Heißes Rennen bei der Mitteldistanz DM Ingolstadt (10.06.2018): „Kona-Light“ als Vorgeschmack rund 4 Monate vorab

Von meinem kurzen aber sehr gelungenen Triathlon-Saisoneinstand in Steinheim war es doch ein ordentlicher Sprung zur Mitteldistanz DM in Ingolstadt am Sonntag. Mir war bewusst, dass auf dem Weg nach Kona noch ein paar Trainingskilometer fehlen und im Vorfeld hatte ich damit gerechnet, dass es auf dem Rad ziemlich hart werden könnte. Letztlich sollte das Rennen aber doch etwas anders laufen als vermutet und am Ende wäre wohl sogar eine Altersklassenmedaille machbar gewesen.

Nun aber ohne Konjunktiv und von Beginn:
Obwohl noch am Vorabend dunkle Gewitterwolken drohten, blieben der Regen und die Abkühlung aus. Somit war es bereits am Wettkampfmorgen in der Frühe schwül-warm und die Wassertemperatur des Baggersees lag bei knapp über 24 Grad.

Kurz vor dem Start noch guter Dinge. Foto: H. Eggebrecht

Das hieß für die separat startende Elitegruppe Neo-Verbot, während die Altersklassenathleten und damit auch ich noch im Neopren starten durften und in mehreren Wellen im 5-Minuten-Abstand ins Rennen geschickt wurden.
Ich positionierte mich am rechten Rand des Feldes und erwischte einen guten Start.
Leider hielt das nicht lange und ich wurde innerhalb kurzer Zeit mehrfach mit Körperkontakt überholt.
Ohne eine wirkliche Erklärung zu haben bin ich letztlich aber einfach schlecht und ohne richtigen Zug durch den See gedümpelt und war gefühlt trotzdem kurz davor in meiner Gummihaut weichgekocht zu werden 😦
Einziger positiver Punkt ist, dass meine Uhr mir die geschwommene Strecke mit 1.915 m angibt und meine Linienwahl also ziemlich gut gewesen zu sein scheint. Knapp über 31 Minuten für 1,9 km mit Neo sind aber einfach ein paar Minuten zu viel und damit war die Ausgangsposition für den Rest des Wettkampfs alles andere als optimal.

Auf die beiden Radrunden mit insgesamt gut 86 km bin ich zwar kontrolliert aber doch ganz ordentlich gestartet und konnte den ein oder anderen Athleten auch überholen. Für eine große Aufholjagd war der Abstand nach vorne aber schon zu groß beziehungsweise reichte die aktuelle Radform einfach nicht.
Die Radstrecke war zwar nicht ganz so flach, wie ursprünglich gedacht, aber für größere Abstände sorgten die paar Wellen nicht und auch die Durchschnittsgeschwindigkeit litt kaum. Nachdem ich die zweite Hälfte der ersten Runde praktisch alleine und gefühlt im Niemandsland, aber doch mit guten Wattwerten vor mich hingekurbelt war, zog mit Andreas Schröder ein Bekannter an mir vorbei.
Der war aus der nächsten Startgruppe heraus gestartet, machte ein starkes Rennen und hatte angesichts der Streckencharakteristik wenig verwunderlich eine ganze Perlenkette von Athleten im Schlepptau. Zwar waren die Abstände im Hinblick auf das herrschende Windschattenverbot sicher einigermaßen legal, aber der Unterschied gegenüber einer Solofahrt war doch deutlich spürbar, als ich mich als weitere Perle hinten eingereiht hatte.
Um so wichtiger ist bei so einem Rennen die passende Ausgangsposition, die ich mir aber mit meinem schwachen Schwimmen verbaut hatte. Dieser Gruppe konnte ich nun jedoch relativ problemlos folgen, auch wenn die Situation als mehr oder weniger passiver „Mitroller“ nicht gerade befriedigend war. Allerdings muss man so eine Gelegenheit auch nutzen, wenn sie sich bietet.
Danke Andreas für die Tempoarbeit!
Insgesamt stand schließlich für mich eine ordentliche Radleistung auf der Uhr und die gut 86 km mit rund 500 Höhenmetern waren in der zunehmenden Hitze mit einem Schnitt von knapp über 39 km/h in etwas über 2:12 h bewältigt.

Auf den 3,5 Laufrunden mit ca. 20 km Gesamtlänge rund um den Baggersee duellierte ich mich dann lange mit Andreas, der mit fast identischer Laufzeit am Ende in der Gesamtabrechnung deutlich die Nase vorne behalten sollte. Bis wir das Ziel erreichten, war allerdings noch ein hartes Stück Arbeit zu bewältigen, denn mittlerweile brannte die Sonne bei hoher Luftfeuchtigkeit gnadenlos vom Himmel. „Kona-Light“ sozusagen und noch dazu bot der Feinsplittbelag des Uferwegs gefühlt Null Abdruck.

Laufduell, Andreas im Hintergrund zieht gegen Ende wieder vorbei. Foto: H. Eggebrecht

Obwohl ich bei voller werdender Laufstrecke an den Verpflegungsstellen nicht immer das erwischte, was ich wollte und mich damit wohl mehrfach am Rande eines Energielochs bewegte, musste ich das Tempo nur auf den letzten Kilometern etwas drosseln. Dennoch stand am Schluss eine gute Zeit von knapp unter 1:19 h für den Lauf auf der Uhr 🙂

Insgesamt erreichte ich das Ziel nach einer Wettkampfdauer von 4:05:18 h und damit auf Rang 15 aller Altersklassenathleten in der DM Wertung, was gleichzeitig Platz 5 in der DM Wertung der AK M30 bedeutete.
In Summe betrachtet sicherlich ein ordentliches Ergebnis für den aktuellen Stand meines Trainings und rund vier Monate vor Kona. Bei genauerer Betrachtung gibt es aber doch noch ein paar Baustellen bzw. einen Wermutstropfen, denn mein schlechtes Schwimmen hat mich wohl tatsächlich eine AK-Medaille gekostet.
100. Schwimmzeit im Feld, 18. Radzeit und 7. Laufzeit, so lauten meine Splits und das sagt beinahe schon alles. Auch wenn man berücksichtigt, dass die Radplatzierung wahrscheinlich etwas besser aussieht, als sie angesichts des Rennverlaufs zu bewerten ist, stimmt mich doch der anschließend noch ziemlich gute Lauf immerhin einigermaßen positiv 🙂

Jedenfalls nehme ich aus dem Wettkampf mit, dass ich beim Laufen sicher auf einem ziemlich guten Weg bin. Auf dem Rad muss ich zwar erwartungsgemäß noch einiges draufpacken, aber momentan sehe ich mich hier ebenfalls noch im Soll. Hinsichtlich des Schwimmens muss ich mir allerdings im Hinblick auf die 3,8 km ohne Neo im Oktober ein paar Gedanken machen, insbesondere, wenn sich der aktuelle Durchhänger bei meinem nächsten Start in Erbach wiederholen sollte.
Ansonsten heißt es jetzt schnell erholen, das Training weiter vorantreiben und hoffentlich gesund und verletzungsfrei bleiben.

Ergebnisse der DM gibt es hier.

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Super Saison-Start Steinheim (13.05.2018): Rang 2 zum Triathlon-Auftakt genau 5 Monate vor Kona

Nach dem eher zähen Einstieg in die Wettkampfsaison mit dem Bärlauchlauf Ende März hatte ich mir für meinen ersten Triathlon der Saison die Heavy-Distanz (0,7/30/7,5 km) beim MZ3athlon in Steinheim ausgesucht. Den hatte ich noch von meinem Sieg 2011 in bester Erinnerung und wusste, dass er trotz der kurzen Distanzen wegen des nicht gerade flachen Profils der Rad- und Laufstrecken einen guten Anhaltspunkt für die aktuelle Form bieten würde. Zwar war ich mir sicher, seit dem Bärlauchlauf gerade beim Laufen dank einiger guter Trainingswochen deutliche Fortschritte gemacht zu haben, aber auf dem Rad hätten es gerne ein paar Kilometer mehr sein dürfen. Letztlich ist es vor dem ersten Rennen aber natürlich sowieso immer schwierig einzuschätzen, wie die komplexe Wettkampfleistung über alle Disziplinen dann wirklich aussieht.
Ich rechnete allerdings wegen dem gegenüber 2011 zwischenzeitlich doch deutlich reduzierten Trainingsaufwand damit, auf jeden Fall um einiges langsamer zu sein als vor sieben Jahren.
Kurz vor dem Start vermeldete der Veranstalter dann, dass Michael Göhner, der das Rennen bereits mehrfach gewinnen konnte, sich kurzfristig doch noch für einen Start entschieden hatte und in Startgruppe 4 ins Rennen gehen würde. Für mich ging es schon rund eine Stunde früher in Gruppe 1 zur Sache, in der eigentlich die vorher gemeldeten schnellen Athleten einsortiert waren. Es hieß damit also unabhängig vom Rennverlauf mit Blick auf die spätere Startgruppe möglichst immer am Limit zu agieren.

Es ist angerichtet zum Triathlon-Auftakt auf dem Weg nach Kona 2018!

Beim Schwimmen gelang mir zwar ein für den aktuellen Trainingsstand solider Auftakt, gegenüber 2011 verlor ich jedoch fast eine Minute. Trotzdem war ich gut dabei und konnte einen der beiden schnelleren Schwimmer bereits kurz nach dem Wechsel aufs Rad überholen und abhängen. Auf der welligen Radstrecke konnte ich dann bis zur Mitte der zweiten Runde auch meine rund 1:30 min auf den schnellsten Schwimmer der Startgruppe aufholen, zugleich zog jedoch Benjamin Dicke von hinten vorbei. Ich versuchte zwar zu folgen, die Lücke wuchs bis zum Ende der Radstrecke aber trotzdem auf rund eine Minute an 😦

Zwar war es etwas windig, ansonsten herrschten aber nahezu optimale Bedingungen. Im Vergleich mit 2011 betrachtet war ich auf dem Rad diesmal rund 2:30 Minuten langsamer, habe aber bislang in diesem Jahr eben auch erst knapp 1.700 Radkilometer im Trainingstagebuch stehen.
Das ist auf jeden Fall ein Punkt, an dem ich bis Kona noch einiges zu tun habe. Aber noch sind ja 5 Monate Zeit und der Sommer kommt erst noch, ich bin also hinsichtlich der Radform durchaus im Soll, auch wenn die nötigen Umfänge natürlich noch fehlen.

Auf der Laufstrecke bin ich dann trotz einiger Ecken und ein paar ziemlich harten Höhenmetern bergauf und bergab schnell in einen guten Rhythmus gekommen. Eingangs der zweiten Runde konnte ich Benjamin dann erstmals wieder vor mir sehen und das hat dann nochmal motiviert, weiterhin alles zu geben.
Tatsächlich gelang es mir dann kurz vor der Kuppe der letzten Welle aufzuschließen. Um ihm erst gar keine Chance auf einen Konter oder einen Zielsprint zu lassen, habe ich versucht, das Tempo dort wo es sowieso schon richtig hart war nochmals anzuziehen und über die Kuppe hinweg nochmal zu beschleunigen.
Die Aktion hat zwar richtig weh getan, hat aber gesessen und ich konnte dadurch motiviert auf dem letzten Kilometer nochmals etwas zulegen und Benjamin bis ins Ziel noch um insgesamt rund 20 Sekunden distanzieren 🙂

Auf der Laufstrecke war ich nach diesem harten Kampf sogar rund 1:20 Minuten schneller als 2011 und hatte zumindest aus meiner Startgruppe die Ziellinie als Erster überquert.

Startgruppe gewonnen, jetzt heißt es warten auf die weiteren Ergebnisse.

Insgesamt war ich zwar ca. 1:50 min langsamer als 2011, hatte aber meiner Ansicht nach für den aktuellen Stand ein sehr gutes Rennen gemacht und tatsächlich das Optimum herausgeholt 🙂
Dann hieß es warten auf die Ergebnisse der folgenden Gruppen.
Am Ende gelang es nur Michael Göhner, mich noch zu verdrängen, der mir beim Schwimmen etwas Zeit abnehmen konnte, den Vorsprung auf dem Rad dann deutlich ausbaute, einen großen Teil hiervon beim Laufen allerdings wieder verlor und in Summe schließlich 35 Sekunden schneller war.

Für mich also ein sehr gelungener Einstieg in die Triathlonsaison und ein weiterer Schritt in Richtung Saisonhöhepunkt Kona am 13. Oktober. Weiter geht es dann Anfang Juni bei der Mitteldistanz DM in Ingolstadt.
Da bis dahin allerdings trotz der beiden noch anstehenden Feiertage im Mai nur relativ wenig Zeit fürs Training bleibt, könnten die knapp 90 Radkilometer dort eine gewisse Herausforderung werden 😉
Trotzdem und obwohl ich im Hinblick auf meine Saisonplanung schon zum letzten Jahreswechsel geschrieben hatte, dass die DM wahrscheinlich durch die Ausrichtung auf Kona etwas zu früh für ein Top-Ergebnis kommt, werde ich natürlich versuchen, auch dort ein gutes Rennen zu machen. Der Countdown in Richtung Kona läuft jedenfalls, die Vorbereitung nimmt Fahrt auf und es gilt die verbleibenden knapp 5 Monate zu nutzen. Die Vorfreude ist jedenfalls schon mal da und die Reise gebucht.

Bleibt noch zu hoffen, dass Madame Pele nach ihren Eskapaden am Kilauea in den letzten Wochen sich zumindest soweit beruhigt, dass es keine größeren Schäden mehr gibt und auch der Wettkampf und die Reise ohne zu große Risiken möglich sind. Im Moment gehe ich zwar davon aus, dass das schon allein auf Grund der Entfernung kein Problem sein sollte, für die unmittelbar betroffenen Anwohner ist die Situation allerdings sicher alles andere als schön, auch wenn die vulkanischen Aktivitäten teilweise faszinierende Anblicke bieten.

Hier gibt es die Ergebnisse von Steinheim.

Hier geht es zum Bericht auf tri2b.com.

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Aller Anfang ist schwer: Saisoneinstieg mit Rang 3 beim Bärlauchlauf (25.03.2018)

Anders als in den meisten Jahren zuvor, hatte ich nach dem Ironman Louisville im Oktober 2017 eine längere Wettkampfpause eingelegt. Wegen der etwas anderen Saisonplanung – 2017 ging es für mich bereits im Mai mit dem Ironman 70.3 St. George schon früh im Jahr zur Sache – hatte ich zudem in den letzten Monaten im Vergleich zum Vorjahr weniger trainiert. Zwar ist das Schwimmniveau schon vergleichbar, wegen der Fokussierung auf die zweite Jahreshälfte und aus diversen anderen Gründen fehlen mir aber aktuell gegenüber 2017 noch einige Rad- und Laufkilometer.
Deshalb war bereits im Vorfeld klar, dass es ziemlich schwierig werden würde, meinen Sieg über 10 km beim Bärlauchlauf von 2017 in Reudern zu wiederholen. Trotzdem wollte ich das Rennen nutzen, um rund 5 Monate nach meinem letzten Wettkampf mal wieder eine Standortbestimmung zu haben und vor dem Beginn der Triathlonsaison wieder in den Wettkampfmodus zu wechseln.

Bei guten Bedingungen konnte ich das Tempo der Spitze allerdings nur auf dem ersten Kilometer mitgehen und musste die beiden Führenden dann bei der zweiten Tempoverschärfung des späteren Siegers, Francesco Ballistreri, schon deutlich ziehen lassen. Da sich auch hinter mir eine Lücke auftat, wurde es für den Rest der profilierten Strecke anschließend ein ziemlich einsames Rennen für mich. Wohl auch weil ich das am Vortag endlich mal gute Wetter für einen vollen Trainingstag genutzt habe (1 h Lauf, 2,5 h Rad und 1,25 h Schwimmen) konnte ich mich dann nicht bis zur vollen Ausbelastung motivieren.
In Kombination mit der noch nicht optimalen Form ergab sich dann in der Folge für mich eine Endzeit von 36:41 min und damit war ich fast 2 min langsamer als im letzten Jahr 😦 Insgesamt konnte ich damit aber Rang 3 sicher ins Ziel bringen und in Anbetracht der Umstände sind sowohl die Platzierung, als auch die Zeit bei meinem Saisoneinstieg in Ordnung.
Zwar hätte ich mir natürlich gewünscht, schon etwas weiter zu sein, aber die Grundlage ist für den weiteren Aufbau jedenfalls vorhanden und bis zu den wichtigen Rennen in der zweiten Jahreshälfte ist noch genug Zeit zur Vorbereitung.
Die kommenden Monate in der anstehenden wärmeren Jahreszeit gilt es jedenfalls zu nutzen, um vor allem für die anstehende Ironman WM in Kona im Oktober gut in Form zu sein. Ich bin aber trotz des aktuellen Trainingsstands zuversichtlich, dass mir das bis dahin gelingt und setze in der Zwischenzeit auch auf den in diesem Jahr hinsichtlich Brückentagen bzw. verlängerten Wochenenden sehr arbeitnehmerfreundlichen Wonnemonat Mai 😉

Ergebnisse vom Bärlauchlauf gibt es hier auf der Homepage.
Den Bericht auf tri2b.com gibt es hier im Netz.

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Wintercamp Walchsee mit dem AusdauerNetzwerk (14.-18.01.2018)

Mit dem Wintercamp des AusdauerNetzwerks am Walchsee liegt nun bereits ein erfolgreicher Trainingseinstieg ins Jahr 2018 hinter mir. Zwar hat das Wetter nicht immer perfekt mitgespielt und zeitweise sorgte ein heftiger Schneesturm für ungemütliche Bedingungen auf der Loipe, insgesamt hatten wir aber ein paar sehr gute und abwechslungsreiche Trainingstage mit viel Spaß im Kaiserwinkl 🙂

2018 Wintercamp Kaiserwinkl Skating, Foto: AN

Anders als die bisher angebotenen reinen Skilanglaufcamps im Allgäu oder Bayerischen Wald, die sich allerdings auch gut für das Wintertraining als Triathlet eignen, war das Camp am Walchsee vom Programm her mehr auf Triathlon zugeschnitten. Zwar waren die Ski immer noch das zentrale Trainingsmittel und es wurde unter professioneller Anleitung intensiv an der (Skating-) Technik gearbeitet, aber auch das Laufen kam mit einer Bergeinheit zur Ottenalm und zurück nicht zu kurz. Ebensowenig das Schwimmen im (etwas zu warmen) Hallenbad in Reit im Winkl. Darüber hinaus sorgten vor allem auch eine Fatbike-Tour und die Wintertriathlon-Staffel aus Lauf, Fatbike und Skating für viel Spaß in der Gruppe.

2018 Wintercamp Wintertriathlon-Staffel, Foto: AN

2018 Wintercamp Lauf zur Ottenalm, Foto: AN

Eine zusätzliche Laktat- und Adrenalindusche zum Abschluss der Trainingseinheiten gab es für alle Interessierten außerdem bei zwei kurzen Ausflügen mit den Skating-Ski auf die Alpin-Piste. Von der Loipe direkt am Hotel Wildauerhof, wo wir übrigens bestens untergebracht und verpflegt waren, ging es auf die andere Seite der Straße und dann erst am Rand der Piste hoch (so ähnlich muss sich wohl der Schlussanstieg der Tour de Ski anfühlen) und anschließend nach kurzem Stopp zum Ausblick auf den Walchsee bzw. zum Luftschnappen mehr oder weniger elegant die Piste wieder runter 😉
Zur Abschlussstaffel am Donnerstagvormittag hat sich die Belastung der vergangenen Tage dann zwar schon bemerkbar gemacht, aber trotzdem waren die tollen Tage im Kaiserwinkl eigentlich viel zu schnell vorbei.
Jetzt hoffe ich deshalb erst mal, dass der Winter auch auf der Alb in den nächsten Wochen nochmal für ein paar Möglichkeiten zum Einsatz der Skating-Ski sorgt. Ansonsten muss ich mich wohl schon auf das nächste Wintercamp 2019 freuen und mich zwischendrin wieder mehr auf die Hawaii-Vorbereitung und das Sommertraining konzentrieren 🙂

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Rückblick 2017: krönender Abschluss mit der Quali. Ausblick 2018: was erwartet mich am Ende der „Road to Kona“?

Schon wieder neigt sich ein Jahr unweigerlich dem Ende zu und es wird höchste Zeit, nochmals im Rückblick Bilanz zu ziehen und mit einem Blick in die Glaskugel zu versuchen den Schleier der Zukunft etwas zu lüften.
2017 wurde für mich sportlich schon früh durch die Entscheidung für den Ironman Louisville im Oktober und die angestrebte Quali für Kona 2018 geprägt. Im Gegensatz zum Vorjahr hatte ich mir damit wieder ein konkretes Ziel gesetzt, das einerseits sehr ambitioniert war, andererseits aber auch für die nötige Motivation sorgte 🙂
So gelang es mir dann auch trotz einem mittlerweile sehr zeitintensiven Beruf mein Training wieder konsequenter umzusetzen und nach dem Durchhänger 2016 die Umfänge wieder etwas nach oben zu schrauben. In Summe stehen aktuell für das zu Ende gehende Jahr nun rund 235 Schwimmkilometer, gut 6800 Radkilometer und ca. 1650 Laufkilometer im Trainingstagebuch gegenüber nur rund 165/5300/1500 km aus 2016. Das ist zwar für eine souveräne Hawaii-Quali mit einem Sub9-Rennen wohl immer noch erstaunlich wenig, aber ich denke, dass ich hier immer noch von meiner Vergangenheit lebe und das gleich in mehrfacher Hinsicht.
Wichtige Faktoren sind hierbei für mich zum Beispiel meine zwischenzeitlich gesammelten Lebenstrainingskilometer, von denen ich hoffentlich noch einige Jahre zehren kann, die Erfahrung aus nun bereits mehr als 20 Langdistanzrennen, die damit verbundene mentale Stärke und dass ich meinen Körper nach vielen Jahren in diesem Sport gut genug kenne, um zu wissen was für mich im Training und im Wettkampf nötig und gleichzeitig aber auch realistisch umsetzbar ist. Auch wenn es schwer fällt, manchmal ist weniger eben doch mehr und gerade auf den längeren Distanzen spielen Geduld und ein kühler Kopf eine besondere Rolle. Daher bin ich auch zuversichtlich, dass der 13. Oktober 2018 ein guter Tag wird 😉 Dazu aber später mehr, jetzt erst mal zurück zu den Stationen meines Sportjahrs 2017 und dem Weg zur erfolgreichen Quali.

Nach eher überschaubarer Vorbereitung und regionalen Läufen war die Reise zum Ironman 70.3 nach St. George schon mal ein toller Auftakt in die Triathlonsaison, der neben einem gelungenen Rennen auch sonst einiges zu bieten hatte 🙂
Anschließend war mein Wettkampfkalender mal wieder relativ voll und die folgenden Läufe und kürzeren Rennen liefen insgesamt recht gut während die DM Duathlon Langdistanz in Ulm nicht ganz das erhoffte Ergebnis brachte. Auch der Triathlon in Tübingen entsprach nicht so ganz meinen Vorstellungen, in der Nachbetrachtung war dies allerdings wohl zu großen Teilen der Technik geschuldet. In Kombination mit dem starken Rennen in Immenstadt und dem für mich sehr wertvollen Kurztrainingslager in der tollen Landschaft Südtirols war das aber sicherlich wichtig für die Vorbereitung auf den Jahreshöhepunkt in Louisville.
Mit etwas Abstand betrachtet ist zwar nicht alles im Vorfeld optimal verlaufen und die Balance zwischen Beruf und Sport war nicht immer einfach, aber es ist mir doch gelungen, mich einigermaßen kontinuierlich in Richtung des angestrebten Ziels zu entwickeln. Folgerichtig konnte ich dann, auch mit dem nötigen Quäntchen Glück, am entscheidenden Tag in Louisville das beste Rennen seit langem abrufen.

Sonnenaufgang am Waterrock Knob

Neben ein paar schönen Urlaubstagen im Anschluss habe ich mir seitdem eine sportlich etwas ruhigere Zeit gegönnt. Zwischenzeitlich habe ich noch mit dem Gedanken gespielt, das Jahr mit einem Silvesterlauf ausklingen zu lassen, habe mich aber nun anders entschieden und werde den Tag lieber auf der Skipiste genießen, da Louisville sicher ein würdiger Wettkampfabschluss für 2017 war und das einzig wirklich wichtige Rennen 2018 noch weit weg ist.

Damit folgt nun also der Blick in die Glaskugel und auf das kommende (Sport-)Jahr 2018. Dank der bereits frühen Kona-Quali in Louisville zeigt sich zumindest im Hinblick auf die Saisonplanung schon ein ziemlich klares Bild.
Mein oberstes Ziel ist es jedenfalls, so gut vorbereitet in das Rennen am 13. Oktober auf Big Island zu gehen, dass ich nicht „nur“ dabei bin, sondern den Wettkampf trotz der üblicherweise harten Bedingungen auch genießen und eventuell sogar ein gutes Ergebnis mit nach hause nehmen kann. Dass das grundsätzlich möglich ist und ich (bei entsprechender Vorbereitung) mit den Bedingungen umgehen kann, weiß ich aus meinen Starts 2009 und 2010. Was mir beruflich an Zeit für das Training bleibt, kann ich zwar nur bedingt beeinflussen, die Trainings- und Wettkampfplanung allerdings liegt in meiner Hand und die werde ich vor allem an Kona ausrichten.
Konkret heißt das, dass ich zwar bereits im Januar als Trainingsauftakt mal wieder mit dem AusdauerNetzwerk auf Tour sein werde, mir aber trotzdem mit dem Aufbau Zeit lassen werde und voraussichtlich auch die ersten Rennen auf Sparflamme angehen werde. Nach einigen regionalen Läufen, die ich kurzfristig ins Training integrieren werde, wird voraussichtlich der MZTriathlon Mitte Mai mein Einstieg in die Triathlonsaison sein. Anschließend plane ich, auch als Vorbereitung auf die Langdistanz im Oktober, bei der Mitteldistanz DM in Ingolstadt und der Mitteldistanz BaWü in Malterdingen zu starten. Zwar wären hier gute Ergebnisse natürlich auch schön, vor allem die DM dürfte Anfang Juni allerdings noch etwas zu früh kommen. In Malterdingen Mitte August sollte der Motor aber hoffentlich schon langsam in Schwung sein und optimal wäre, wenn ich dann Ende August oder Anfang September nochmal ähnlich wie 2017 ein paar intensive Trainingstage draufpacken könnte 🙂
Zwischen den beiden Mitteldistanzen ist die Glaskugel noch etwas trübe, aber wahrscheinlich werden sich noch Starts in Erbach und Ladenburg, jeweils über die olympische Distanz, sowie bei meinem Heimrennen im Ermstal herauskristallisieren. Auch wenn es nicht optimal in die Hawaii-Vorbereitung passt, reizt mich da auch die volle Marathondistanz. Welche Strecke ich mir dann dort tatsächlich vornehme, steht aktuell aber noch genau so in den Sternen, wie ein weiterer Swim & Run – Start in Reutlingen. Im Hinblick auf mögliche weitere Rennen lässt sich bislang kaum noch was erkennen und ich werde einfach mal abwarten, was die Zukunft bringt und dann kurzfristig entscheiden ob es passt, passend gemacht wird oder eben ohne mich stattfindet 😉
Wichtig bleibt jedenfalls nach wie vor vor allem der Spaß am Training und den Rennen!

In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten und vor allem gesunden Start ins Jahr 2018, freue mich auf ein weiteres interessantes Jahr und bin ab jetzt auf dem Weg nach Kona 😉

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Gettin lucky in Kentucky: Renn- und Reisebericht Ironman Louisville (15.10.2017)

Passendes Motto für das Ziel dieses Rennens an einer Fassade in Zielnähe.

Am 11. Oktober ging es früh morgens endlich los über den großen Teich in Richtung meines seit langem geplanten Saisonhöhepunkts.
Nachdem ich wohlbehalten, mit komplettem und unversehrtem Gepäck in Washington D.C. gelandet war, konnte ich nach zum Glück unkomplizierter Einreise und dank 6 Stunden Zeitverschiebung bereits am frühen Nachmittag die restliche Strecke gen Louisville per Auto in Angriff nehmen.
Nach einer Übernachtung zwischendurch traf ich dann am 12. mittags in Louisville, Kentucky ein und konnte dort gleich die Startunterlagen in Empfang nehmen und mir einen ersten Eindruck von Teilen des Wettkampfgeländes verschaffen. Anschließend ging es weiter zu unserer Unterkunft, wo ich meine Mitstreiter Mathias und Justin traf.

 

v.r.: Mathias, Justin, ich

Am Freitag stand dann die Besichtigung der Radstrecke auf dem Programm, die keine großen Überraschungen barg.
Samstagmorgens nutzten wir die Möglichkeit einen Teil der Schwimmstrecke im Ohio mal vorab zu testen. Das hat sich durchaus gelohnt, denn die kurze Schwimmeinheit lockerte nicht nur am Tag vor dem Rennen nochmal die Muskeln, sondern brachte auch gleich drei positive Erkenntnisse:
1. Das Wasser war überraschend warm und mit ca. 22 Grad nahezu perfekt temperiert für ein Schwimmen mit Neo.
2. Die Strömung war, obwohl kaum sichtbar und flussaufwärts auch nicht extrem negativ auffallend, auf dem Rückweg doch an einer deutlich kürzeren Zeit ablesbar. Dies versprach bei der Streckenführung mit getrenntem Start und Ziel bei einem relativ kurzen Stück flussaufwärts am Beginn und dann einer längeren Geraden flussab zum Ausstieg flotte Zeiten.
3. Die Wasserqualität war offensichtlich trotz der bräunlichen Färbung (Sediment) ziemlich gut und ich würde jederzeit wieder in den Ohio steigen, was ich beispielsweise vom Hudson in New York 2012 definitiv nicht behaupten würde 🙂
 
Nachmittags war dann bereits Check-In angesagt, wir trafen die letzten Vorbereitungen für den Wettkampftag am Sonntag und holten uns abends bei der Live-Übertragung aus Kona noch ein paar Inspirationen fürs Rennen 😉

Der Sonntag begrüßte uns mit angenehmen Temperaturen aber frischem Wind und wegen der freien Platzwahl beim Rolling Start waren wir bereits frühzeitig vor Ort. So konnten wir uns nach kurzer Prüfung der Räder, dem obligatorischen Bodymarking und dem anschließenden Fußmarsch zum rund 1,5 km flussaufwärts gelegenen Startbereich noch eine gute Ausgangsposition für einen frühen Start mit den schnelleren Schwimmern sichern. Außerdem blieb genug Zeit für eine kurze Unterhaltung mit Maurice Clavel, meinem früheren AST-Vereinskollegen, und Fabian Rahn, die als Profis auf eine gute Gesamtplatzierung hofften, aber beide im Lauf des Tages leider mit diversen Problemen schließlich aussteigen mussten.
Da die Wassertemperatur knapp über 22 Grad lag, hieß es für die Profis, deren Start wegen des noch fehlenden Tageslichts um ein paar Minuten verschoben werden musste, ohne Neo in die Fluten des Ohio zu springen. Wenig später durften dann auch wir Altersklassenathleten, allerdings mit Neo, uns in Zweierreihen auf den Weg hinab zum Anlegesteg machen und dort nach dem Überqueren der Zeitnahme für die Abnahme der für die Endplatzierung ausschlaggebenden Nettozeit vom Steg springen.
Nachteil bei dieser Startvariante ist, dass im Rennverlauf nicht wirklich klar ist, wer in der jeweiligen AK eigentlich tatsächlich vorne liegt. Da je nach Startzeit nicht unbedingt die Reihenfolge des Zieldurchlaufs auch die der Abrechnung nach Gesamtzeit ist, weil der Versatz in der Startzeit theoretisch schnell mal eine halbe Stunde betragen kann, heißt es eigentlich bis zum Ende voll durchziehen.
Von Vorteil sind allerdings gleich zwei Punkte:
1. Das Schwimmen bietet ausreichend Platz für alle und durch die Entzerrung ist eine wüste Prügelei, wie sie bei manchem Massenstart doch vorkommt, problemlos zu vermeiden.
2. Bis etwa 2.000 Athleten in Zweierreihe vom Steg gesprungen sind zieht sich das Feld schon mal deutlich auseinander und da sich die langsameren Schwimmer zumindest theoretisch in der Startaufstellung auch nach hinten sortieren sollten, sind für den folgenden Radpart schon mal Abstände geschaffen, die ein Fahren ohne Windschatten zumindest ermöglichen sollten.

Während es für mich anfangs flussaufwärts vom Gefühl her eigentlich ganz ordentlich lief, spürte ich auf dem ersten Stück nach der Wende in Richtung Ausstieg nichts von der erhofften Strömung. Im durch den Wind etwas kabbeligen Wasser schien es sogar flussabwärts eher schleppend vorwärts zu gehen. Das änderte sich aber zumindest gefühlt nach dem Unterqueren der Brücken und das letzte Stück zum Schwimmziel lief ziemlich zügig. Mit meiner Schwimmzeit von 54:43 Minuten war ich jedenfalls voll im Soll, fühlte mich gut und traf am Ausgang der Wechselzone Mathias, der noch ein paar Sekunden schneller geschwommen war.

Der drückte dann auch gleich ordentlich in die Pedale und mit kräftigem Rückenwind ging es mit fast 50 Sachen auf die ersten flachen Kilometer. Nachdem wir so an einigen Radfahrern vorbeigezogen waren, bildete sich nach und nach eine Gruppe von rund  6 Mann, die in legalen Abständen mit wechselnder Führung zusammenarbeitend im immer stärkeren Wind den eher welligen Streckenteil in Angriff nahm.
Während Mathias zunächst vom frühen Verlust seiner Gelflasche beim Durchfahren eines Schlaglochs unbeeindruckt war, verlor er kurzzeitig nach einem Stopp wegen einer abgesprungenen Kette den Anschluss. Wenig später konnte er allerdings die Lücke nicht nur schließen, sondern zog durch und setzte sich nach vorne ab.
Damit begann die Gruppe zu zerfallen, auch ich konnte nicht mehr folgen und auf dem abschließenden rund 40 km langen Rückweg im Gegenwind wurde es nicht nur mental ziemlich hart, sondern auch relativ einsam und ein ständiger Kampf gegen das langsame aber anscheinend unausweichliche Abfallen der Wattwerte.
Nach einiger Zeit musste ich schließlich auch noch einen der frühesten Begleiter, US-Starter Greg Grosicki, ziehen lassen und kurz vor Ende der Radstrecke überholte mich mit Aaron Springhetti sein Landsmann, der zu einem früheren Zeitpunkt den Kontakt zur Gruppe verloren hatte. Immerhin konnte ich ihn auf den letzten Kilometern in Sichtweite behalten.
Zwar sollte die Uhr am Ende mit 4:48:26 Stunden für die 180 km, die laut meiner Uhr nicht ganz die angekündigten knapp 1.700 HM aufwies, wiederum eine Zeit stehen, die sogar knapp unter meiner Prognose lag, aber im Nachhinein war das Radfahren sicher nicht optimal. Dies gilt insbesondere, wenn ich mir die Entwicklung im Verlauf und die doch deutlich schwächeren letzten 50 km anschaue, was aber möglicherweise daran liegt, dass sich die längeren Radeinheiten im Training doch sehr in Grenzen gehalten haben. Andererseits war es womöglich für den weiteren Rennverlauf die bessere Wahl, sich hier auch nicht bis zum letzten Watt zu quälen, denn ich war mir relativ sicher, noch einen guten Marathon in die Waagschale werfen zu können, wenn ich auf dem Rad nicht total überziehe.

Da wir bereits auf dem Rad ein paar der vor uns gestarteten Profis überholt hatten und die Wechselzone einen ziemlich leeren Eindruck machte, war klar, dass mit einer soliden Marathonleistung auch ein gutes Endergebnis stehen würde. Die bisherige Gesamtzeit von doch deutlich unter 6 Stunden einschließlich beider Wechsel ließ außerdem auf eine super Zeit mit entsprechend hoher Wahrscheinlichkeit einer Kona-Quali hoffen.

Entsprechend hoch motiviert, froh endlich vom Rad runter zu sein und mit überraschend flüssigen Schritten ging es dann gemeinsam mit Aaron auf die Laufstrecke, wo ich mich mit einem Kilometerschnitt von knapp über 4 Minuten zügig von ihm lösen konnte 🙂
Während es auf dem Rad mit ein paar Regentropfen und kurzen sonnig-warmen Abschnitten ziemlich wechselhaft war, sorgte eine dichte Wolkendecke beim Laufen anfangs für halbwegs konstant angenehme Temperaturen. Der noch weiter zulegende böige Wind, der schließlich Absperrungen über die Straße blies und Verpflegungszelte wegriss machte das Laufen allerdings zeitweise hart und wurde gegen Ende unangenehm kalt 😦
Anfangs hatte ich damit allerdings wenig Probleme, konnte schon nach ein paar Kilometern auch Greg wieder überholen und dank der Wendepunktstrecke feststellen, dass vor mir tatsächlich fast nur noch Profis in zum Teil überschaubaren Abständen unterwegs waren und ich bis zur ersten Wende nach rund 11 km Mathias wieder etwas nähergekommen war. Ein zweites Wendepunktstück wenig später zeigte mir dann, dass ich innerhalb weniger Kilometer nochmals rund 2 Minuten auf Mathias gut gemacht hatte. Wenig später konnte ich ihn dann mit deutlichem Geschwindigkeitsunterschied überholen. Normalerweise ist auch er ein starker Läufer, möglicherweise machte sich hier aber spät im Rennen der frühe Verlust seiner eigenen Gelflasche bemerkbar und für ihn begann bereits hier ein langer Kampf darum, die gute Platzierung und einen möglichen Kona-Slot noch irgendwie ins Ziel zu retten.
Ich konnte zwar noch einige Kilometer meine Splits einigermaßen konstant halten, doch die zunehmende Wettkampfdauer forderte nach und nach ihren Tribut. Dazu kam die mentale Seite, dass ich mittlerweile nur noch ein paar Profis irgendwo vor mir hatte und wusste, dass ich nicht nur meine AK anführte, sondern auch die gesamte Amateurwertung. Hinter mir war wenig Konkurrenz zu sehen und statt dass mir das nochmals einen Motivationsschub gegeben hätte, flüsterte die Stimme im Kopf immer wieder, dass es auch mit etwas weniger Tempo zu einer guten Marathonzeit und immer noch locker unter 9 Stunden Gesamtzeit reichen würde.
Damit wurden die kleinen Wellen und der Wind vor allem ab etwa Kilometer 25 gefühlt irgendwie immer härter, die Schritte kürzer und das Tempo an den Verpflegungsstellen immer weniger. An der Wende nach rund 32 km war dann Aaron plötzlich doch wieder relativ nahe gerückt und nun begannen die Überlegungen, wann er wohl gestartet war und wie sich der Abstand bei ähnlich weiter abfallender Geschwindigkeit wie auf den letzten Kilometern wohl bis ins Ziel verändern würde.
Irgendwie gelang es mir dann doch den Tempoverfall einigermaßen zu begrenzen und mit Cola-Unterstützung auch den Rückweg Richtung Innenstadt und Ziellinie noch ohne größere Probleme und einigermaßen solide zu bewältigen. Trotz der etwas zähen zweiten Marathonhälfte konnte ich mit 3:04 h auch hier noch eine sehr gute Zeit im unteren Bereich meiner Prognose hinlegen und dann die tolle Stimmung im Zielbereich an der 4th Street genießen.

Als kurz danach Aaron das Ziel erreichte war dann auch klar, dass ich mit meiner Gesamtzeit von 8:54:32 h tatsächlich nicht nur eine super Zeit abgeliefert hatte, sondern damit rund eine Minute vor Aaron die AK 30-34 gewonnen hatte und sozusagen als Zugabe gleich noch schnellster Amateur war, einige Profis geschlagen habe und bei über 2.000 Startern den sensationellen Gesamtrang 15 holen konnte 🙂

Podium AK 30-34

Zwar ist sicher nicht alles optimal gelaufen, schließlich habe ich die als Optimum vorgegebenen 8:45 h trotz weniger Höhenmetern auf dem Rad als gedacht verpasst, aber insgesamt habe ich wohl doch einen sehr guten Tag erwischt und bin rundum glücklich mit meinem Rennen 😉
Trotz dem gegenüber früher reduzierten Training ist mir immerhin meine viertschnellste Gesamtzeit nach Roth 2014 und 2015 sowie New York 2012 gelungen und ich habe nun bei meinen 21 Langdistanzfinishs (von 23 Starts) das 7. Rennen sub 9 h ins Ziel gebracht 🙂

Mathias kämpfte sich erfolgreich durch und gewann trotz seiner Leiden beim Marathon in 9:07:51 h die AK 35-39 und sicherte sich ebenfalls souverän das Kona-Ticket.
Justin verpasste die Quali nach diversen Problemen im Rennen, kämpfte sich aber tapfer in 10:13:33 h als 25. der AK 40-44 ins Ziel.
Alle Ergebnisse gibt es hier auf der Ironman-Seite.
Hier geht es zum Bericht in der Südwest Presse.

Aus organisatorischer Sicht nicht so gelungen war, insbesondere bei dem Wetter, dass es nach dem Rennen zwar immerhin in kurzer Entfernung die Beutel mit den trockenen Kleidern und Verpflegung gab, jedoch keine Duschen, kein Umkleidezelt und praktisch keine Sitzgelegenheiten zum Essen. Bei dem Startgeld eigentlich eine Unverschämtheit 😦

Apropos Startgeld und Unverschämtheit: wie üblich hieß es bei der Slotvergabe nach der am Montag zügig abgewickelten Siegerehrung wieder gleich mal die Kreditkarte als Voraussetzung für die Annahme des Kona-Slots zu zücken. Zwar war der aktuelle Dollarkurs durchaus hilfreich und rationale Überlegungen treten da sowieso in den Hintergrund, aber auf mittlerweile bereits 950 $ Gebühr, sozusagen für das Recht sich einen Tag lang im Paradies selbst quälen zu dürfen, auch noch 8 % Bearbeitungsaufschlag zu erheben ist schon ziemlich sportlich.
Wer also noch nie einen 1.000 $-Chip fürs Kasino gesehen hat, hier gibt’s ein Bild:

Gettin lucky in Kentucky: monetärer Wert: gut 1.000 $, ideeller Wert: unschätzbar 😉

Damit war nun schon mal der absolute Saisonhöhepunkt für 2018 definiert 🙂
Bevor die konkreten Planungen und die Vorbereitung für meinen dritten Start bei der Ironman WM in Kailua-Kona, Hawaii nach 2009 und 2010 beginnen, waren aber erst mal noch ein paar Tage Urlaub angesagt.

Die Reise führte mich bereits am Montag direkt nach der Siegerehrung, die sich mit der Slotvergabe dann aber doch so lang zog, dass ich mir ein Parkticket für die abgelaufene Parkuhr einhandelte, weiter zum Mammoth Cave National Park.
Der dortige Höhlenbesuch war angesichts von mehreren hundert Stufen vielleicht sowieso am Tag nach dem Rennen ein suboptimaler Programmpunkt, insgesamt jedoch eher enttäuschend und die am Donnerstag besuchten Luray Caverns der deutlich lohnendere Abstecher auf meinem Weg durch die Great Smoky Mountains über den Blue Ridge Parkway und den Skyline Drive wieder Richtung Washington D.C.. Zwar fegte der Sturm vom Wochenende, den wir auch in Louisville zu spüren bekamen, die bereits bunten höheren Lagen der Wälder fast kahl während tiefere Teile noch weitgehend grün waren, dennoch boten sich einige schöne und beeindruckende Ausblicke.
Am Freitag dann erkundete ich die Hauptstadt der USA zu Fuß mit einem fast 30 km langen Rundmarsch bis in die Dunkelheit hinein bevor ich am Samstagmorgen noch zwei kurze Abstecher zu den Great Falls des Potomac und auf das Bürgerkriegsschlachtfeld von Manassas machte ehe am Abend der Flieger Richtung Heimat abhob.
Zum Abschluss meines nun doch sehr lang gewordenen Berichts hier noch ein paar Fotos meiner Reise im Anschluss ans Rennen:

Cumberland Falls am Morgen

Sonnenaufgang am Waterrock Knob

Herbststimmung nahe Linville Falls

Herbststimmung II: Indian Summer wie aus dem Bilderbuch

Luray Caverns

Luray Caverns II

Blick vom Nationalfriedhof Arlington Richtung National Mall

Kapitol in der Abendsonne

Great Falls of the Potomac im sich lichtenden Morgennebel

Anscheinend eindeutig ein Nachfahre von Scrat 😉

Kanonen auf historischem Boden: Manassas Battlefield

 

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Vorschau Ironman Louisville, Kentucky (15.10.2017)

Noch vor wenigen Wochen schien mein Saisonhighlight, der Ironman Louisville, Kentucky, in mehrfacher Hinsicht noch in weiter Ferne zu liegen. Zwischenzeitlich allerdings hat daheim eindeutig der Herbst Einzug gehalten und daher bin ich froh, dass die Vorbereitungsphase nun weitgehend abgeschlossen ist und die Vorfreude und die Spannung langsam aber sicher ansteigen. Wirklich lange habe ich es seit meinem letzten Langdistanzrennen in Roth 2015 also nicht ausgehalten und nun steht in weniger als zwei Wochen sozusagen ein kleines „Comeback“ an 😉
Andererseits sind gut zwei Jahre seit dem letzten richtig langen Wettkampf eine gefühlte Ewigkeit. Die Selbstverständlichkeit, mit der ich teilweise fast im 5-Wochen-Rhythmus die Ironman-Rennen solide und mit halbwegs sicher vorhersagbarem Resultat „abgespult“ habe, ist mittlerweile weg. So stellte sich in der Vorbereitung doch immer mal wieder die Frage, wie das wohl angesichts des Vollzeitjobs und entsprechend reduzierten Trainings wohl laufen würde.

Immerhin haben aber der Trainingsaufbau im Jahresverlauf und vor allem auch das Rennen in Immenstadt sowie das anschließende Kurztrainingslager in Südtirol wie in meinem letzten Bericht mit Stand Mitte September beschrieben zwischenzeitlich wieder einige Zweifel beseitigt. Seit dem konnte ich zwar erwartungsgemäß unter der Woche nur eingeschränkt an meiner Form arbeiten, konnte aber die Wochenenden nahezu optimal nutzen und tatsächlich nochmal ein paar weitere qualitativ hochwertige Einheiten absolvieren 🙂
Dies waren z. B. ein 36 km Lauf mit leichter Endbeschleunigung, ein 26 km Lauf mit einer zweiten Hälfte knapp über einem 4 min/km Schnitt, eine 88 km Radeinheit mit 68 km ungefähr im angestrebten Wettkampftempo und eine Koppeleinheit mit 92 Radkilometern, davon 54 km im Wettkampftempo mit anschließendem 5 km Koppellauf im 4 min/km Schnitt. Insgesamt waren das zwar ein paar ziemlich harte Tage, aber genau die haben mir gezeigt, dass die Formkurve tatsächlich zu passen scheint und lassen mich zuversichtlich in Richtung des 15. Oktober blicken.

Zwar kann am Wettkampftag immer noch viel passieren und es wird viel von der Tagesform abhängen, aber aktuell rechne ich mir doch bei einem „normalen“ Rennverlauf eine halbwegs realistische Chance auf die Hawaii-Quali für 2018 aus.
Die Strecke in Louisville kenne ich bisher nicht in natura, anhand der Streckendaten und Vorjahresergebnisse sieht meine Prognose aber aus wie folgt:
Das 3,8 km Schwimmen im Ohio River dürfte eine kühle Angelegenheit mit Neo sein. Für mich neu und in seiner Auswirkung auf den weiteren Tagesverlauf nicht wirklich einschätzbar ist der „Rolling Start“. Unabhängig hiervon kalkuliere ich aber damit, 55-65 Minuten nach meinem Start wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und dann flott auf das Rad zu wechseln.
Die Radstrecke besteht aus einer großen Schleife und scheint US-typisch nur eine begrenzte Anzahl Kurven zu haben. Der Bremseneinsatz sollte sich also trotz rund 1.660 Höhenmetern und laut Profil ständigem Auf und Ab in Grenzen halten. Damit ist die Strecke zwar nicht wirklich flach, hat aber meiner Einschätzung nach auch nicht so viele Höhenmeter, dass sich dies extrem negativ auf die Geschwindigkeit auswirken würde. Ich sehe mich da nach aktuellem Gefühl irgendwo grob zwischen 4:50 und 5:10 h und wäre somit nach ca. 5:45 bis 6:15 h auf dem Weg auf die Laufstrecke.
Dort waren die Zeiten in der Vergangenheit angesichts der für mich eher harmlos klingenden rund 85 Höhenmeter eher langsam, ich hoffe aber trotzdem einen Marathon in der Spanne zwischen 3:00 und 3:15 h abrufen zu können.
Summa summarum würde sich also eine Endzeit von 8:45 bis 9:30 h ergeben 🙂

Die erste Zahl hört sich natürlich gigantisch an und wenn mir die Zeit jemand anbieten würde, würde ich sofort unterschreiben 😉
Allerdings bin ich realistisch genug zu wissen, dass es äußerst selten ist, dass bei einer Langdistanz in allen Teildisziplinen und über den ganzen Tag hinweg alles optimal läuft. Ich könnte deshalb auch am anderen Ende der Spanne wahrscheinlich sehr zufrieden sein oder muss mich vielleicht sogar irgendwann am Renntag damit anfreunden „nur“ zu finishen.
Sollte ich aber tatsächlich im Rahmen meiner Prognose im Ziel sein, könnte das durchaus für einen der voraussichtlich zwei bis drei Qualiplätze für Kona 2018 in der AK 30-34 reichen.

Mit Mathias ist, allerdings zum Glück in einer anderen Altersklasse, ein weiteres Mitglied des tri2b.com-AIN-Triathlonteams in Louisville am Start und ebenso wie Justin, ein weiterer Teil unserer Truppe aus St. George im Frühjahr, auf der Jagd nach der Quali.
Da mein Vereinskollege Holger Therre vom TSV Dettingen/Erms, das mit der Quali vor ein paar Tagen in Barcelona schon erfolgreich erledigt hat, könnte das im Optimalfall bedeuten, dass ich nicht nur Ort und Datum meines nächsten großen Urlaubs schon frühzeitig festlegen könnte, sondern auch ein paar gute Bekannte als Reisebegleiter nach Big Island hätte 🙂
Allerdings sollte man das Fell des Bären nicht verteilen bevor er erlegt ist und deshalb heißt es jetzt nicht zu weit in die Zukunft zu blicken, sondern konzentriert und mit Vorfreude das kommende Rennen anzugehen sowie die anschließenden Urlaubstage zu genießen. Mit ein bisschen Glück winken mir da nämlich ein paar Tage Indian Summer entlang des Blue Ridge Parkway 🙂

Wer übrigens das Rennen, in dem ich mit der Startnummer 1.600 antreten werde, verfolgen will, der findet auf der Ironman Coverage Seite sicherlich unter Beachtung der Zeitverschiebung am 15. Oktober ab mittags entsprechende Infos. Interessant könnte da auch der zweite Langdistanzauftritt meines früheren AST-Vereinskollegen Maurice Clavel werden, der von Statistik Guru Thorsten in seiner Prognose auf Trirating nach seinem super Einstand in Roth mit guten Chancen auf den Sieg in Louisville geführt wird. Neben Maurice sind außerdem noch einige weitere alte Bekannte im Profifeld dabei. Mal sehen, ob ich den ein oder anderen vielleicht etwas ärgern kann 😉

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Volles Programm Mitte September: 2 Rennen und eine Trainingswoche (10.-20.09.2017)

Im Anschluss an die Mitteldistanz DM in Immenstadt konnte ich nochmal zwei sehr gute Trainingswochen verbuchen, ehe nach einer ruhigen Woche dann endgültig die heiße Phase meiner Langdistanz-Vorbereitung im Hinblick den Ironman Louisville, Kentucky begann. Los ging es mit einem Start beim Höhenfreibad Triathlon in Bad Urach. Bei dieser Veranstaltung im kleinen Kreis mit einigen (ehemaligen) Vereinskollegen, Freunden und Bekannten ging es über die kurze aber anspruchsvolle Strecke mit ca. 0,5 km Schwimmen/13 km Rad/4 km Lauf vor allem um die Ehre, die natürlich bei so einem Starterfeld besonders hart umkämpft ist 😉
Allerdings wollte ich auf der teilweise feuchten Radstrecke auch nicht zu viel riskieren, da für mich dann doch noch ein deutlich wichtigeres Rennen folgen soll. So war ich zwar von meiner Zeit aus dem Vorjahr ein gutes Stück entfernt, konnte meinen Titel aber letztlich ungefährdet verteidigen 🙂

Am 12. September folgte dann die Fahrt nach Südtirol, wo ich unter der Sonne Italiens vor allem nochmal an der Radform arbeiten wollte. Leider war auch dort das Wetter nicht immer optimal und neben den allgemein eher kühlen Temperaturen führten vor allem einige kräftige Regenschauer in der zweiten Wochenhälfte dazu, dass ich mein geplantes Programm nicht zu 100% umsetzen konnte.
Dennoch sind mir insgesamt einige ziemlich gute Trainingstage in beeindruckender Umgebung gelungen wie die folgende Zusammenstellung zeigt:

Dienstag, 12. September: Anreise mit dem Auto an den Wolfsgrubener See und anschließend noch eine erste Laufrunde mit tollen Aussichtspunkten, ca. 14 km und 320 Höhenmetern.

Mittwoch, 13. September: Der See sah zwar einladend aus, war aber mit nur rund 16 Grad trotz Neopren nicht gerade angenehm temperiert. Immerhin aber hat es zu einer Schwimmeinheit mit 1,4 km gereicht. Anschließend ging es dann zum ersten Mal aufs Rad. Nach der steilen Abfahrt über Signat ging es über Nals den Gampenpass hinauf, anschließend weiter über den Mendelpass, quer durchs Tal und dann hinauf nach Kohlern. Hier ging es mit rund 10 km Anstieg mit durchschnittlich ca. 10% gleich mal am ersten Radtag richtig zur Sache. Nach der folgenden Abfahrt erwartete mich dann „nur“ noch der Rückweg hinauf zum Wolfsgrubener See. Da der allerdings auf fast 1.200 m ü. NN liegt, waren also nochmal rund 900 Höhenmeter zu überwinden. Spätestens am Ende dieses Tages wusste ich, was ich mir mit der Auswahl meines Standorts vorsätzlich eingebrockt hatte 😉
Insgesamt standen am Ende knapp 133 km mit 3.770 HM auf der Uhr.
 

Donnerstag, 14. September: Für den zweiten Tag hatte ich mir in Form des Dolomiten-Klassikers Sella-Ronda gleich noch ein Highlight ausgesucht. Allerdings waren für mich neben dem Grödner Joch, dem Campolongo, Pordoi Joch und Sella Joch auch noch einige Kilometer Anfahrt das Grödner Tal hinauf und am Ende des (langen) Tages wieder der Rückweg aufs Rittener Hochplateau zu bewältigen. Diesmal wählte ich zwar eine alternative Route, an der Höhenlage meines Ziels änderte sich damit aber natürlich nichts. So kamen bei teilweise unangenehm starkem kaltem Wind auf dem Pordoi und einigen Regentropfen am Sella Joch insgesamt gut 143 km mit rund 4.230 Höhenmetern zusammen.
 

Freitag, 15. September: Geplant hatte ich eine etwas kürzere und weniger anspruchsvolle Radetappe um die beiden heftigen ersten Tage zu verdauen. Um so größer war dann der Schock, als ich unterwegs zwischen dem Telfser Joch und dem Nigerpass plötzlich ein Schild mit 28% Steigung vor mir hatte. Da half dann nur noch Rettungsring auflegen, auf eine nur kurze Rampe hoffen und treten, treten, treten. Nach einem weiteren steilen Abschnitt bei St. Cyprian flachte der Nigerpass nach oben hin dann aber deutlich ab und zur Belohnung gab es wenig später auf der Abfahrt den Blick auf den unglaublich farbintensiven Karersee. Es folgten ein paar weitere Höhenmeter Richtung Obergummer und dann mein bereits vom Mittwoch bekannter Schlussanstieg, so dass auch am Abend meines „Erholungstags“ fast 119 km mit ca. 3.400 Höhenmetern im Trainingstagebuch standen 🙂
 

Samstag, 16. September: Der Morgen begrüßte mich mit strömendem Regen und als gegen Mittag endlich Besserung eintrat, entschied ich angesichts der aus den letzten Tagen schon ziemlich harten Belastung, das Rad dennoch nicht mehr aus dem Heizungskeller des Hotels zu holen, sondern nur noch eine Laufrunde zu drehen. Dies verband ich dann gleich noch mit einem kleinen touristischen Ausflug zu den Erdpyramiden bei Lengmoos, der mir insgesamt knapp 15 Laufkilometer mit erneut rund 320 Höhenmetern einbrachte.
 

Sonntag, 17. September: Morgens präsentierte sich das Wetter erneut ähnlich schlecht wie am Vortag. Zu einer Schwimmeinheit im mittlerweile noch frostigeren See konnte ich mich nach dem ersten Versuch vom Mittwoch nicht erneut motivieren, wollte aber bei sich besserndem Wetter und abtrocknenden Straßen wenigstens am Nachmittag nochmal aufs Rad. Die ursprünglich geplante Tour war nicht mehr zu schaffen, ich hatte mir aber zum Ziel gesetzt, das Hochplateau auch wenigstens einmal zur anderen Seite hin zu verlassen und auch den Aufstieg aus dieser Richtung zu testen. Um dabei am Schlusstag vor der Heimfahrt doch noch ein paar mehr Kilometer zusammen zu bekommen, beschloss ich kurzerhand eine Wendepunktstrecke mit Umkehrpunkt auf dem Penser Joch zu fahren. Da ich wegen des Wetters allerdings erst um ca. 14 Uhr aufs Rad stieg, war von Anfang an klar, dass ich das zügig angehen sollte 🙂
Trotz einigen Regentropfen im Sarntal ging es deshalb mit ordentlich Druck auf dem Pedal das Tal hinauf und dann bei kaltem Wind und Sonnenschein hinauf aufs Penser Joch. Wie einige andere Pässe der letzten Tage kannte ich auch das schon von früheren Touren mit dem AusdauerNetzwerk, war bisher allerdings nur von der anderen Seite her gekommen. Den Anstieg vom Sarntal aus fand ich jedenfalls deutlich angenehmer und erreichte die Passhöhe als meinen Wendepunkt nach rund 55 km und knapp 2:40 h. Nach einem kurzen Fotostopp oben ging es dann den gleichen Weg zurück. Leider verschwand schon nach kurzer Zeit die Sonne hinter den Wolken und auf der langen Abfahrt wurde es ziemlich kühl. Immerhin setzte der nächste Regen erst wieder im weniger steil abfallenden Teil des Sarntals ein und auf dem folgenden, unvermeidlich ansteigenden Rückweg zum Hotel wurde mir schnell wieder warm. Dort kam ich dann nach 110 km und 2.780 Höhenmetern pünktlich zum Abendessen an.
 

Montag, 18. September: Heimreise nach einigen insgesamt doch sehr gelungenen Trainingstagen in Südtirol und abends noch eine 3 km Schwimmeinheit zum Einstieg in die Hallenbadsaison.

Nach der harten aber im Hinblick auf Louisville sicherlich sehr wertvollen Trainingswoche blieb allerdings nur wenig Zeit zur Regeneration, denn am 19. ging es für mich bereits wieder im Büro rund und abends am 20. hatte ich meinen Start im Firmenteam meines Arbeitgebers, der Ed. Züblin AG, beim Flugfeld Firmenlauf in Böblingen zugesagt. Offensichtlich hat das allerdings gut geklappt und die aktuelle Form stimmt, denn auf der mit rund 4,8 km angegebenen Strecke konnte ich in 15:15 Minuten meine Vorjahreszeit um fast eine Minute unterbieten 🙂
Dass ich auf der langen Zielgeraden am Ende neben dem bereits kurz vorher davongezogenen Spitzentrio noch zwei weitere Läufer passieren lassen musste und damit insgesamt Rang 6 mit 20 Sekunden Rückstand auf Sieger Paul Specht belegte, war angesichts der Zeit dann Nebensache.

Die Richtung scheint jedenfalls zu stimmen und nun hoffe ich mit ein paar weiteren qualitativen Einheiten in den kommenden zwei Wochen mir noch den letzten Feinschliff zu holen, bevor dann am 11. Oktober der Flieger über den großen Teich abhebt. Am wichtigsten ist jetzt allerdings, insbesondere falls das Wetter nicht mitspielen sollte, gesund zu bleiben und lieber mal auf eine Einheit zu verzichten, als jetzt noch nervös irgendwas mit der Brechstange richten zu wollen. Dann muss eigentlich „nur“ noch die mentale Einstellung passen, dann kann der Saisonhöhepunkt kommen 🙂

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Tübingen (06.08.2017) und Immenstadt (20.08.2017): Wettkampfdoppel der Gegensätze im August

Der August ist nun bereits beinahe um und wegen meiner beruflichen Verpflichtungen und der parallel laufenden letzten Vorbereitungsphase auf den Ironman Louisville, Kentucky komme ich leider nun erst jetzt dazu einen Rückblick auf meine beiden Rennen in diesem Monat zu werfen. Dies eröffnet aber auch die Chance die beiden für mich sehr unterschiedlichen Wettkämpfe abschnittsweise im direkten Vergleich zu betrachten und aus dieser Perspektive einige Erkenntnisse für die Zukunft zu ziehen.
Wer lieber einen durchgängigen Rennbericht lesen will, der kann sich anhand der Schriftart (normal bzw. kursiv) orientieren.

Vorweg erst mal ein paar Infos rund um die Rennen:
Bei der noch jungen Veranstaltung in Tübingen war ich über die Olympische Distanz (ca. 1,5/40/10 km) am Start und wollte dort mein neues Rad zum ersten Mal unter Wettkampfbedingungen testen.
In Immenstadt folgte mit der DM Mitteldistanz (ca. 1,9/84/20 km), ausgetragen im Rahmen des bereits 35. Allgäu Triathlons, der damit auf eine große Tradition verweisen kann und von den Veranstaltern zu Recht zum KULT-Rennen erklärt wurde, mein nächster Schritt in Richtung Langdistanz im Oktober.

Schwimmen:
Als am Sonntag früh um 8 Uhr der Startschuss zur Olympischen Distanz beim Tübinger Citytriathlon fiel, herrschten zwar nahezu optimale Bedingungen, die braunen Fluten des Neckar waren aber nicht gerade einladend.
Nach den Erfahrungen von meinem letzten Start in Tübingen hatte ich mich am rechten Rand des Feldes postiert und auch diesmal erwies sich der Wasserstand dort als so niedrig, dass ich anfangs Seite an Seite mit meinem ehemaligen AST-Vereinskollegen Malte Gümmer ein ordentliches Stück mit Delphinsprüngen zurücklegen konnte und dadurch eine Zeit lang direkten Kontakt zur Spitze hatte. Im weiteren Verlauf verlor ich dann zwar noch einiges auf die Führenden, konnte mit meiner Schwimmzeit von knapp über 21 Minuten aber zufrieden sein und hatte eine ordentliche Ausgangsposition.

Nachdem die Frauen um Top-Favoritin Daniela Ryf bereits mit einer Viertelstunde Vorsprung auf dem Weg waren, fiel um 8 Uhr auch für den ersten Teil des Männerfelds der Startschuss in Bühl am Großen Alpsee und auch wenn die geschlechterübergreifende Wertung vergangener Jahre nicht mehr durchgeführt wird, stellte sich für viele Zuschauer die Frage, ob Superstar Jan Frodeno diese Lücke würde schließen können.
Für mich persönlich lief das Neo-Schwimmen vom Gefühl her von Anfang an gut und beim stimmungsvollen Landgang im Bühler „Schwimmstadion“ war schon klar, dass ich besser als erwartet im Rennen liege. Beim Ausstieg nach rund 30 Minuten hatte ich dann mit Fabian Sauter neben mir, Teamkollege Mathias Flunger knapp vor mir und meinem früheren AST-Teamkameraden Marcus Büchler ebenfalls nicht weit voraus beste Gesellschaft 🙂
Dass ich in diesem Sommer mal wieder wenigstens eine Schwimmeinheit pro Woche einigermaßen regelmäßig geschafft habe hat sich anscheinend doch positiv bemerkbar gemacht.

Rad:
Nach dem Wechsel auf der Neckarinsel musste das Rad rund 500 m bis zum Aufstieg am Ende der Eberhardsbrücke geschoben werden, ehe es dann über 2 Runden zu je 20 km an Bebenhausen vorbei in den Schönbuch und zurück ging. Vorne drückte Michael Göhner auf der Jagd nach dem schnellsten Schwimmer Nicolas Mehrer aufs Tempo, kam ihm aber nicht entscheidend näher.
Ich versuchte ebenfalls meine Vorderleute zu erreichen, musste aber bald feststellen, dass ich am Feintuning meines neuen Rades noch etwas arbeiten muss und es auf der Radstrecke nicht lief wie erhofft.
Ich konnte zwar einige Konkurrenten überholen, bekam im Gegenzug aber auch Gesellschaft von mehreren schnelleren Radfahrern von hinten.
Letztlich war meine Radzeit mit knapp 1:07 h für etwas mehr als 40 km aber immer noch solide und die Platzierung im Feld nach wie vor ordentlich, obwohl der Luftdruck im wegen Lieferschwierigkeiten noch geliehenen Hinterrad am Ende doch deutlich nachgelassen hatte. Es folgte der lange Weg in die Wechselzone und durch einen nicht optimalen Wechsel ließ ich nochmal einige Sekunden liegen.

Nach dem Rennen in Tübingen hatte ich einiges an Zeit in die weitere Gewöhnung an mein neues Material bzw. dessen Anpassung investiert und dies sollte sich auch prompt auszahlen. Schon erstaunlich, was ein paar kleine Änderungen und ein paar Millimeter mehr oder weniger an der richtigen Stelle bewirken können 😉 Jedenfalls fühlte sich meine Position auf dem Rad dank etwas Schrauberei an Sattel und Auflieger-Spacern plötzlich deutlich besser an. Außerdem hatte ich den geliehenen Laufradsatz nach einem Testlauf mit meinem eigenen alten Satz, der theoretisch eigentlich nicht so richtig passen sollte, aussortiert und damit kein Problem mit dem Luftdruck mehr.

Kalvarienberg

Hoch motiviert und bei besten Bedingungen startete ich also in den anspruchsvollen Radparcours mit insgesamt rund 1.200 Höhenmetern, konnte dort nach und nach vor allem in den Anstiegen einige Positionen gut machen und mich zwischenzeitlich sogar von Marcus und Mathias lösen.
Gegen Ende der zweiten Runde funktionierte dann allerdings die für mich neue elektronische Schaltung nicht mehr ganz wie gewünscht und ich hatte somit eine weitere wertvolle Lektion zu lernen. Immerhin war es nicht mehr weit und obwohl dazu kam, dass sich langsam doch die noch fehlenden längeren Radeinheiten bemerkbar machten, konnte ich den Zeitverlust minimieren und noch knapp hinter Mathias nach rund 2:23 h und mit einer normalized power von 306 Watt sehr zufrieden meine Rennmaschine wieder in der Wechselzone in Bühl abstellen.

Lauf:
Als es dann allerdings auf die Laufstrecke ging, die über 5 Runden mit ständigem auf und ab über das Kopfsteinpflaster der Altstadt führte, konnte ich die gute Laufform der letzten Wochen erneut abrufen und nach und nach einige Konkurrenten einsammeln. Mit gut 35 Minuten und damit einer der schnellsten Laufzeiten im gesamten Feld konnte ich mich bis auf Gesamtrang 5 nach vorne arbeiten. In der AK 30 hieß das dann gleichzeitig Rang 3 in der Gesamtzeit von 2:11:05. Den Gesamtsieg sicherte sich am Ende souverän Nicolas Mehrer in 2:05:29 vor Michael Göhner in 2:07:32.
Ergebnisse Tübingen.

Auf den ersten Laufkilometern entlang des Alpsees, konnte ich Mathias noch einigermaßen folgen, aber bereits auf dem Rückweg in Richtung Bühl wurde der Abstand in dem nur ganz leicht welligen Gelände langsam aber unweigerlich größer. Dennoch konnte ich das Tempo relativ gut halten und mich nochmals in der Platzierung verbessern, während von hinten keine direkte Gefahr drohte. Auch den steilen Kuhsteig nach etwa zwei Dritteln der Laufstrecke konnte ich noch ohne Gehpause bewältigen und näherte mich in kontrolliert flottem Tempo anschließend der Ziellinie in Bühl. Etwas überraschend geriet kurz vor Ende noch ein Athlet ins Blickfeld und mit einer kurzen Tempoverschärfung zum Schluss konnte ich mich noch drei Sekunden vor ihm ins Ziel schieben. Die Laufzeit von rund 1:17 h war aus meiner Sicht jedenfalls noch ein starker Abschluss eines für mich mit der aktuellen Form nahezu perfekten Rennens.
Den Gesamtsieg sicherte sich erwartungsgemäß Jan Frodeno in 3:49:55 h (23:03/2:15:02/1:08:23), der es damit knapp verpasste Daniela Ryf, die in 4:03:35 h mal wieder überragende Frau, einzuholen. Ich selbst kam in insgesamt 4:13:48 h auf Gesamtrang 14 an und konnte nach Abzug der Profis und nicht in der DM gewerteten Athleten mich sogar noch etwas überraschend über die Bronzemedaille der DM in der AK 30 freuen. Krönender Abschluss des Wettkampfs war dann mal wieder die exzellente Zielverpflegung inklusive Kaiserschmarrn 😉
Ergebnisse Immenstadt Classic Distanz.

Fazit:
Trotz mittlerweile mehr als 15 Jahren Triathlonerfahrung habe ich aus beiden Rennen, bei allen Unterschieden hinsichtlich Wettkampfformat, Streckencharakteristik, Vorbereitung und Rennverlauf jeweils wieder ein paar wertvolle Erkenntnisse mitgenommen.
Eines was ich schon bisher so gesehen habe, hat sich allerdings auch nochmal eindrücklich verfestigt: Die Kulisse und die Stimmung in Tübingen sind zwar auch super, hinsichtlich Organisation, Streckenführung und Preis/Leistung gibt es allerdings aus meiner Sicht noch deutliches Verbesserungspotential und ich würde bei Terminüberschneidungen Immenstadt eindeutig jederzeit vorziehen.
Hinsichtlich meiner Formkurve in Richtung Louisville bin ich nach Immenstadt momentan sehr positiv gestimmt und hoffe bei möglichst guten Bedingungen vor allem auf dem Rad noch ein paar wichtige Trainingseinheiten nachlegen zu können. Damit es mit den vollen 180 km im Oktober auch klappt und ich noch möglichst frisch in den Marathon starten kann, habe ich deshalb zwischenzeitlich noch ein paar Urlaubs- bzw. eigentlich Trainingstage Mitte September in Südtirol eingeplant 🙂
Sollte das alles klappen wie erhofft, sehe ich momentan zumindest eine kleine aber durchaus realistische Chance auf einen Kona-Slot für 2018.

Bericht und Interview tri2b.com AIN Triathlonteam mit Mathias und mir nach dem Zieleinlauf in Immenstadt:

Videorechte: tri2b.com

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Podestplatz beim Heimrennen – Nach Startschwierigkeiten starker Lauf durchs Ermstal (09.07.2017)

Der nächtliche Regen hatte für willkommene Abkühlung gesorgt und beim Aufstehen war der Himmel mit dichten Wolken verhangen, so dass noch die Hoffnung auf für den Ermstal-Marathon untypisch angenehme Bedingungen bestand. Doch bereits knapp eine halbe Stunde vor dem Start brach sich die Sonne Bahn durch die Wolkendecke und schon auf meiner traditionellen 2,5 km langen Einlaufstrecke von daheim zum Start auf dem Metzinger Kelternplatz bekam ich einen Vorgeschmack auf die schwül-warme und drückende Luft, die während des Rennens herrschen sollte.
Während der 10 km Lauf um 9 Uhr in Bad Urach startete, ging es ab Metzingen talaufwärts zeitgleich für die Marathon- und Halbmarathonläufer auf die Strecke.

Schon während meinem kurzen Lauf zum Start hatten sich die Beine nicht optimal angefühlt und das zeigte sich dann auch schnell im Rennen. Mit gefühlt bleischweren Oberschenkeln musste ich das Führungstrio mit Top-Favorit Timo Göhler, Simon Friedrich und Michael Leibfarth bereits auf den ersten paar hundert Metern davonziehen lassen und befand mich dann alleine im teilweise doch deutlich spürbaren Gegenwind. Wenig später überholte mich der erste Marathoni und ich versuchte mich in seinem Windschatten zu halten, musste jedoch auch diesen nach rund 2,5 km ziehen lassen 😦

Peter Keinath schließt auf.

Rund 1 km später schloss in Person von Peter Keinath ein weiterer Bekannter und Siegkandidat im Marathon zu mir auf. Diesmal gelang es mir jedoch das Tempo aufzunehmen und in seinem Sog ging es weiter talaufwärts Richtung Dettingen.
Dort bekam ich dann die Info, dass Michael im Halbmarathon auf Rang 3 liegend rund 1:15 Minuten vor mir sei, was mir aber zu dem Zeitpunkt halbwegs egal war, obwohl es vom Gefühl her nach und nach besser lief. Nach einem Xenofit-Gel bei Kilometer 7 ging es dann Seite an Seite mit Peter über mehrere Wellen weiter Richtung Wende in Bad Urach und der führende Marathoni war nach seinem Toilettenstopp bei Dettingen plötzlich wieder in Sichtweite.
Auch Michael war beim Einlauf ins Uracher Stadion am anderen Ende wieder zu sehen und damit sein Vorsprung zumindest nicht mehr gewachsen, eher sogar um ein paar Sekunden geschrumpft.

Entweder gab das noch mal einen Motivationskick oder es lag einfach nur daran, dass ich mich mittlerweile recht gut fühlte, es nun talabwärts ging und ich den Vorteil der langen Beine jetzt ausspielen konnte, jedenfalls wurden meine Kilometersplits schneller, ich konnte mich von Peter lösen und dem anderen Marathoni langsam wieder näher rücken. Nach einem weiteren Xenofit-Gel bei km 15 konnte ich dann meine Zeiten sogar zwischendurch unter 3:30 min/km drücken und kurz vor Ortsausgang Dettingen nach rund 16,5 km an ihm vorbeiziehen 🙂
Der Abstand zu Michael war dadurch zwischenzeitlich auch deutlich geschrumpft und was ich kurz nach dem Start schon für kaum mehr möglich gehalten hatte, war plötzlich wieder in Reichweite. Eine gute Gesamtzeit und sogar ein Podestplatz!
Von dieser Aussicht beflügelt, konnte ich nochmal aufs Tempo drücken und flog geradezu an meinem früheren Schul- und Vereinskameraden vorbei, der allerdings zu diesem Zeitpunkt auch schon schwer gezeichnet war, nicht mal den Versuch der Gegenwehr machen konnte und an einem für ihn schwarzen Tag auf den letzten knapp 4 km zum Ziel noch fast 3 Minuten verlieren sollte.

3 km zum Ziel: kein Verfolger in Sicht, Feuerwehr in voller Montur beim 10 km Lauf

Ohne direkten Verfolger und mit den beiden Führenden weit außer Sicht wurden dann die letzten 2 km doch noch etwas zäher und die sich entwickelnden Blasen an den Zehen machten sich nun schmerzhaft bemerkbar 😦
Trotzdem ergab sich eine für mich sehr gute Gesamtzeit von 1:17:44 h, die mich, fast genau 2 Minuten langsamer als bei meinem Sieg 2008, auf Gesamtrang 3 und als Sieger der AK 30 ins Ziel brachte!
Den Gesamtsieg holte sich erwartungsgemäß Timo, der zwar in 1:13:54 h den im Vorfeld angepeilten Streckenrekord deutlich verpasste, aber Simon (1:14:10 h) sicher auf Rang 2 verwies.
In Abwesenheit von Sabrina Mockenhaupt wurde Timos Freundin Lauren ebenfalls ihrer klaren Favoritenrolle gerecht und gewann überlegen als 5. des Gesamteinlaufs über den Halbmarathon in 1:21:53 h die Frauenkonkurrenz mit neuem Streckenrekord.
Während die ersten Marathonläufer dann die zweite Runde in Angriff nahmen, hieß es für mich ebenfalls nochmal ein Stück talaufwärts zu laufen und die 2,5 km nach Hause hinter mich zu bringen, um dann frisch geduscht mit dem Rad zur Siegerehrung zu rollen 🙂


Alle Ergebnisse der diversen Rennen im Rahmen des Ermstal Marathons gibt es hier bei racepedia.

Hier noch die Garmin-Daten meines Rennens von heute mit allen Splits etc.:

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