfolgreich beendet habe, fehlt mir da in der Einschätzung doch die Erfahrung.
Unglaublich aber wahr, denn einen Marathon „solo“ bin ich außer als Teil des 50 km Laufs 2014 beim Albmarathon in Schwäbisch Gmünd bislang tatsächlich nur einmal gelaufen. Das war sozusagen mein Testlauf vor dem ersten für 2005 geplanten Langdistanztriathlon, den ich beim Bottwartal Marathon 2004 bestritt. Meine damalige super Einstandszeit auf der Marathondistanz von 2:46:18 h steht seither noch immer als persönliche Bestzeit, deren Verbesserung nun das Ziel ist.
In den vergangenen Jahren war der Marathon sonst bei mir immer „nur“ der Schlussteil einer Triathlon-Langdistanz. Trotz der Vorbelastung von 3,8 km Schwimmen und 180 km auf dem Rad habe ich es da immerhin auf 16 Zeiten unter 3:10 h, teils sogar unter 3 h gebracht, zuletzt im Herbst 2017 standen 3:04 h in Louisville. Damit mir das Gefühl der Vorbelastung mit dem Rad nicht ganz abhanden kommt und ich trotzdem etwas frischer am Start stehe, werde ich diesmal wohl auf mein traditionelles Einlaufen von der Haustür zum Start verzichten und mit dem Rad zum Kelternplatz rollen 😉
Dann heißt es nur noch Start frei und anschließend im wahrsten Sinne des Wortes mal sehen wie es läuft 🙂

Auf jeden Fall freue ich mich nun schon auf ein tolles und spannendes Rennen, bei dem es sicher auch auf den anderen angebotenen Distanzen wieder interessant wird, nachdem zum Beispiel im Halbmarathon Sabrina Mockenhaupt im Rahmen der Vorberichtsserie in der lokalen Presse einen Angriff auf den Streckenrekord angekündigt hat.
Den Artikel aus dieser Serie zu meinem Start gibt es ebenfalls bei der Südwest Presse zum Nachlesen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Heißes Rennen bei der Mitteldistanz DM Ingolstadt (10.06.2018): „Kona-Light“ als Vorgeschmack rund 4 Monate vorab

Von meinem kurzen aber sehr gelungenen Triathlon-Saisoneinstand in Steinheim war es doch ein ordentlicher Sprung zur Mitteldistanz DM in Ingolstadt am Sonntag. Mir war bewusst, dass auf dem Weg nach Kona noch ein paar Trainingskilometer fehlen und im Vorfeld hatte ich damit gerechnet, dass es auf dem Rad ziemlich hart werden könnte. Letztlich sollte das Rennen aber doch etwas anders laufen als vermutet und am Ende wäre wohl sogar eine Altersklassenmedaille machbar gewesen.

Nun aber ohne Konjunktiv und von Beginn:
Obwohl noch am Vorabend dunkle Gewitterwolken drohten, blieben der Regen und die Abkühlung aus. Somit war es bereits am Wettkampfmorgen in der Frühe schwül-warm und die Wassertemperatur des Baggersees lag bei knapp über 24 Grad.

Kurz vor dem Start noch guter Dinge. Foto: H. Eggebrecht

Das hieß für die separat startende Elitegruppe Neo-Verbot, während die Altersklassenathleten und damit auch ich noch im Neopren starten durften und in mehreren Wellen im 5-Minuten-Abstand ins Rennen geschickt wurden.
Ich positionierte mich am rechten Rand des Feldes und erwischte einen guten Start.
Leider hielt das nicht lange und ich wurde innerhalb kurzer Zeit mehrfach mit Körperkontakt überholt.
Ohne eine wirkliche Erklärung zu haben bin ich letztlich aber einfach schlecht und ohne richtigen Zug durch den See gedümpelt und war gefühlt trotzdem kurz davor in meiner Gummihaut weichgekocht zu werden 😦
Einziger positiver Punkt ist, dass meine Uhr mir die geschwommene Strecke mit 1.915 m angibt und meine Linienwahl also ziemlich gut gewesen zu sein scheint. Knapp über 31 Minuten für 1,9 km mit Neo sind aber einfach ein paar Minuten zu viel und damit war die Ausgangsposition für den Rest des Wettkampfs alles andere als optimal.

Auf die beiden Radrunden mit insgesamt gut 86 km bin ich zwar kontrolliert aber doch ganz ordentlich gestartet und konnte den ein oder anderen Athleten auch überholen. Für eine große Aufholjagd war der Abstand nach vorne aber schon zu groß beziehungsweise reichte die aktuelle Radform einfach nicht.
Die Radstrecke war zwar nicht ganz so flach, wie ursprünglich gedacht, aber für größere Abstände sorgten die paar Wellen nicht und auch die Durchschnittsgeschwindigkeit litt kaum. Nachdem ich die zweite Hälfte der ersten Runde praktisch alleine und gefühlt im Niemandsland, aber doch mit guten Wattwerten vor mich hingekurbelt war, zog mit Andreas Schröder ein Bekannter an mir vorbei.
Der war aus der nächsten Startgruppe heraus gestartet, machte ein starkes Rennen und hatte angesichts der Streckencharakteristik wenig verwunderlich eine ganze Perlenkette von Athleten im Schlepptau. Zwar waren die Abstände im Hinblick auf das herrschende Windschattenverbot sicher einigermaßen legal, aber der Unterschied gegenüber einer Solofahrt war doch deutlich spürbar, als ich mich als weitere Perle hinten eingereiht hatte.
Um so wichtiger ist bei so einem Rennen die passende Ausgangsposition, die ich mir aber mit meinem schwachen Schwimmen verbaut hatte. Dieser Gruppe konnte ich nun jedoch relativ problemlos folgen, auch wenn die Situation als mehr oder weniger passiver „Mitroller“ nicht gerade befriedigend war. Allerdings muss man so eine Gelegenheit auch nutzen, wenn sie sich bietet.
Danke Andreas für die Tempoarbeit!
Insgesamt stand schließlich für mich eine ordentliche Radleistung auf der Uhr und die gut 86 km mit rund 500 Höhenmetern waren in der zunehmenden Hitze mit einem Schnitt von knapp über 39 km/h in etwas über 2:12 h bewältigt.

Auf den 3,5 Laufrunden mit ca. 20 km Gesamtlänge rund um den Baggersee duellierte ich mich dann lange mit Andreas, der mit fast identischer Laufzeit am Ende in der Gesamtabrechnung deutlich die Nase vorne behalten sollte. Bis wir das Ziel erreichten, war allerdings noch ein hartes Stück Arbeit zu bewältigen, denn mittlerweile brannte die Sonne bei hoher Luftfeuchtigkeit gnadenlos vom Himmel. „Kona-Light“ sozusagen und noch dazu bot der Feinsplittbelag des Uferwegs gefühlt Null Abdruck.

Laufduell, Andreas im Hintergrund zieht gegen Ende wieder vorbei. Foto: H. Eggebrecht

Obwohl ich bei voller werdender Laufstrecke an den Verpflegungsstellen nicht immer das erwischte, was ich wollte und mich damit wohl mehrfach am Rande eines Energielochs bewegte, musste ich das Tempo nur auf den letzten Kilometern etwas drosseln. Dennoch stand am Schluss eine gute Zeit von knapp unter 1:19 h für den Lauf auf der Uhr 🙂

Insgesamt erreichte ich das Ziel nach einer Wettkampfdauer von 4:05:18 h und damit auf Rang 15 aller Altersklassenathleten in der DM Wertung, was gleichzeitig Platz 5 in der DM Wertung der AK M30 bedeutete.
In Summe betrachtet sicherlich ein ordentliches Ergebnis für den aktuellen Stand meines Trainings und rund vier Monate vor Kona. Bei genauerer Betrachtung gibt es aber doch noch ein paar Baustellen bzw. einen Wermutstropfen, denn mein schlechtes Schwimmen hat mich wohl tatsächlich eine AK-Medaille gekostet.
100. Schwimmzeit im Feld, 18. Radzeit und 7. Laufzeit, so lauten meine Splits und das sagt beinahe schon alles. Auch wenn man berücksichtigt, dass die Radplatzierung wahrscheinlich etwas besser aussieht, als sie angesichts des Rennverlaufs zu bewerten ist, stimmt mich doch der anschließend noch ziemlich gute Lauf immerhin einigermaßen positiv 🙂

Jedenfalls nehme ich aus dem Wettkampf mit, dass ich beim Laufen sicher auf einem ziemlich guten Weg bin. Auf dem Rad muss ich zwar erwartungsgemäß noch einiges draufpacken, aber momentan sehe ich mich hier ebenfalls noch im Soll. Hinsichtlich des Schwimmens muss ich mir allerdings im Hinblick auf die 3,8 km ohne Neo im Oktober ein paar Gedanken machen, insbesondere, wenn sich der aktuelle Durchhänger bei meinem nächsten Start in Erbach wiederholen sollte.
Ansonsten heißt es jetzt schnell erholen, das Training weiter vorantreiben und hoffentlich gesund und verletzungsfrei bleiben.

Ergebnisse der DM gibt es hier.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Super Saison-Start Steinheim (13.05.2018): Rang 2 zum Triathlon-Auftakt genau 5 Monate vor Kona

Nach dem eher zähen Einstieg in die Wettkampfsaison mit dem Bärlauchlauf Ende März hatte ich mir für meinen ersten Triathlon der Saison die Heavy-Distanz (0,7/30/7,5 km) beim MZ3athlon in Steinheim ausgesucht. Den hatte ich noch von meinem Sieg 2011 in bester Erinnerung und wusste, dass er trotz der kurzen Distanzen wegen des nicht gerade flachen Profils der Rad- und Laufstrecken einen guten Anhaltspunkt für die aktuelle Form bieten würde. Zwar war ich mir sicher, seit dem Bärlauchlauf gerade beim Laufen dank einiger guter Trainingswochen deutliche Fortschritte gemacht zu haben, aber auf dem Rad hätten es gerne ein paar Kilometer mehr sein dürfen. Letztlich ist es vor dem ersten Rennen aber natürlich sowieso immer schwierig einzuschätzen, wie die komplexe Wettkampfleistung über alle Disziplinen dann wirklich aussieht.
Ich rechnete allerdings wegen dem gegenüber 2011 zwischenzeitlich doch deutlich reduzierten Trainingsaufwand damit, auf jeden Fall um einiges langsamer zu sein als vor sieben Jahren.
Kurz vor dem Start vermeldete der Veranstalter dann, dass Michael Göhner, der das Rennen bereits mehrfach gewinnen konnte, sich kurzfristig doch noch für einen Start entschieden hatte und in Startgruppe 4 ins Rennen gehen würde. Für mich ging es schon rund eine Stunde früher in Gruppe 1 zur Sache, in der eigentlich die vorher gemeldeten schnellen Athleten einsortiert waren. Es hieß damit also unabhängig vom Rennverlauf mit Blick auf die spätere Startgruppe möglichst immer am Limit zu agieren.

Es ist angerichtet zum Triathlon-Auftakt auf dem Weg nach Kona 2018!

Beim Schwimmen gelang mir zwar ein für den aktuellen Trainingsstand solider Auftakt, gegenüber 2011 verlor ich jedoch fast eine Minute. Trotzdem war ich gut dabei und konnte einen der beiden schnelleren Schwimmer bereits kurz nach dem Wechsel aufs Rad überholen und abhängen. Auf der welligen Radstrecke konnte ich dann bis zur Mitte der zweiten Runde auch meine rund 1:30 min auf den schnellsten Schwimmer der Startgruppe aufholen, zugleich zog jedoch Benjamin Dicke von hinten vorbei. Ich versuchte zwar zu folgen, die Lücke wuchs bis zum Ende der Radstrecke aber trotzdem auf rund eine Minute an 😦

Zwar war es etwas windig, ansonsten herrschten aber nahezu optimale Bedingungen. Im Vergleich mit 2011 betrachtet war ich auf dem Rad diesmal rund 2:30 Minuten langsamer, habe aber bislang in diesem Jahr eben auch erst knapp 1.700 Radkilometer im Trainingstagebuch stehen.
Das ist auf jeden Fall ein Punkt, an dem ich bis Kona noch einiges zu tun habe. Aber noch sind ja 5 Monate Zeit und der Sommer kommt erst noch, ich bin also hinsichtlich der Radform durchaus im Soll, auch wenn die nötigen Umfänge natürlich noch fehlen.

Auf der Laufstrecke bin ich dann trotz einiger Ecken und ein paar ziemlich harten Höhenmetern bergauf und bergab schnell in einen guten Rhythmus gekommen. Eingangs der zweiten Runde konnte ich Benjamin dann erstmals wieder vor mir sehen und das hat dann nochmal motiviert, weiterhin alles zu geben.
Tatsächlich gelang es mir dann kurz vor der Kuppe der letzten Welle aufzuschließen. Um ihm erst gar keine Chance auf einen Konter oder einen Zielsprint zu lassen, habe ich versucht, das Tempo dort wo es sowieso schon richtig hart war nochmals anzuziehen und über die Kuppe hinweg nochmal zu beschleunigen.
Die Aktion hat zwar richtig weh getan, hat aber gesessen und ich konnte dadurch motiviert auf dem letzten Kilometer nochmals etwas zulegen und Benjamin bis ins Ziel noch um insgesamt rund 20 Sekunden distanzieren 🙂

Auf der Laufstrecke war ich nach diesem harten Kampf sogar rund 1:20 Minuten schneller als 2011 und hatte zumindest aus meiner Startgruppe die Ziellinie als Erster überquert.

Startgruppe gewonnen, jetzt heißt es warten auf die weiteren Ergebnisse.

Insgesamt war ich zwar ca. 1:50 min langsamer als 2011, hatte aber meiner Ansicht nach für den aktuellen Stand ein sehr gutes Rennen gemacht und tatsächlich das Optimum herausgeholt 🙂
Dann hieß es warten auf die Ergebnisse der folgenden Gruppen.
Am Ende gelang es nur Michael Göhner, mich noch zu verdrängen, der mir beim Schwimmen etwas Zeit abnehmen konnte, den Vorsprung auf dem Rad dann deutlich ausbaute, einen großen Teil hiervon beim Laufen allerdings wieder verlor und in Summe schließlich 35 Sekunden schneller war.

Für mich also ein sehr gelungener Einstieg in die Triathlonsaison und ein weiterer Schritt in Richtung Saisonhöhepunkt Kona am 13. Oktober. Weiter geht es dann Anfang Juni bei der Mitteldistanz DM in Ingolstadt.
Da bis dahin allerdings trotz der beiden noch anstehenden Feiertage im Mai nur relativ wenig Zeit fürs Training bleibt, könnten die knapp 90 Radkilometer dort eine gewisse Herausforderung werden 😉
Trotzdem und obwohl ich im Hinblick auf meine Saisonplanung schon zum letzten Jahreswechsel geschrieben hatte, dass die DM wahrscheinlich durch die Ausrichtung auf Kona etwas zu früh für ein Top-Ergebnis kommt, werde ich natürlich versuchen, auch dort ein gutes Rennen zu machen. Der Countdown in Richtung Kona läuft jedenfalls, die Vorbereitung nimmt Fahrt auf und es gilt die verbleibenden knapp 5 Monate zu nutzen. Die Vorfreude ist jedenfalls schon mal da und die Reise gebucht.

Bleibt noch zu hoffen, dass Madame Pele nach ihren Eskapaden am Kilauea in den letzten Wochen sich zumindest soweit beruhigt, dass es keine größeren Schäden mehr gibt und auch der Wettkampf und die Reise ohne zu große Risiken möglich sind. Im Moment gehe ich zwar davon aus, dass das schon allein auf Grund der Entfernung kein Problem sein sollte, für die unmittelbar betroffenen Anwohner ist die Situation allerdings sicher alles andere als schön, auch wenn die vulkanischen Aktivitäten teilweise faszinierende Anblicke bieten.

Hier gibt es die Ergebnisse von Steinheim.

Hier geht es zum Bericht auf tri2b.com.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen