Kampf mit Happy End: AK-Bronze bei der Triathlon DM in Immenstadt (21.08.2016)

DSCF9277Im Rahmen des 34. Allgäu Triathlons wurde dieses Jahr in Immenstadt die DM der Altersklassen über die Olympische Triathlondistanz von 1,5 km Schwimmen, 40 km Rad und 10 km Lauf ausgetragen.
Zwar wurden die Strecken und einige organisatorische Dinge gegenüber den früheren Auflagen weiter entwickelt, der grundsätzliche Charakter des Wettkampfs und die tolle Atmosphäre blieben aber oder haben sich sogar noch gesteigert.
Wer also mit einer anspruchsvollen (Rad-)Streckenführung kein Problem hat, der sollte auf jeden Fall mal dabei gewesen sein.

Ich selbst wollte jedenfalls mit einem möglichst guten Rennen bei einer tollen Veranstaltung meine eher durchwachsene Saison 2016 versöhnlich zu Ende bringen.
In Erinnerung an meine tollen Rennen in Immenstadt auf der Mitteldistanz in den Jahren 2007 bis 2009 und vor allem auch an einen meiner größten sportlichen Erfolge, den Gesamtsieg in der Amateur-Wertung bei der ITU Langdistanz WM 2010, wollte ich den Tag genießen und mit einem guten Wettkampf einen ordentlichen Schlusspunkt setzen.

Trotz Neopren ging es beim Schwimmen im großen Alpsee bei mir aber nach den seit Ende April nahezu komplett fehlenden Schwimmkilometern erwartungsgemäß nicht wirklich flott los. Fast 26 Minuten bedeuteten Rang 18 in der AK 30.
Auch den ersten Wechsel habe ich dann ziemlich versaut indem ich trotz vorheriger Besichtigung zum ersten Mal seit Jahren in die falsche Reihe gelaufen bin. Zwar habe ich das schon nach ein paar Metern bemerkt, aber anschließend beim Ausziehen des Neos noch mehr als üblich mit dem Anzug gekämpft, weitere Sekunden und anscheinend auch noch unbemerkt mein Reservegel verloren. Also ein alles andere als gelungener Auftakt🙂

Auf dem Rad ging ich die ersten Kilometer anfangs sehr kontrolliert an und konnte dann am Kalvarienberg gleich eine ganze Reihe Athleten förmlich stehen lassen. Auch der folgende Teil bis Niedersonthofen lief ziemlich gut. Ich konnte die Wellen flüssig und mit ordentlich Druck auf dem Pedal nehmen sowie einige weitere Plätze gut machen.
Der lange Anstieg Richtung Freundpolz brachte nochmals einige Platzgewinne, wurde zum Ende hin jedoch etwas zäh. Wenig später dann gab es ein kurze Schrecksekunde, als ich nicht 100% konzentriert ein Schlagloch erwischte und mit einem Arm aus der Aeroauflage rutschte. Immerhin konnte ich das ganze Malheur noch mit einem kleinen Schlenker und ohne sonstige Folgen abfangen.
Die restliche Radstrecke hatte dann eher Zeitfahrcharakter und ich konnte in einem gleichmäßig zügigen Tempo diesen Teil beenden und mit einer insgesamt sehr ordentlichen Radleistung zufrieden sein. Meine 1:14:26 h für die etwas mehr als 40 km mit rund 600 Höhenmetern brachten mich schließlich auf Rang 7 in der AK 30 in die Wechselzone.

Den Lauf konnte ich zwar zügig starten, musste aber dennoch einige Athleten, die kurz vor oder nach mir auf die Laufstrecke gingen, schon früh ziehen lassen. Nachdem ich den steilen Anstieg über den Kuhsteig aber ganz gut bewältigt hatte, kam ich auf dem anschließenden Gefällestück doch einigermaßen ins Rollen und die Abstände schienen nicht mehr zu wachsen.
Etwa ab Hälfte der Laufstrecke konnte ich mich dann langsam wieder näher an meine Vorderleute heranschieben und ich hatte wieder Hoffnung, vielleicht bis zum Ende doch noch den ein oder anderen Konkurrenten zu überholen. Rund 3 km vor dem Ende bekam ich dann jedoch erst mal selbst unerwünschten Besuch von hinten.
Zwar wusste ich zu diesem Zeitpunkt weder eine Platzierung, noch die Altersklassen der in Sichtweite liegenden Konkurrenz, doch ich wollte mich auf den letzten Kilometern so teuer wie möglich verkaufen. Also ging ich das Tempo mit und auch die folgende nochmalige Tempoverschärfung, als mein Gegner dies bemerkte.
Das war zwar ziemlich hart, aber ich hielt mir immer wieder vor: „Wenn auch nur einer der Läufer da vor Dir in Deiner AK ist und am Ende ein paar Sekunden fehlen, vielleicht sogar noch zu einem Podestplatz und Du lässt die jetzt einfach laufen ohne bis zum Schluss zu kämpfen, dann wirst Du Dich wochenlang darüber ärgern.“
Zwar ein „billiger Psychotrick“, aber er hat funktioniert, denn wenn der Kopf will, dann geht beim Körper viel mehr als vermutet. Oder die Beine haben sich einfach an das erinnert, was vor gar nicht mal so langer Zeit ein „normales“ Wettkampftempo war😉
Jedenfalls war es unglaublich hart, das Laufgefühl aber plötzlich deutlich besser und an einer kleinen Welle konnte ich den Spieß wieder umdrehen. Das und die Tatsache, dass durch die Tempohatz der Vorsprung der nächsten Vorderleute dramatisch schrumpfte gab dann nochmals Auftrieb🙂
Im Wissen um meine eher dürftigen Spurtqualitäten zog ich dann schon im Ortsbereich von Bühl nochmals an, überholte den Rest der Gruppe und konnte auf dem Schlusskilometer bis zum Ziel am Alpsee noch ein paar Sekündchen zwischen mich und die Konkurrenz bringen.
Trotz der Anstrengung und des harten Kampfs bis zur Ziellinie war dieser Abschluss des Rennens mit einer Laufzeit von knapp über 38 Minuten einfach ein super Gefühl🙂

Um einiges größer wurde die Freude aber dann noch, als sich nach hervorragender Zielverpflegung beim Studium der ausgehängten Ergebnislisten herausstellte, dass der oben angesprochene Mentaltrick tatsächlich Realität war, ich dank der Energieleistung auf den Schlusskilometern das Ergebnis nochmal drehen konnte und in der AK 30 mit Rang 3 und der Bronzemedaille in der DM belohnt wurde🙂
Die Plätze 4 bis 7 in der AK 30 folgten im Ziel schließlich mit Rückständen von 5, 16, 19 und 25 Sekunden! Insgesamt also ein etwas glückliches, aber verdientes Ende und ein, abgesehen vom instabilen April-Wetter, sehr gelungener Abschluss meiner Triathlon-Saison 2016.
Nun folgen erst mal ein paar Tage Sightseeing in Rom und dann werde ich jeweils kurzfristig entscheiden, ob ich eventuell noch den ein oder anderen Lauf oder ein sonstiges Rennen mitmachen werde.

Ergebnisse AK DM Olympisch.

Bericht Südwest Presse 23.08.2016.

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Heimspiel ohne Happy End: Powerman Ulm mit DM Duathlon Langdistanz (07.08.2016)

Als der 1. Ulmer Powerman, der bei seiner Premiere zugleich auch noch als DM auf der Duathlon Langdistanz ausgeschrieben war, angekündigt wurde, war für mich sofort klar: da bin ich dabei, das ist nach den letzten Jahren endlich mal ein Heimspiel!

Große Teile der Strecke kannte ich bereits von meinem Start beim Mitteldistanz-Triathlon 2014 und hatte damit auch die Gewissheit, dass ich mit der Strecke gut klarkommen sollte. Obwohl meine Trainingsumfänge seit Jahresanfang deutlich rückläufig waren und die bisherigen Saisonergebnisse dem entsprechend nicht mehr auf dem gewohnten Niveau der letzten Jahre waren, rechnete ich mir an einem guten Tag dennoch Medaillenchancen in der DM aus.
Zwar war schon im Vorfeld klar, dass ich mit der Titelvergabe nichts zu tun haben würde, aber ich machte mir Hoffnungen, bei optimalem Rennverlauf im harten Kampf um einen Podestplatz ein Wörtchen mitreden zu können. Außerdem schien im Vorfeld bei einigermaßen normalen Leistungen aller drei Starter – außer mir waren vom AST noch Marcus Büchler und Steffen Holder am Start – ein DM-Mannschaftstitel in Reichweite.

Das Rennen über 10 km Laufen, gut 80 Radkilometer und 20 km Laufen startete schließlich bei nahezu optimalen äußeren Bedingungen. Bereits beim ersten Lauf löste sich die anvisierte Taktik in Luft auf und ich musste Teile der Konkurrenz etwas weiter ziehen lassen als mir lieb war.
Auf den ersten Radkilometern war ich dagegen ziemlich gut unterwegs und habe dann wohl etwas übermotiviert weiter Druck gemacht. Zwar konnte ich auf den ersten 15 km einige Positionen gut machen und war super unterwegs, doch danach flachte die Leistungskurve ziemlich ab. Zwar war ich immer noch einigermaßen ordentlich unterwegs, doch spätestens gegen Ende der zweiten Runde musste ich dem hohen Anfangstempo Tribut zollen und verlor nochmals deutlich Zeit.
Beim abschließenden Lauf war mein Tempo anfangs noch in einem vernünftigen Rahmen. Doch auch hier machten sich die fehlenden Trainingsumfänge im weiteren Verlauf deutlich bemerkbar. Bei durchschnittlich rund 30 Laufkilometern pro Woche in den letzten Monaten fehlt nun einfach die frühere Selbstverständlichkeit, mit der ich sonst die Laufstrecke im Wettkampf abspulte. Spätestens die letzte Runde war gefühlt einfach nur noch ein zäher Kampf und in Summe gingen auf jeder Teilstrecke irgendwo ein paar Leistungsprozent flöten.

Am Ende stand zwar immer noch eine respektable Gesamtzeit, aber ein Top-Rennen sieht sicher anders aus und damit war auch klar, dass ich mit der Medaillenvergabe nichts zu tun hatte.
International Gesamtrang 13 und ein 5. Platz in der DM-Wertung der Elite gehen somit vollkommen in Ordnung, sind aber natürlich nicht das, was ich mir erträumt hatte.
Bittere Pille obendrauf war dann noch die Mannschaftswertung, die zum ersten Mal seit ich mich erinnern kann gar nicht gewertet wurde und komplett ausfiel.
Nach dem suboptimalen Einzelergebnis also auch hier kein Happy End😦

Ergebnisse Powerman Ulm.

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Time to say goodbye: doppeltes Finale beim Liga-Rennen am Schluchsee (09.07.2016)

Titelbild der Ligareports meiner letzten Ligasaison: Zieleinlauf unseres Meisterteams von 2015 in Erbach

Titelbild der Ligareports meiner letzten Ligasaison: Zieleinlauf mit unserem Meisterteam von 2015 in Erbach

Bei herrlichem Sommerwetter war bereits traditionell am Schluchsee das Finale der diesjährigen Triathlon-Liga-Saison in Baden-Württemberg angesetzt.
Ähnlich wie im Vorjahr konnten wir erneut nicht in Bestbesetzung antreten und mussten das Team nochmals kurzfristig umstellen. Angesichts des hauchdünnen Vorsprungs von einem Punkt auf die Verfolger aus Heidelberg also wieder eine haarige Sache, auch wenn es diesmal „nur“ noch der Kampf um die Vize-Meisterschaft war.
Für mich selbst sollte es allerdings ein echtes Finale gleich im doppelten Sinn werden, denn ich hatte mich bereits im Vorfeld entschieden, dass dies nach 16 erfolgreichen Jahren mein letztes Liga-Rennen werden würde.
Jetzt aber erst mal zurück zum Wettkampf selbst:

Beim Schwimmen ging es dank nur einem Trainingskilometer seit dem Rennen in Schömberg vor vier Wochen nochmals bergab. Letztlich wurde ich als 47. von 56 gestarteten Athleten in Liga 1 mit fast 5 Minuten Rückstand zur Spitze praktisch an Land gespült😦

Ziemlich alleine machte ich mich also mit dem Rad auf die Verfolgung der nächsten Gruppe und konnte die Lücke bis zum Ende des ersten Anstiegs auch deutlich verkleinern. Die Aussichten die Gruppe auf dem folgenden flacheren Abschnitt aber alleine vollends einzuholen waren gering bzw. hätten wohl die letzten Reserven aufgebraucht.
Der Dank an dieser Stelle gebührt meinem Teamkollegen Marcus Büchler, der nach gutem Schwimmen leider schon früh mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte und das Rennen wenig später aufgeben musste. Bevor er allerdings ausstieg, ließ er sich bis zu mir zurückfallen, investierte alle noch verfügbare Energie und bot mir so für einige Minuten Windschatten und die Gelegenheit, die Beine nochmals kurz hängen zu lassen um dann den Sprung in die Gruppe tatsächlich zu schaffen.

Auf der zweiten Runde gelang es dann dank harter Arbeit auch die nächste Gruppe zu stellen. Obwohl ich nun schon ziemlich am Limit war, konnte ich an der letzten Welle eine kleine Unaufmerksamkeit meiner Mitstreiter nutzen und mich mit einem Antritt mit ein paar Metern Vorsprung in die letzte Abfahrt stürzen.
Zwar brachte mich dies mit einem kleinen Vorsprung zum zweiten Wechsel, doch schon zu Beginn des abschließenden Laufs musste ich der Aufholjagd auf dem Rad Tribut zollen.

Meine Beine fühlten sich furchtbar leer und müde an und ich kam anfangs überhaupt nicht ins Laufen. Einige Konkurrenten und auch mein Teamkollege Malte Gümmer zogen scheinbar mühelos an mir vorbei und davon. Immerhin wurde das Laufgefühl ab Beginn der zweiten Laufrunde langsam besser und ab Runde drei begann ich dann die enteilten Konkurrenten nach und nach wieder einzusammeln🙂

Gegen Ende war ich dann wieder ziemlich flott unterwegs und konnte auf den letzten 1,5 km noch einige Plätze gut machen, was mich am Ende auf Rang 23 ins Ziel brachte.
Nach dem verkorksten Auftakt noch ein sehr ordentliches Ergebnis, was sich am Abend als die Teamauswertung erfolgte auch noch als optimale Punktlandung erweisen sollte. In der Tageswertung brachten wir es angeführt von Sebastian Veith (7.) nämlich in der Addition mit Florian Adami (19.), Malte (20.) und meinem 23. Platz auf Rang 4 und Platzziffer 69. Das Team aus Forst folgte mit Platzziffer 70 denkbar knapp auf Platz 5 und hätte uns beinahe einen entscheidenden Punkt kosten können. Denn unser härtester Verfolger im Kampf um die Vize-Meisterschaft, das Team aus Heidelberg, war mit Rang 3 nach Punkten nicht vorbeigezogen, sondern hatte durch unseren 4. Platz nur ausgleichen können. Dazu kam, dass sie bei der bei Punktgleichheit entscheidenden Platzziffernsumme über die gesamte Saison mit 267 zu 268 um genau einen Platzierungspunkt hinter uns blieben🙂
Damit durften wir mit der Vize-Meisterschaft in der 1. Landesliga nochmals einen großen Teamerfolg feiern und ich konnte mich über einen würdigen Abschluss meiner Liga-Karriere freuen!

Im Rückblick ist nun schon eine große Portion Wehmut, aber natürlich auch viel Freude und Stolz auf viele tolle Jahre und Rennen mit den Teams der SG Dettingen/Erms und des AST Süßen mit im Spiel.
Zum ersten Mal bei einem Liga-Rennen am Start war ich 2001 noch zu Juniorenzeiten beim Teamwettkampf in Sigmaringen mit der Zweitligamannschaft der SG. 2003 durfte ich erstmals auch über die Olympische Distanz starten, machte erstmals alle fünf Liga-Rennen der Saison mit und war damit an unserem Aufstieg in Liga 1 beteiligt.
In meinem ersten Jahr in Liga 1 konnte ich mich dann weiter steigern und stand beim Liga-Finale am Schluchsee als 9. erstmals in den Top-10 der Tageseinzelwertung.

Ab 2005 war ich dann erst mit Zweitstartrecht und ab 2007 komplett für das AST unterwegs und es ging mit dem Team-Meistertitel 2005 über drei Mannschaftssiege in vier Rennen 2006 als Meister der 2. Bundesliga Süd gemeinsam rauf bis in die erste Bundesliga. Dort war ich in den folgenden Jahren wegen meiner eher mäßigen Schwimmleistung insgesamt allerdings nur fünf mal am Start und sonst weiterhin überwiegend mit den weiteren Teams des AST in den diversen Landesligen dabei.

Letztlich stehen nun am Ende meiner 16. Liga-Saison in Folge insgesamt 70 Starts (14x SG und 56x AST) zu Buche. Allein bei 44 dieser Rennen war ich in der 1. Landesliga am Start, konnte dabei zwischen 2004 und 2015 in Summe 23 Top-10 Platzierungen in der Einzelwertung erreichen und damit meinen Teil dazu beitragen, dass neben einigen weiteren Spitzenplätzen unsere AST-Mannschaft zwei Meisterschaften und drei Vize-Meisterschaften feiern konnte🙂

Trotz aller Erfolge und der vielen schönen Jahre und Erlebnisse ist nun allerdings die Zeit gekommen, andere Prioritäten zu setzen und mich aus der Liga zu verabschieden.
Vielen Dank an alle meine Teamkollegen und die (Liga-) Verantwortlichen in den Vereinen, die mir diese super Zeit erst ermöglicht haben und denen ich schon jetzt für die nächste Saison weiterhin viel Erfolg wünsche!

Wahrscheinlich wird mir in Zukunft etwas fehlen und es kribbelt zum Saisonstart 2017 doch irgendwie in den Fingern oder ich fahre gewohnheitsmäßig zum ersten Rennen, weil ich ja praktisch immer dabei war, aber Stand jetzt heißt es für mich tatsächlich:

Goodbye Liga!

Ergebnisse und Tabellen vom Schluchsee gibt es auf der Ergebnisseite des BWTV.

Nächstes Rennen: DM Duathlon Langdistanz am 7. August beim Powerman Ulm.

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Auf und ab beim Powerman St. Wendel (26.06.2016)

Nach dem Totalausfall im letzten Jahr mit den Absagen der Veranstaltungen in Falkenstein und Zeitz waren für 2016 sogar gleich zwei neue Powerman-Rennen in Deutschland angekündigt. Während das Heimrennen in Ulm mit der DM Anfang August noch aussteht, ist der Powerman St. Wendel schon mit internationaler Topbesetzung über die Bühne gegangen.
Grundsätzlich reizen mich anspruchsvolle Kurse und so habe ich mich schon vor einiger Zeit entschieden bei beiden Wettkämpfen zu starten. In der Hoffnung, noch etwas von den umfangreichen Trainingsgrundlagen der letzten Jahre zehren zu können, habe ich mich trotz meines seit Ende der (Halb-)Profizeit doch deutlich reduzierten Trainings nochmals in der Eliteklasse gemeldet. Dies ist bei den Powerman-Rennen auch ohne offiziellen Profi-Status bei entsprechender Meldung möglich.

Bei der Anreise am Samstag konnte ich schon feststellen, dass St. Wendel landschaftlich schön in sehr hügeliger Umgebung liegt und ein nettes Städtchen mit schmucker Innenstadt ist.

Start-/Zielbereich am Vorabend des Rennens

Start-/Zielbereich am Vorabend des Rennens

Die anschließende Streckenbesichtigung gemeinsam mit Sebastian Retzlaff deutete dann schon auf einen sehr harten Tag am Sonntag hin. Zwar sollte der schwerste Teil der Laufstrecke wegen des durch den Regen der Vortage schlechten Geläufs wegfallen und dafür mehrfach eine kürzere Runde durch die Stadt gelaufen werden, die Strecke ging aber dennoch ständig heftig auf und ab. Auch auf dem Rad entsprachen die angegebenen knapp 800 Höhenmeter pro 40 km-Runde nicht ganz den Angaben auf dem Tacho, es blieben aber trotzdem mehr als genug übrig.

Vorbereitung abgeschlossen, fertig zum Start!

Vorbereitung abgeschlossen, fertig zum Start!

Bei praktisch perfekten äußeren Bedingungen erfolgte dann am Sonntag der Start zum ersten Wettkampfabschnitt, einem 10 km-Lauf über zwei Runden zu je 5 km, jeweils gespickt mit rund 130 Höhenmetern. An der Spitze setzte der zwischenzeitlich in der Schweiz lebende Deutsche Felix Köhler, der bereits im letzten Jahr in Zofingen ein tolles Rennen gezeigt hatte, die internationale Konkurrenz um Weltmeister Gael Le Bellec sofort unter Druck. Letztlich konnte seinem Tempodiktat niemand folgen und er erreichte mit sattem Vorsprung die Wechselzone.
Ich selbst hatte mir vorgenommen, mir den Tag gut einzuteilen und nach einem verhaltenen Start fand ich dann doch ganz gut ins Rennen. Zwar war der Rückstand zur Spitze mit etwas mehr als 4 Minuten schon beachtlich, aber ich fühlte mich noch gut und war mit Gesamtrang 12 ganz ordentlich unterwegs. Anschließend folgte sogar mit der zweitschnellsten Wechselzeit im Feld eine für mich geradezu sensationelle Leistung😉

Foto: N. Braun

Foto: N. Braun

Bis zur Halbzeit der ersten von drei Radrunden konnte ich dann die Lücke zu Marc Widmer und Julian Lings schließen während gleichzeitig Sebastian Retzlaff seinen Rückstand vom Lauf aufholen konnte und fortan das Tempo diktierte. Mit relativ konstant guter Leistung auf den ersten beiden Radrunden schien im Hinblick auf das Gesamtergebnis noch vieles möglich, auch wenn sich Sebastian schon auf der zweiten Runde mit einer starken Radperformance nach vorne absetzte. Auf der dritten Runde zeichnete sich im Nachgang betrachtet bei mir vermutlich schon das ab, was zu Beginn des Laufs noch kommen sollte.

Die Kombination aus dem gegenüber früher deutlich reduzierten Training und vor allem wohl nicht ausreichender Energieaufnahme in diesem Rennteil forderten ihren Tribut.
Ich musste nach leichten Schwierigkeiten im ersten Teil Marc und Julian im Gefällestück mit Gegenwind ab Mitte der Runde endgültig ziehen lassen, war gegenüber meiner ersten Runde fast 8 Minuten langsamer und verlor so innerhalb weniger Kilometer einige Minuten auf die Konkurrenz😦

An der Spitze lieferten sich derweil Zoltan Senczyszyn, ein alter Bekannter, den ich 2011 bei der DM auf Rang zwei verweisen konnte und der nun wieder mit der schnellsten Radzeit im Feld glänzte, Felix Köhler, Le Bellec und sein amtierender Vize-Weltmeister Seppe Odeyn einen harten Kampf.

Foto: N. Braun

Foto: N. Braun

Richtig hart für mich wurde es dann zu Beginn des zweiten Laufs. Nach den 120 Radkilometern mit laut Tacho knapp 1.900 Höhenmetern sollten nochmals vier der bereits vom Auftakt bekannten 5 km-Schleifen und somit fast 600 weitere Höhenmeter folgen.
Schon der Start fiel mir schwer und im ersten Anstieg war ich dann vom Gefühl her völlig leer, ausgebrannt und kurz davor über die eigenen Füße zu stolpern. Ich bin selten so in ein energetisches und damit direkt zusammenhängendes mentales Loch gefallen und war kurz davor tatsächlich das Rennen einfach aufzugeben😦
Alles andere als optimal in dieser Situation war auch die leider nur sehr eingeschränkt vorhandene Wettkampfverpflegung. Zum Glück hatte ich als letzte Reserve zwei Gels mit zum Lauf genommen und die wirkten ab Mitte der zweiten Laufrunde praktisch Wunder.
Zwar war ich immer noch alles andere als schnell unterwegs, hatte aber wenigstens wieder einen klaren Kopf, konnte die Gedanken ans DNF verbannen und nach der 47. Laufzeit in Runde eins folgten eine schnellere Runde mit der 35. Zeit und eine nochmalige deutliche Steigerung auf die 14. Rundenzeit in Runde drei.
Auf der Schlussrunde ging dann der Energieschub durch die Gels langsam wieder zur Neige und entsprechend fiel mit der 19. Zeit auch die Geschwindigkeit wieder ab. Am Ende war ich deshalb froh, auf Gesamtrang 13 und nach fast 6 Stunden eines unglaublich harten Rennens mit einem in mehrfacher Hinsicht ständigen Auf und Ab, endlich das Ziel erreicht zu haben🙂

Zu diesem Zeitpunkt hatte Seppe Odeyn den Kampf um den Sieg gegen Gael Le Bellec schon lange für sich entschieden und Felix und Zoltan auf die Ränge 3 und 4 verwiesen. Sebastian verlor beim Lauf wieder etwas an Boden, holte mit Rang 10 aber dennoch ein gutes Ergebnis.
Das Rennen der Frauen dominierte Julia Viellehner mit einer überragenden Vorstellung.

Für mich bleibt die Erkenntnis, dass mein aktuelles Niveau zwar selbst bei optimalem Rennverlauf international nicht mehr für ganz vorne reicht, aber ohne meinen Fehler bei der Energieaufnahme sicherlich ein etwas besseres Ergebnis möglich gewesen wäre.
Dies hoffe ich dann bei der DM in Ulm umsetzen zu können und vielleicht sogar nochmal um die Medaillen mitkämpfen zu können. Aktuell jedenfalls sind Zoltan und Felix (den ich aber bisher nicht auf der Starterliste gefunden habe) meiner Ansicht nach die Top-Favoriten auf den DM-Titel, dahinter könnte es dann an einem guten Tag eng werden🙂

Bis dahin steht allerdings erst noch mit dem AST das Finale der Triathlon-Landesliga am Schluchsee auf dem Programm.

Die Gesamtergebnisse der Männer mit Splitzeiten beim Powerman St. Wendel gibt es hier bei Datasport.
Zum Kurzbericht in der Südwest Presse geht es hier.

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Licht und Schatten beim 3. Rennen der 1. Landesliga in Schömberg (12.06.2016)

Regen beim Check-in am frühen Morgen sorgte schon vor dem Start für gedämpfte Vorfreude. Immerhin war der See mit Neo angenehm temperiert.
Leider war ich nie ein großes Schwimmtalent und hatte nur durch regelmäßige und harte Trainingsarbeit ein ganz ordentliches Niveau erreicht. Für Nachlässigkeiten oder auch nur eine Woche ohne Wassertraining hatte ich bereits früher immer direkt die Quittung bekommen. Da die Hauptwettkämpfe für mich in diesem Jahr die Powerman Duathlon Rennen in St. Wendel und Ulm sein werden und die Trainingszeit nun sowieso knapper bemessen ist, hat das Schwimmtraining in den letzten Wochen deutlich gelitten.

Lange Rede kurzer Sinn: beim Schwimmen steckte ich heute mitten im Gedränge und bezog sowohl real, als auch im übertragenen Sinn Prügel.
Mit einer miesen Schwimmzeit und Rückständen von rund 2-4 Minuten auf meine Teamkollegen kam ich nach den 1,5 Schwimmkilometern als 36. aus dem Wasser. Auf dem Weg in die Wechselzone konnte ich zwar einige Plätze gut machen, verlor jedoch wieder einiges an Boden, als direkt vor mir ein Athlet Probleme beim Aufsteigen aufs Rad hatte, mich damit ziemlich ausbremste und zum Ausweichen zwang.
Dazu kam, dass sich bei dieser Aktion irgendwas an meiner Schaltung verkantete und ich plötzlich nicht mehr auf das große Blatt schalten konnte. Anfangs in den ersten Wellen und dem längeren Anstieg war dies noch kein großes Problem. Doch auf der folgenden rasenden Abfahrt mit anschließendem Flachstück war ich bei teilweise deutlich über 60 km/h mit meiner Übersetzung von 39/12 einfach nicht mehr in der Lage Druck aufs Pedal zu bringen und hätte fast den Anschluss an die Gruppe verloren.

Auf den folgenden beiden Runden gelang es mir immerhin zeitweise die Kette auch mal auf das große Blatt zu befördern. Da die Beine sich tatsächlich trotz der Vorbelastung unter der Woche ziemlich gut anfühlten, konnte ich auf der Schlussrunde sogar eine kleine Lücke zu Beginn des Anstiegs nutzen, mich alleine von der Gruppe absetzen und die Wechselzone als Solist mit einer starken Radleistung und deutlicher Verbesserung in der Platzierung erreichen.

Auch beim abschließenden Lauf konnte ich trotz der harten Radbelastung nochmals eine gute Leistung abrufen und erreichte schließlich als 21. in der 1. Landesliga das Ziel.
Dies ist gegenüber den letzten Rennen trotz des schlechten Schwimmauftakts und der anschließenden technischen Probleme ein deutlicher Aufwärtstrend, der mich optimistisch auf die kommenden Wettkämpfe blicken lässt.
Da insbesondere bei den Duathlons das Schwimmen keine Rolle spielt, sehe ich mich auch dank dem Trainingslager in Südtirol in den letzten Tagen auf einem guten Weg, dort eine ordentliche Leistung abrufen zu können.

In der Mannschaftswertung kamen wir angeführt von Marcus Büchler, der mit einer sehr starken Leistung in der Einzelwertung Rang 7 belegte, zusammen mit Sebastian Veith (15.) und Hannes Müller (16.) auf Rang 2. Daniel Schöttle musste das Rennen leider vorzeitig beenden.
Da Mengen heute nur mit 2 Athleten am Start war, konnten deren Topleistungen trotzdem nicht verhindern, dass sie in der Tageswertung weit zurückfielen und wir somit in der Tabelle ebenfalls auf den 2. Platz klettern konnten.

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Trainingslager Südtirol mit dem AusdauerNetzwerk (06.-10.06.2016)

Die Wettkampfsaison ist bereits in vollem Gange und meine geplanten Saisonhöhepunkte rücken langsam näher. Deshalb freue ich mich sehr, dass ich trotz nicht immer optimalem Wetter mit dem AusdauerNetzwerk einige super Trainingstage in Südtirol hatte und somit insbesondere an der Radform nochmals arbeiten konnte🙂

Frühschwimmen Montiggler See

Frühschwimmen Montiggler See

Die erste Schleife, sozusagen zum Einrollen, führte am Montag vom Startort Nals über den Mendelpass und den Gampenpass.
Am Dienstag hieß es dann früh raus aus den Federn und bei traumhafter Morgenstimmung um kurz nach halb sieben rein in den Montiggler See zur Schwimmeinheit vor dem Frühstück. Anschließend folgte mit dem Rad die Tour durchs Vinschgau zum Stilfser Joch.

Auffahrt zum Stilfser Joch, Foto: AN

Auffahrt zum Stilfser Joch, Foto: AN

Stilfser Joch

Stilfser Joch

Auf der Sella Ronda

Auf der Sella Ronda

Am Mittwoch war morgens eine Laufrunde durch die Obstplantagen um Nals angesagt ehe es dann mit dem AN-Bus Richtung Fassatal ging.
Dort war dann Start zur „Sella Ronda“ über das Sellajoch, Grödnerjoch, Campolongo und Pordoi. Wegen des im Schlussteil des Pordois einsetzenden kräftigen Regens wurde dann beschlossen auf die letzte Abfahrt zu verzichten und an der Passhöhe wieder ins Auto umzusteigen.

Am Grödnerjoch rücken die Regenwolken näher

Am Grödnerjoch rücken die Regenwolken näher

Der Donnerstag begann dann erneut am Montiggler See und nach ausgiebigem Frühstück folgte im Anschluss eine ziemlich anspruchsvolle Koppeleinheit: mit dem Rad ging es durchs Passeiertal hinauf zum Timmelsjoch und nach rasanter Abfahrt in umgekehrter Richtung zurück nach Nals, wo der Trainingstag mit einem Koppellauf endete.
Freitags brachten wir die nun schon müden Beine nochmals mit einem flotten Morgenlauf auf Trab. Die Abschlusstour mit dem Rad führte uns später bei endlich herrlichem Juniwetter nochmals auf den Mendelpass und mit einem weiteren kurzen, aber deutlich steileren und ziemlich harten Abstecher auf den Monte Penegal.

Aussicht vom Monte Penegal

Aussicht vom Monte Penegal

Insgesamt hatten wir trotz einigen Schauern also eine tolle Woche🙂
Neben einigen Schwimm- und Laufkilometern, sowie ein paar Dehn-/Stabiübungen stehen nun immerhin zusätzlich rund 500 Radkilometer und 11.000 Höhenmeter im Trainingstagebuch. Die nächsten Wettkämpfe können also kommen!

Das Liga-Rennen in Schömberg morgen kommt allerdings schon ziemlich bald.
Mal sehen, ob die Beine schon wieder halbwegs frisch sind und mir die giftigen Hügel dort im Vergleich zu den Pässen der letzten Tage nicht vielleicht sogar einfach nur kurz und flach vorkommen😉

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Zwei Tage, zwei Rennen, zwei Welten und ein Muskelkater: Trailrun Lichtenstein (07.05.2016) und Liga-Sprint Rheinfelden (08.05.2016)

Durch den Hinweis eines Vereinskollegen war ich über den Lichtenstein Trail-Marathon gestolpert und hatte mich dann nach einigem Zögern doch für das Abenteuer meines ersten echten Trail-Wettkampfes am Samstag entschieden. Dass Triathleten in mancher Hinsicht ein etwas spezielles Völkchen sind, war mir schon länger klar, die Trail-Läufer sind auf ihre Weise aber mindestens genau so verrückt. Trail heißt nämlich im Klartext, dass es nicht nur auf mehr oder weniger guten Pfaden unglaublich steil bergauf und bergab geht, sondern auch noch eine gewisse Pflichtausrüstung mitzuschleppen ist.
Die landschaftliche Kulisse entschädigt zwar für einiges, aber bei frühsommerlichen Temperaturen in heimischem Gefilde neben mindestens 0,5 l Getränke auch noch eine Jacke, Rettungsdecke, Tape und ein Handy mit Notfallnummer dabei haben zu müssen ist kein Spaß. Vor allem dann nicht, wenn man selbst versucht alles irgendwie am Körper unterzubringen, obwohl man nicht die optimal angepasste Ausrüstung hat, einige andere „Athleten“ die eindeutigen Anweisungen aber ignorieren, sich das Gepäck einfach mal sparen und es letztlich dann auch noch keiner sanktioniert😦
Da kommt bei einigen der bei der Wettkampfbesprechung beschworene „Spirit“ wohl etwas zu kurz.

Aber zurück zu meinem Rennen: die als Halbmarathon ausgeschriebene kürzere der beiden Strecken war dank einiger zusätzlicher dem Naturschutz geschuldeten Schlenkern auf über 22 km angewachsen, wies knapp 1.000 Höhenmeter auf und führte grob gesagt hoch und runter wunderschön am Albtrauf entlang rund um Lichtenstein vorbei z. B. an der Nebelhöhle, Schloss Lichtenstein und Traifelberg.
Angeführt wurde das Rennen von Beginn an vom mehrfachen Deutschen Berglaufmeister Timo Zeiler und ich konnte mich ganz ordentlich in den vorderen Rängen halten. Obwohl ich bergauf in einem Steilstück auch mal ein paar Meter gehen musste, schien ich mich dort noch gut zu schlagen. Bergab dagegen hatte ich gegenüber anderen bei mehr als ein paar Prozent Gefälle schon immer etwas Schwierigkeiten, auf den meist unebenen und manchmal mit losen Steinen bedeckten Trails verlor ich jedoch teils dramatisch an Zeit. Spätestens ab ca. zwei Dritteln der Strecke machte sich dann die Summe der Höhenmeter und die ungewohnte Belastung schon heftig in den Oberschenkeln bemerkbar.
In Kombination mit den auch eher beschränkten Laufumfängen des bisherigen Jahresverlaufs musste ich dann gegen Ende der Anstrengung noch etwas Tribut zollen und fiel vom zwischenzeitlich 4. auf den 6. Gesamtrang zurück. Dennoch bin ich mit meiner Zeit von 1:55:04 h und rund 11 Minuten Rückstand auf Sieger Timo Zeiler sehr zufrieden und um einige Erfahrungen reicher.
In absehbarer Zukunft werde ich sicher keinen Trail-Wettkampf mehr machen und sollte ich mich doch nochmal an so ein Abenteuer wagen, dann sicher nur mit spezieller Trainingsvorbereitung und optimierter Ausrüstung.
In der Nachbetrachtung extrem hilfreich, zumindest für die folgenden Tage, wäre allerdings auch eine bessere Terminwahl😉

Am Sonntag ging nämlich die Triathlon-Landesliga in Rheinfelden auf den gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig veränderten Strecken in ihre zweite Runde. Zwar war ich diesmal „nur“ für unsere Zweitliga-Mannschaft nominiert, das änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass es ein hartes Rennen mit Kampf um jeden Platzierungspunkt werden sollte. Ausgetragen bei perfekten äußeren Bedingungen im Einzel-Sprint über 700 m Schwimmen, 21 knackige Radkilometer mit Windschattenverbot und 5,5 km Laufen zum Abschluss war dies eine völlig andere Welt als der Trail-Lauf tags zuvor. Der allerdings war noch deutlich in den Beinen zu spüren und ich hatte einige Befürchtungen hinsichtlich der malträtierten Oberschenkel.
Ähnlich wie in Backnang war meine Schwimmleistung solide, der lange Weg in die Wechselzone fühlte sich anschließend allerdings dank dem Vortag furchtbar an. Auf dem Rad ging ich es daher erst mal kontrolliert an um einen guten Rhythmus zu finden und nach Bewältigung des ersten, steileren Anstiegs lief es dann richtig rund. Der gegenüber Backnang doch eindeutig andere Wettkampf-/Streckencharakter kam mir und meiner momentanen Trainingsverfassung offensichtlich merklich besser entgegen.
Jedenfalls schlüpfte ich schließlich mit einer der besten Radzeiten in die Laufschuhe, hatte auf dem ersten Kilometer jedoch einige Probleme mit den schmerzenden Oberschenkeln. Immerhin kam ich beim Lauf nach und nach vom Gefühl her besser in Schwung und konnte noch eine ordentliche Schlussrunde abliefern, die mich in Liga zwei in der Gesamtzeit von 1:09:14 h auf Rang 8 und damit direkt vor meinem Teamkollege Marcus Büchler (9.) ins Ziel brachte.
Zusammen mit Malte Gümmer (24.), Armin Aichinger (40.) und Claudio de Santis (63.) bedeutete dies letztlich Rang 3 in der Mannschaftswertung.

Vor dem Start hatte ich noch nicht zu hoffen gewagt, dass nach der Vorbelastung durch den Trail-Lauf so ein Ergebnis möglich wäre, hinterher freue ich mich um so mehr, dass es so gut geklappt hat🙂
Allerdings hat sich der Muskelkater im Nachhinein gefühlt nicht nur kumuliert, sondern eher potenziert😉

Daher ist jetzt erst mal Regeneration angesagt, bevor es mit neuer Motivation in die weitere Vorbereitung der Sommer-Saison geht.

Ergebnisse:
Trail-Run Halbmarathon Lichtenstein.
Liga Rheinfelden auf der Ergebnisseite des BWTV.

Glückwunsch an dieser Stelle auch an alle meine AST-Vereinskollegen/-kolleginnen, die in den diversen Ligen und als Einzelstarter in Rheinfelden einige tolle Ergebnisse feiern konnten.
Besonders aber Chapeau für Dirk Messer und Dieter Pflüger, die beiden waren nämlich erfolgreiche Finisher der längeren Strecke über rund 45 km und 1.800 HM in Lichtenstein am Samstag, was im Moment außerhalb meines Vorstellungsbereichs liegt!

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Frost und Frust: Liga-Auftakt in Backnang (24.04.2016)

Liga-Auftakt Backnang, Foto: N. Baumann

Liga-Auftakt Backnang, Foto: N. Baumann

Ganz so drastisch, wie es die Überschrift formuliert, war es zum Glück nicht, ein gelungener Saisoneinstand sieht aber sicher anders aus.
Der diesmal sehr frühe Liga-Auftakt in Backnang startete im aus den Vorjahren aus Waiblingen bekannten Sonderformat. Das heißt morgens gab es sozusagen als Appetithappen einen Swim & Run mit 700 m Schwimmen und 2 km Lauf. Mittags folgte dann als Jagdstart mit den Abständen vom Morgen ein Bike & Run über 20 km Rad und 5 km Lauf.
Nachdem sich der Frühling kurzfristig wieder aus dem Staub gemacht hatte, vermeldete das offizielle Temperaturtableau im Freibad 4 Grad Lufttemperatur und 22,1 Grad Wassertemperatur und die Stimmung vor dem Start war doch leicht unterkühlt😦

Obwohl ich mit der 36. Schwimmzeit und knapp über 10 Minuten für meine Verhältnisse ordentlich unterwegs war, kam es wie befürchtet: die jeweils im 15 Sekunden-Abstand hinter mir gestarteten Mengener Super-Schwimmer überholten mich einer nach dem anderen, ohne dass ich eine Chance hatte auch nur mal für eine Bahn dranzubleiben.
Am Ende verlor ich auf die Spitze genau 1:40 Minuten im Becken, konnte aber dank starkem Lauf wieder einige Plätze gut machen.
Mit der 14. Laufzeit von 7:11 Minuten und damit unwesentlich langsamer als die Topläufer, sortierte ich mich insgesamt auf Rang 27 mit einem Rückstand von 1:53 Minuten auf den Führenden ein.

Dies bedeutete eigentlich eine gute Ausgangsposition, da einige starke Radfahrer nur wenige Sekunden vor bzw. nach mir platziert waren und meine Stärken bekanntermaßen auch nicht beim morgendlichen Swim & Run, sondern auf dem anstehenden Bike & Run liegen sollten.
Doch statt die Lücke von winzigen 2 Sekunden zu meinem Vordermann schließen zu können, erreichte ich die sich vor mir bildende Gruppe nicht und verlor schnell an Boden. Auf der ziemlich anspruchsvollen und sehr unrhythmischen Strecke konnte ich dann wenig später erneut einigen von hinten auffahrenden Athleten nicht folgen.
Ein ungewohntes und nicht gerade angenehmes Gefühl. Letztlich ging es mit der 30. Radzeit und einige Plätze weiter hinten als nach dem Start wieder auf die Laufstrecke. Auch hier konnte ich mit nach dem Radfahren nur noch auf Reserve laufendem Akku nicht wirklich Paroli bieten.
Schnell war klar, dass ich nur noch das Streichergebnis im Team liefern würde und am Ende erreichte ich schließlich mit 32. Laufzeit auf Rang 32 das Ziel.

In der Mannschaftswertung brachten uns die Ergebnisse von Maurice Clavel, der trotz Verletzungsproblemen Gesamtrang 2 belegte, Michael Haas (15.), Florian Adami (21.) und Philipp Bahlke (29.) auf Platz 4.

Obwohl die banale Erkenntnis ist, dass die Gleichung „weniger Zeit = weniger Training = weniger Leistung“ lauten muss, habe ich diese Formel noch nicht ganz verarbeitet und bin deshalb mit meinem Rennen momentan alles andere als zufrieden.
Andererseits habe ich immer noch die Hoffnung, bei besserem Wetter vor allem den Radumfang doch wieder erhöhen zu können, nach dem im ganzen April aus diversen Gründen bislang indiskutable 150 km im Trainingstagebuch stehen.
Dass ich damit beim harten Bike & Run sogar schlechter abschneide als im ungeliebten Swim & Run, darf mich eigentlich nicht wundern und dass es in Liga 1 mit so einer Vorbereitung und gefühlt einer meiner schlechtesten Radleistungen ordentlich eins auf die Mütze gibt ist auch klar.
Also lautet das Motto jetzt erst mal „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ und dann kommen da ja noch als letzte Rettung ein paar Tage Südtirol mit dem AusdauerNetzwerk im Juni🙂

Kein schöner Anblick, aber es gehört dazu: hier gibt es beim BWTV die Ergebnisse.

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Trainingslager Costa Brava (18.-26.03.2016)

Nach dem daheim eher durchwachsenen Wetter der letzten Wochen und den deshalb ziemlich beschränkten Radumfängen, kam das einwöchige Trainingslager in der Woche vor Ostern mit dem AusdauerNetzwerk an der deutlich sonnigeren und wärmeren Costa Brava genau richtig.
Am späten Freitagabend ging es mit dem AN-Bus durch die Nacht über die Schweiz und Frankreich in Richtung Tossa de Mar. Wie bereits 2015 waren wir im Giverola Resort wieder bestens untergebracht und verpflegt, denn das Buffett ist unschlagbar :-)
Im Vordergrund stand neben dem Essen aber natürlich das Radtraining, das auf den grundsätzlich ziemlich profilierten Strecken entlang der Küste oder ins nicht minder reizvolle Hinterland führte.
Auch das Laufen kam nicht zu kurz und das Schwimmen wurde wegen des trotz Neos zu kalten Außenpools von den ganz Harten ins Meer verlegt. Da ich in der Hinsicht eher ein Warmduscher bin, hat sich mein Schwimmtraining während der Woche allerdings auf die eine Einheit im Hallenbad in Tossa beschränkt😉
Insgesamt aber war es, mal abgesehen von der ziemlich langen Busfahrt, auf jeden Fall eine tolle Woche mit einer super Truppe.
Nun sind erst mal ein paar Regenerationstage angesagt und dann lässt sich der Schwung des Trainingslagers hoffentlich positiv für den weiteren Aufbau nutzen, da bereits in weniger als vier Wochen der Landesliga-Auftakt in Backnang steigt🙂

Trotz bester Energieversorgung: bis in die schneebedeckten Pyrenäen im Hintergrund hat es nicht ganz gereicht :-)

Trotz bester Energieversorgung: bis in die schneebedeckten Pyrenäen im Hintergrund hat es nicht ganz gereicht😉

Traumwetter bei Llagostera

Traumwetter bei Llagostera

Santa Pellaia, ein schöner Anstieg mit moderaten Prozenten, aber bei entsprechender Fahrweise trotzdem brutal hart ;-)

Santa Pellaia, ein schöner Anstieg mit moderaten Prozenten, aber bei entsprechender Fahrweise trotzdem brutal hart😉

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Saisoneinstand gelungen: 3. beim Finale der DJK-Winterlaufserie Göppingen (20.02.2016)

Das geplante Teamtreffen des AST und der angesetzte Lauf-Leistungstest wurden mangels Teilnehmern leider kurzfristig abgesagt. Da ich meine Meldung für den 10er beim Finale der DJK-Winterlaufserie in Göppingen aber bereits abgegeben hatte, ließ ich mich auch vom eher ungemütlichen Regenwetter bei nur rund 5 Grad nicht vom geplanten Start abhalten. Ich wollte die Gelegenheit nämlich nutzen und wenigstens für mich selbst den aktuellen Trainingsstand testen.
Das Wetter ließ eine Schlammschlacht erwarten, aber mit den passenden Schuhen war die Strecke gut zu laufen, wenn man sich nicht scheute auch mal in ein Wasser- bzw. Schlammloch zu treten🙂

Um dem üblichen Gedränge nach dem Start aus dem Weg zu gehen, versuchte ich flott zu starten und das gelang überraschend gut. So führte ich völlig unerwartet das Feld auf den ersten paar hundert Metern an, konnte dann etwas Tempo heraus nehmen und mich anschließend in einer kleinen Gruppe einsortieren.
Der spätere Sieger, Markus Weiß-Latzko, kontrollierte etwa ab Kilometer 1 das Rennen und setzte sich zusammen mit Kay-Uwe Müller Stück für Stück ab. Johannes Großkopf versuchte anfangs zu folgen, doch er konnte das Tempo des Spitzenduos nicht mitgehen und im Anstieg zur Mitte der ersten Runde konnte ich die Verfolgergruppe wieder an ihn heranführen.
Mit dabei waren mit 10 km-Läufer Michael Digel, der immer mal wieder aufs Tempo drückte, in Person von Jakob Urbez, Alessandro Collerone und den Jungs vom Triathlon Team Göppingen die Spitzenläufer auf der 5 km Strecke. Auf der zweiten Runde zog dann Markus das Tempo nochmal an, verschwand endgültig außer Sicht und lief das Rennen ungefährdet vor Kay-Uwe nach Hause.
Im Sog von Jakob und Alessandro, die den Sieg auf der kürzeren Distanz aussprinteten zog Michael Digel einige Meter davon, doch ich konnte die Lücke bereits wenig später wieder schließen während Johannes immer mehr Probleme hatte zu folgen. Bis dahin war das Rennen für mich besser gelaufen als erhofft und die zweite Rennhälfte musste nun die Entscheidung um den letzten Podestplatz hinter Markus und Kay-Uwe bringen.

Mir war klar, dass das ein harter Kampf werden würde, aber als Michael Digel sich zu mir umdrehte und mich fragte, ob ich sein Konkurrent hinsichtlich der Serienwertung sei, war ich mir sicher, dass ich der lachende Dritte sein würde. In meinen Augen war alleine die Frage ein taktischer bzw. psychologischer Fehler und meine (wahrheitsgemäße) Antwort, dass ich als Einzelstarter für die Serienwertung keine Rolle spiele, praktisch ein mentaler Sargnagel😉
Für mich signalisierte das nämlich eindeutig, dass er litt und sich Gedanken machte, ob er das wirklich durchziehen musste oder ob er mich nicht einfach laufen lassen sollte. Ob ihm dass auch so bewusst war weiß ich nicht, aber zumindest irgendwo im Unterbewusstsein waren die Zweifel sicher da. Jedenfalls nutzte ich die nächste Welle um ihn zu überholen und versuchte sofort an der Kuppe das Tempo weiter anzuziehen. Hier konnte er zwar noch mit knappem Rückstand folgen, der nächste Anstieg kam jedoch kurz darauf. Wieder ging es mit vollem Tempo hoch und obwohl die Beine und die Lungen brannten schaffte ich es, der Versuchung an der abflachenden Kuppe nachzulassen und durchzuschnaufen nicht nachzugeben, sondern nochmal nachzulegen.
Das tat weh, war aber der Schlüssel zum Erfolg, denn die Lücke zu meinem Konkurrenten wuchs deutlich und ich konnte Rang 3 letztlich ungefährdet mit 14 Sekunden Vorsprung ins Ziel bringen.

3. DJK Lauf 2015/2016, Foto: R. Bayha

3. DJK Lauf 2015/2016, Foto: R. Bayha

Meiner Ansicht nach war für diesen Ausgang des Duells vor allem die mentale Seite entscheidend. Ein gewisses Talent und entsprechendes Training sind sicher Grundvoraussetzungen für den (Ausdauer-)Sport, aber am Ende wird vermutlich, insbesondere bei physisch in einer ähnlichen Liga spielenden Konkurrenten, fast immer die mentale Einstellung den Ausschlag geben.
Daher freue ich mich neben meiner Zeit von 34:31 Minuten, die mir zeigt, dass die Richtung des Formaufbaus grundsätzlich passt, vor allem darüber, dass auch nach dem Ende der Profizeit der alte Wettkampfgeist und -spaß noch da sind🙂

Nach dem etwas holprigen Trainingsauftakt im Januar scheint jedenfalls der Rost wieder ab zu sein und der Motor läuft wieder. Jetzt heißt es deshalb weiter konzentriert zu arbeiten und vor allem die bislang fehlenden Radumfänge wieder der Jahreszeit angepasst zu erhöhen. Dann sollte in den kommenden Monaten noch genug Zeit sein, auch noch den Lack etwas aufzupolieren und gut in Form schwungvoll in die wichtigeren Saisonrennen zu starten🙂
In diesem Sinne wünsche ich allen Konkurrenten, Mitstreitern und natürlich mir selbst eine verletzungsfreie und erfolgreiche Saison 2016!

Ergebnisse des Finales über 10 km, der weiteren Läufe und der Serienwertung gibt es hier bei abavent.

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