Seuchenjahr 2020: Meine Wettkampfplanung stirbt den Corona-Tod

Noch in meinem letzten Wettkampfbericht im Februar habe ich optimistisch auf die Wettkampfsaison 2020 geblickt und mit Aussicht auf die anstehenden Dinge wie zum Beispiel den Laufschuhtest für tri2b.com, das Team-Trainingslager in Südtirol, weitere Vorbereitungsläufe und den Einstieg in die Triathlon Wettkämpfe mehr Lesestoff angekündigt.
Nur wenig später schlugen dann die Veränderungen durch die Corona-Pandemie voll zu und nicht nur die geplanten Vorbereitungsrennen, sondern auch das Trainingslager fielen dem Virus zum Opfer. Ebenso ging es dem gemeinsamen Vereinstraining, was mich vor allem beim Schwimmen traf und auch die Verschiebung meines Triathlon-Saisoneinstiegs beim mz3athlon war schnell klar. Die dynamische Pandemie-Entwicklung machte dann sichere Vorhersagen allerdings praktisch unmöglich und deshalb hat es nun rund drei Monate bis zum aktuellen Lagebericht gedauert.

Mir war zwar bald bewußt, dass noch einige weitere Veranstaltungen geschoben würden oder sogar komplett ausfallen, ich hoffte jedoch immer noch auf die zweite Jahreshälfte, die sowieso die Höhepunkte meiner Planung enthielt. Insbesondere die Ironman 70.3 WM Ende November in Taupo sorgte für Motivation, das Training so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. Abgesehen vom Schwimmen, das mangels offener Bäder einfach nicht möglich war, gelang mir das auch recht gut. Während viele Triathleten das Schwimmen mehr oder weniger ernsthaft, entsprechende und zum Teil sehr amüsante Internet-Videos gibt es genug, als Trockenübung veranstalteten, konnte ich dem nichts abgewinnen und bin statt dessen alternativ auf Cross-Skates und Langlaufstöcke ausgewichen. Das hat bei mir in den letzten Jahren schon ganz ordentlich funktioniert und der Plan war dann im Sommer und Herbst noch ausreichend Wasserkilometer zu sammeln, um Ende November mit dem kürzlich neu erworbenen Neo auch WM-würdig zu schwimmen.

Nach der rasanten Virus-Verbreitung, weltweit immer härteren Einschränkungen und immer mehr Rennabsagen war schon länger klar, dass die Uhr langsam selbst für die späten Rennen abläuft. Trotzdem hoffte ich, auch angesichts der nun teilweise beginnenden Lockerungen, immer noch auf wenigstens den einen Termin im November und die schon gebuchte Reise ans andere Ende der Welt.
Seit dieser Woche steht nun aber leider fest, dass auch die 70.3 WM in Taupo 2020 nicht mehr statt finden wird. Aktuell ist noch nicht ganz klar, ob es eventuell eine Verlegung ins Frühjahr 2021 gibt, einen Totalausfall oder welche Option sonst noch möglich wäre. Ob und unter welchen Bedingungen die bis auf einen Mietwagen bereits komplett gebuchte Reise verschoben werden kann oder ich den Flug und die Übernachtungen als Urlaub ohne Wettkampf wenigstens teilweise genießen kann, steht momentan ebenfalls in den Sternen. Zur Zeit wage ich nicht mal ansatzweise eine Prognose, ab wann und mit welchen Voraussetzungen ein Flug nach Neuseeland und eine touristische Einreise mit danach reibungsloser Rückkehr wieder machbar sind.

Die Stimmung ist damit auf jeden Fall nun erst mal im Keller. Die letzten drei heimischen Rennen, für die noch eine kleine Chance in diesem Jahr besteht beziehungsweise zumindest noch keine Absage erfolgt ist, helfen da nur begrenzt. Außerdem glaube ich bei denen zwischenzeitlich ebenfalls nicht mehr wirklich daran, dass die tatsächlich so ablaufen wie geplant.
Trotzdem macht mir der Sport natürlich weiterhin Spaß und ich werde weiter trainieren, obwohl nun sicher die letzte Konsequenz in mancher Einheit fehlen wird. Ansonsten bleibt in sportlicher Hinsicht jetzt wohl nur abzuwarten, wie sich die Gesamtsituation weiter entwickelt, welche Möglichkeiten sich daraus dann ergeben und schließlich dazu passende neue Pläne für die Zukunft zu schmieden.

Abgesehen davon gibt es natürlich auch deutlich wichtigere Dinge als den Sport und selbst wenn sich der Kontakt bisher sehr in Grenzen hielt, freue ich mich sehr, dass ich seit einigen Wochen stolzer Onkel der neuen Super-VIP der Familie bin 🙂 Da Abstand halten zu müssen war und ist sicher nicht nur für mich, sondern insbesondere vor allem für die frisch gebackenen (Ur-)Großeltern, schwierig. Neben einer möglichen Taufe sind außerdem eine Konfirmation und diverse Geburtstagsfeiern in der Verwandtschaft vorerst den Virus-Beschränkungen zum Opfer gefallen. Entscheidend ist aber, dass zumindest bis jetzt alle gesund geblieben sind und nach und nach ja nun auch die Aussicht besteht, die verpassten Feiern und Besuche in absehbarer Zeit nachholen zu können.

Darüber hinaus haben mich bislang die direkten Auswirkungen der Pandemie und der daraus folgenden Beschränkungen persönlich nur in begrenztem Umfang getroffen. Natürlich heißt es zum Beispiel Maske tragen beim Einkaufen, Abstand halten und öfter Hände waschen. Das sehe ich aber nicht wirklich als Problem und ein Besuch im Fußballstadion oder einer vollen Kneipe war mir sowieso nie wichtig. Eher lästig, aber mit etwas Vorausplanung auch ganz gut beherrschbar, ist der Umstand, dass frische Hefe zum Brotbacken immer noch Mangelware ist.
Beruflich habe ich das Glück, dass sich für mich abgesehen vom Verzicht auf den Handschlag zur Begrüßung, Einführung von Abstandsregeln, mehr Videokonferenzen und einigen weiteren organisatorischen Veränderungen keine gravierenden Einschnitte ergeben haben. Darüber hinaus habe ich in gewisser Weise in den letzten Wochen vom allgemeinen Lockdown sogar ein Stück weit profitiert, da die Straßen auf dem Weg zur Baustelle und zurück oft fast leer waren.
Berücksichtigt man die Probleme und Schicksale, mit denen sich andere Menschen in unseren Nachbarländern, aber natürlich auch hier in Deutschland aktuell konfrontiert sehen, relativiert sich der Blick auf ein paar ausgefallene Wettkämpfe und selbst auf einen fraglichen WM-Start beziehungsweise die zugehörige Neuseeland-Reise.
Deshalb werde ich auf jeden Fall versuchen, weiterhin das Beste aus der Situation zu machen und mir dann neue Gedanken über meine Triathlonsaison zu machen, wenn es eine wenigstens halbwegs gesicherte Entscheidungsgrundlage wie zum Beispiel neue Termine gibt. Bis dahin heißt es aus positiven Dingen wie etwa der kürzlich gelieferten neuen Teambekleidung Motivation zu ziehen und weiterhin in Bewegung und vor allem gesund zu bleiben.

Neue Teamkleidung und Heimtraining statt Südtirol

Trauriger Anlass, aber trotzdem ein motivierendes Bild

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AK-Sieg und Serienpodest bei der DJK-Winterlaufserie (15.02.2020)

Am Samstag stand nun, nach den Läufen im Dezember und Januar, das Serienfinale der Göppinger DJK-Winterlaufserie 2019/2020 über 10 km an. Bereits vor dem Start hatte ich erfahren, dass mein direkter Konkurrent im Kampf um den dritten Platz in der Gesamtserienwertung krankheitsbedingt nicht starten würde. Bei den sonstigen Abständen nach vorne und hinten war klar, dass bei halbwegs normalem Rennverlauf sich in der Serienwertung nichts mehr bewegen würde. Damit fehlte dann wahrscheinlich zumindest unterbewußt schon mal die Motivation, sich wirklich für die letzte Sekunde zu quälen.

Die Temperaturen waren zwar eher frühlingshaft und es herrschte super Laufwetter, etwas Wind, vor allem aber die durch die Niederschläge der letzten Tage teilweise ziemlich matschigen und rutschigen Waldwegabschnitte machten nach meinem Gefühl die Bedingungen etwas schwerer als im Januar.

Direkt nach dem Start zog der souveräne Serienführende Hannes Großkopf zusammen mit einem Einzelstarter auf und davon. Ich dagegen musste meine kleine Lücke zur Verfolgergruppe aus der Startphase dann erst mal bis zur Hälfte der ersten Runde schließen und war ab da mit Elias Tomas Gabure, dem Gesamtzweiten der Serienwertung, unterwegs.

Kurz vor Ende der 1. Runde, vorne Elias (2. Seriengesamtwertung), dahinter ich, Foto: R. Bayha

In den Anstiegen bis zur Hälfte der zweiten Runde konnte ich anschließend sogar noch eine kleine Lücke zu meinen Mitstreitern reißen und mich etwas von ihnen absetzen. In den folgenden flachen beziehungsweise abfallenden Abschnitten fehlte dann allerdings der letzte Kick um das vollends durchzuziehen.  Elias konnte gemeinsam mit einem weiteren Läufer nochmals aufschließen und die beiden sind mir auf dem letzten Kilometer schließlich sogar noch um ein paar Sekunden davon gezogen 😦
Mit 35:32 war ich letztlich dann auf Platz 5 des Tageseinlaufs und als Sieger der M35 im Ziel. Damit habe ich zwar das Ziel verpasst, mich gegenüber dem Lauf zuvor nochmal etwas zu verbessern und die Zeit unter 35 Minuten zu drücken, bin aber insbesondere im Hinblick auf die Jahreszeit mit meiner Zeit durchaus zufrieden. Dazu kommt, dass dies in der Gesamtabrechnung aller drei Läufe nun tatsächlich Gesamtrang 3 in der Serienwertung und den Seriensieg in der M35 bedeutete 🙂

Alle Ergebnisse gibt es hier bei abavent.
Im Hinblick auf die weitere Wettkampfsaison wichtiger als die Zeit oder die Platzierungen ist aber sicher, dass ich die Achillessehnenprobleme anscheinend nun tatsächlich hinter mir habe und in der Hinsicht uneingeschränkt trainieren kann 🙂
Bevor mit dem mz3athlon in Steinheim Anfang Mai mein Einstieg in die Triathlon-Saison ansteht, geht es Ende April noch für ein kurzes Team-Trainingslager nach Südtirol und vorher werde ich im März beim Bärlauchlauf in Reudern am Start sein. Da werde ich dann nicht nur meine Laufform nochmal antesten, sondern da ich in den nächsten Wochen auch als Laufschuh-Tester unterwegs sein werde auch die neuen Treter gleich mal einem Härtetest unterziehen und in naher Zukunft wahrscheinlich auch wieder etwas mehr Lesestoff liefern 😉

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Verpatzter Abschluss 2019 (14.12.2019) und gelungener Einstieg 2020 (18.01.2020) bei der DJK-Winterlaufserie

Innerhalb von gut einem Monat habe ich meine Zeit auf der 10 km Strecke bei der Göppinger DJK-Winterlaufserie und vergleichbaren Bedingungen um 2:34 Minuten verbessert. Eigentlich fast unglaublich und eine sensationelle Steigerung, die Geschichte dahinter ist allerdings nur teilweise positiv und für die Erklärung muss ich etwas weiter ausholen.

Nach meinem letzten Triathlon der Saison 2019 im September bin ich im Hinblick auf die im nächsten Jahr anstehende Ironman 70.3 WM in Taupo bereits frühzeitig wieder ins Training eingestiegen. Zwar waren die Umfänge, insbesondere die auf dem Rad, relativ gering, aber beim Schwimmen und vor allem im Laufen war ich in den letzten Wochen des Jahres 2019 doch schon wieder ganz ordentlich unterwegs.
Um etwas Abwechslung ins Training zu bringen und die Form anzutesten beziehungsweise in den nächsten Monaten deren Entwicklung zu prüfen, entschied ich mich, nach einigen Jahren mal wieder für die dreiteilige Göppinger DJK-Winterlaufserie zu melden. Dort war ich während meiner Zeit beim AST Süßen regelmäßig am Start und bin dort trotz der welligen Strecke in der Vorbereitung auf die Liga-Saisons einige meiner schnellsten 10 km Zeiten gelaufen.

In letzter Zeit hatte sich bereits abgezeichnet, dass mal wieder dringend ein kompletter Austausch meiner Laufschuhkollektion anstand. Trotz der eigentlich eindeutigen Anzeichen habe ich das dann aber erst mal noch vor mir her geschoben und das leichte Ziehen an der linken Achillessehne nicht ganz ernst genommen. Obwohl ich das eigentlich nach einer ähnlichen Situation 2013 beim Ironman Nizza hätte besser wissen müssen, habe ich die geliebten alten Wettkampfschlappen also nochmal übergestreift, in der Hoffnung, dass es für die „nur“ 10 km in Göppingen am 14.12. schon irgendwie reichen würde ohne die Sache zu verschlimmern.
Um es kurz zu machen: es hat nicht gereicht 😦

Auf gutem Kurs in Richtung der angestrebten Zeit von 36 Minuten oder knapp darunter und auf Gesamtrang zwei liegend nahmen die Schmerzen ab rund 8,5 km so stark zu, dass der letzte Kilometer zur Qual wurde und ich am Ende nach 37:50 Minuten durchgereicht auf Gesamtrang 9 und als 2. meiner Altersklasse das Ziel erreichte.
Das Auto erreichte ich dann schließlich nur noch humpelnd. Zwar war die Platzierung nicht gut, die Zeit schlecht und damit auch die Ausgangssituation für die Serienwertung miserabel, viel mehr habe ich mich allerdings über mich selbst und meine Schuhwahl geärgert. Die neuen Schuhe waren bereits bestellt und ich habe einen vermeidbaren Fehler gemacht, der mich auch hinsichtlich des Trainings für die nächsten Wochen einschränken sollte.
Immerhin hatte ich die Hoffnung, das erkannte Problem ähnlich schnell wie 2013 wieder in den Griff zu bekommen und nach zwei Wochen mit neuen Schuhen und stark reduzierten Laufumfängen ging es wieder deutlich aufwärts. Zwar war die Intensität noch lange nicht auf altem Niveau, aber zumindest die Umfänge ab Anfang Januar passten wieder und die Beschwerden waren fast vollständig verschwunden 🙂

Daher entschied ich mich, auch beim zweiten Lauf der Serie am 18.01. anzutreten. Da ich aber nicht ganz sicher war, wie die Sehne auf 10 km Vollbelastung auf welliger Strecke reagieren würde, beschloss ich die Wettkampfschuhe vorerst mal im Schrank zu lassen und mit den stabileren Trainingsschuhen an den Start zu gehen. Trotzdem war eine gewisse Unsicherheit im Vorfeld vorhanden, ob der Start wirklich eine gute Idee wäre.

Wie in Göppingen üblich, ging es dann mit hohem Tempo los und kurz darauf in das erste Gefällestück. Zwar waren die beiden Führenden des Zehners schnell weg, doch dahinter konnte ich mich auf den ersten Kilometern in der Verfolgergruppe unter anderem mit den beiden Spitzenläufern des gleichzeitig gestarteten 5 km Rennens halten.
Gegen Ende der ersten Runde konnten sich diese beiden etwas absetzen und in ihrem Schlepptau zog auch der spätere Dritte des Zehners von mir weg.

Nach hinten hatte sich da aber bereits eine größere Lücke aufgetan. Auch die zweite Runde konnte ich diesmal dann mit gutem Tempo und nahezu schmerzfrei durchziehen, was auf den letzten beiden Kilometern nochmal zusätzliche Motivation und neue Kräfte freisetzte.

Insgesamt stand schließlich für mich in einer aktuell nicht für möglich gehaltenen Zeit von 35:16 Minuten Gesamtplatz 4 und der Sieg in der Altersklasse 35 zu Buche 🙂
Praktisch nebenbei hat sich damit auch die Gesamtwertung in der Serie wieder deutlich freundlicher gestaltet. Bei halbwegs „normalem“ Rennverlauf beim Finale im Februar habe ich zumindest eine realistische Chance, meinen aktuellen Rückstand auf Alessandro Collerone noch aufzuholen und mich damit noch auf einen Podestplatz in der Serienwertung zu verbessern.

Viel wichtiger ist allerdings, dass sich meine Sehnenprobleme vollends wieder erledigen. Da ich aber nach dem Rennen nahezu beschwerdefrei auslaufen konnte und am Tag danach auch eine lockere 15 km Einheit ohne größere Probleme geschafft habe, bin ich sehr optimistisch, dass ich den Turnaround hier geschafft habe. Vielleicht werde ich in vier Wochen dann bereits wieder in den leichten Wettkampfschuhen an den Start gehen und kann eventuell sogar die Zeit unter 35 Minuten drücken 🙂

Alle Ergebnisse der beiden Läufe gibt es hier bei abavent.

Die weitere Planung der Saison steht übrigens mittlerweile auch weitgehend und seit Samstag sind auch die Flüge für das WM-Rennen in Taupo bereits gebucht. Dazu aber später mehr. Die Vorfreude auf eine tolle Saison steigt aber auf jeden Fall schon 🙂

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Ironman 70.3 Slowenien oder warum auch ein vierter Platz glücklich macht (22.09.2019)

Bereits frühzeitig hatte ich mich für den Ironman 70.3 in Koper, Slowenien als letztes Saisonrennen in diesem Jahr entschieden. Grundlage war die Überlegung mal etwas Abwechslung in den Wettkampfkalender zu bringen und sowohl das Streckenprofil als auch die Bilder aus der näheren Umgebung waren attraktiv. Dazu kam die überschaubare Anreise und ganz entfernt auch der Gedanke, dass mit einem entsprechenden Ergebnis die Qualifikation für die Ironman 70.3 WM 2020 in Taupo und damit quasi eine Entschuldigung für eine weitere Reise nach Neuseeland verbunden wären 😉
Im Laufe der Saison rückte das Thema WM-Quali allerdings angesichts meiner Trainingsumfänge und der insbesondere in Ladenburg eher mäßigen Wettkampfleistungen erst mal ganz weit weg. Danach ging es jedoch mit den Rennen in Ravensburg, super Trainingstagen in den Alpen und vor allem der Mitteldistanz in Malterdingen wieder deutlich aufwärts und die Quali schien an einem guten Tag plötzlich nicht mehr völlig unrealistisch.
Auf dem Weg nach Koper nutzte ich dann allerdings erst mal die Gelegenheit für einen rein touristischen aber lohnenswerten Abstecher und besichtigte zwei Tage lang Venedig.

Runter vom Vaporetto und in der Morgensonne rein in die Stadt 🙂

Wer früh genug aufsteht, bekommt zur Belohnung selbst Venedig ohne große Touristenmassen. Zumindest für ein paar Stunden 😉

Außer am frühen Morgen ist der Canal Grande erst wieder spät abends so leer.

In Koper angekommen bezog ich dann erstmal mein Quartier wenige Meter vom Wettkampfgelände entfernt. Neben einigen Abstechern in die nähere Umgebung, wie zum Beispiel ins malerische Piran, stand dann in den nächsten Tagen vor allem die Streckenbesichtigung auf dem Plan.

Streckenbesichtigung

 

 

 

 

 

 

Nacht in Koper, im Gebäude links Startnummernausgabe und wenige Meter dahinter meine Unterkunft.

Wechselzone auf dem Pier.

Mit viel Sonne, kräftigem Wind, Palmen an der Promenade am Meer und der Wechselzone auf dem Pier kommt beim Check-In dann abgesehen von der fehlenden Hitze und trotz Containerbrücken statt dem King Kamehameha Hotel im Hintergrund fast „Kona-Feeling“ auf 😉

Einlaufender Kreuzfahrer im Hintergrund der Schwimmstrecke morgens vor dem Start.

Der Wettkampftag am Sonntag begann dann allerdings mit 10 Grad und teilweise bedecktem Himmel gegenüber den letzten Tagen nochmal deutlich kühler, dafür mit deutlich weniger Wind.
Die Adria war dagegen mit rund 21 Grad für ein Schwimmen mit Neo angenehm temperiert und ab 9 Uhr ging es mit einem „Rolling Start“ dann endlich los.
Entsprechend meiner erwarteten Schwimmleistung für die 1,9 km hatte ich mich nicht ganz vorne, sondern in der Gruppe mit 30-35 Minuten einsortiert. Allerdings war bei vielen Startern mal wieder wie so oft anscheinend grenzenlose Selbstüberschätzung angesagt, denn von Anfang an bis weit über die Hälfte der Schwimmstrecke habe ich permanent nur überholt. Immerhin ging das durch das vom Rolling Start auseinander gezogene Feld relativ gut. Zwar hatte ich wegen der noch tief stehenden Sonne auf dem Rückweg mal kurzfristig etwas Schwierigkeiten mit der Orientierung, bin aber der Meinung, dass ich das trotzdem ohne größere Umwege bewältigt habe. Mein GPS sieht das im Nachhinein zwar auch so, hat aber insgesamt gut 2,1 km gemessen. Entweder lag das Ding daneben oder die Schwimmstrecke war tatsächlich einige Meter zu lang. Jedenfalls waren meine 33:16 Minuten für den Auftakt auf jeden Fall in Ordnung (Platz 22 AK bzw. 134 gesamt).

In der Wechselzone bin ich dann trotz vorheriger Besichtigung erst ein paar Meter an meinem Rad vorbei gelaufen, habe da aber sicherlich nur ein paar Sekunden liegen lassen.

Anschließend folgte die zwar landschaftlich schöne aber mit rund 1.200 Höhenmetern durchaus anspruchsvolle Radstrecke und auch hier war ich anfangs vor allem mit Überholen beschäftigt. Die Straßen waren insgesamt in einem recht guten Zustand und außer zwei ziemlich langen, dafür aber nur moderat steilen Anstiegen gab es einige kürzere Wellen und die Abfahrten stellten keine wirklichen Ansprüche an die Fahrtechnik. Insgesamt eine Strecke, die mir auf jeden Fall liegt und sowohl vom Gefühl her, als auch mit Blick auf den Wattmesser war ich gut unterwegs.
Um so erstaunter musste ich auf dem Begegnungsstück ca. bei Halbzeit der Strecke feststellen, dass mein Rückstand auf die Spitze schon enorm war. Dennoch konnte ich auf dem Rad meine Platzierung deutlich verbessern und obwohl ich hier nur 88,5 km statt der angegebenen 90 auf der Uhr hatte und auch meine Durchschnittsleistung aus der ersten Stunde nicht ganz halten konnte, bin ich mit meiner Radleistung insgesamt zufrieden und in knapp 2:37 h gut durchgekommen 🙂
In meiner Altersklasse befand ich mich nun auf Rang 7 und im Gesamtfeld hatte ich mich auf Platz 42 verbessert. Da ich aber ohne persönlichen Support an der Strecke unterwegs war und durch den Rolling Start fehlte mir diese Info jedoch während des Rennens und ohne das Wissen, wer wann gestartet war hatte ich leider auch keinerlei Überblick, wie die Zeiten beziehungsweise Platzierungen tatsächlich aussahen 😦

Ich war mir aber, auch dank meiner unzähligen Überholmanöver, ziemlich sicher, dass ich gut im Rennen lag und fühlte mich auch beim Wechsel in die Laufschuhe noch in der Lage auf dem Halbmarathon mit einem schnellen Split noch ein paar Athleten einzusammeln. Entsprechend motiviert bin ich die im Gegensatz zur Radstrecke fast komplett flache Laufstrecke auch angegangen.
Trotz der Vorbelastung konnte ich zügig starten und auf den ersten Kilometern bei bedecktem Himmel, aus dem nun hin und wieder ein paar Tropfen fielen, und fast perfekten Laufbedingungen einen Schnitt von knapp unter vier Minuten halten. Damit gelang es mir nach und nach einige weitere Athleten zu überholen. Zwar waren im zweiten Drittel entlang der Adria Richtung Isola später auch einige Kilometer mit etwas über vier Minuten dabei, aber ab Isola hatte ich dann Gesellschaft von einem etwa gleich schnellen Athleten. Da keiner nachgeben wollte, wurden die Zeiten im direkten Duell wieder etwas schneller und der Kopf siegte diesmal über die mittlerweile müden Beine. Obwohl ich die Zeiten nicht ganz so weit drücken konnte wie gewünscht und ich mich mehrmals selbst dazu zwingen musste, das Tempo hoch zu halten, versuchte ich auf den letzten drei Kilometern erfolgreich nochmals etwas zu beschleunigen und konnte meinen hartnäckigen Kontrahenten letztlich auch knapp abhängen 🙂
Unabhängig von der sehr guten Zeit von rund 1:25 h ist mir gefühlt auf jeden Fall ein ganz starker Lauf gelungen und laut meiner Uhr war die Laufstrecke sogar etwa 0,5 km zu lang. Mit diesem Lauf zum Abschluss hatte ich definitiv noch einige Plätze gut gemacht und in insgesamt 4:40:38 h war mir ein ziemlich guter Wettkampf geglückt 🙂

Dass dies in Summe letztlich Gesamtrang 21 und den etwas undankbaren 4. Platz in der Altersklasse bedeutete habe ich dann erst nachträglich erfahren. Allerdings war der Abstand zum Drittplatzierten meiner Klasse mit über einer Minute relativ deutlich, während mir meine letzten schnellen Laufkilometer offensichtlich noch den Sprung auf Platz vier verschafften, da der 5. nicht mal 10 Sekunden langsamer war. So gesehen war die fehlende Information im Rennen praktisch irrelevant, da ich im Nachhinein betrachtet sicher nahezu das Optimum aus einem für mich ziemlich guten Tag heraus geholt habe.

Dazu kommt, dass auch der Platz neben dem Podest am Sonntag zur Krönung des Ganzen noch eine super Sache war, denn der bedeutete bei insgesamt 5 Quali-Plätzen in meiner Altersklasse die direkte Quali für die Ironman 70.3 WM 2020 in Taup0, Neuseeland 🙂
Da hier, wie im gesamten Ironman-Zirkus üblich, eine sofortige Entscheidung über die Annahme der Slots im Rahmen der Siegerehrung erfolgen musste, hatte ich in den wenigen Stunden zwischen Durchsicht der Listen und Slotvergabe einiges zum Nachdenken. Am Ende des Tages konnte ich es dann aber natürlich mal wieder doch nicht lassen und habe trotz der ewig langen Anreise nach Taupo die Quali für meine erste 70.3 WM angenommen 🙂


Immerhin habe ich, nachdem das Startgeld noch auf der Stelle bezahlt werden musste, jetzt schon den ersten fixen Termin im Wettkampfkalender für 2020 und muss mir um die Saisonplanung fürs nächste Jahr keine großen Gedanken mehr machen 😉
Eine Langdistanz scheidet damit schon mal aus, der Aufbau wird hauptsächlich auf das späte Rennen Ende November ausgerichtet sein und ich habe jetzt mehr als ein Jahr Zeit mich hochmotiviert auf eine weitere große Wettkampfreise vorzubereiten. Da ich das ja bereits von 2015 aus eigener Erfahrung kenne, ist die Anreise zwar schon noch ein bisschen abschreckend, aber trotzdem freue ich mich schon sehr auf meine Rückkehr nach Taupo und ins Land der Kiwis!

Jetzt sind allerdings erst noch ein paar Tage Urlaub im ebenfalls landschaftlich interessanten Slowenien angesagt. Im Anschluss heißt es in den verbleibenden Urlaubstagen meine Wohnungsrenovierung endlich vollends zum Abschluss zu bringen, damit ab dem Winter dann neben dem Beruf langsam die Vorbereitung für 2020 anlaufen kann 🙂

Hier bei Ironman gibt es noch die vollständigen Ergebnisse aus Koper.

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Mitteldistanz Malterdingen, harter Kampf belohnt: BaWü-Vize-Meister AK 35 und 8. Gesamtrang (18.08.2019)

Wie bereits 2018 fanden auch in diesem Jahr die Baden-Württembergischen Meisterschaften über die Mitteldistanz in Malterdingen im Breisgau statt und nach Ladenburg und Ravensburg sollte dieses Rennen nun meine persönliche Meisterschaftsserie für 2019 komplettieren.

Im Gegensatz zum letzten Jahr war diesmal der Neo erlaubt und mein Rückstand zur Spitze in Person von Michael Haas war im Vergleich zum Vorjahr und zu den letzten Rennen diesmal mit rund 5 Minuten relativ gering.

Auf dem Rad wurde es dann schon ziemlich warm und trotz teilweise kräftigem Wind auch ziemlich schwül. Die Strecke ist nach wie vor unverändert und kommt mir damit auf jeden Fall entgegen, leider bleiben damit aber auch einige Abschnitte mit furchtbar schlechtem Asphalt erhalten. Zwar war ich etwas langsamer unterwegs als 2018, konnte aber insgesamt doch eine gute Radleistung abrufen und mich vor allem in den Anstiegen um einige Plätze verbessern. Hier hat wohl das „Mentaltraining“ vom Mortirolo Wirkung gezeigt 😉

Der abschließende Lauf über rund 21,5 km war gegenüber dem Vorjahr nochmal leicht verändert worden, der Anstieg in die Weinberge hinein damit aber deutlich steiler und länger geworden und die zwei Runden der Laufstrecke somit um einiges schwerer. Beim Lauf war es drückend heiß und die Verpflegungsstellen mal wieder gefühlt zu weit auseinander 😦
Da ich das vom Vorjahr her noch ähnlich in Erinnerung hatte, hatte ich allerdings vorgesorgt und mir sozusagen als Geheimwaffe gleich mehrere
Xenofit Gel Drinks eingesteckt. Während einige Konkurrenten in der Hitze ziemlich eingegangen sind, konnte ich mir so auf den langen Durststrecken zwischen den Verpflegungsstellen ein paar mal wenigstens einen Schluck Flüssigkeit und zugleich noch etwas Energie gönnen. Außerdem versuchte ich zusätzlich zur Kühlung an den Verpflegungsstellen mir immer noch einen vollen Schwamm in den Anzug zu stecken, um den dann unterwegs nach und nach noch ausquetschen zu können. Mit dieser Taktik bin ich insgesamt doch recht gut mit den Bedingungen zurecht gekommen und konnte noch ein paar Konkurrenten einsammeln 🙂

Kurz nach der Halbzeit konnte ich mich dann auf Rang 10 nach vorne arbeiten, den anderen Athleten aber nicht wirklich deutlich distanzieren. Beim zweiten Abstecher in die Weinberge kurz vor Ende konnte ich nochmal zwei Athleten überholen, die praktisch keine Gegenwehr mehr zeigten, der frühere 10. versuchte aber nochmal zu kontern und zog in der steilen Bergabpassage knapp 2 km vor dem Ziel wieder an mir vorbei.

Zu dem Zeitpunkt war ich mehrfach kurz davor, Krämpfe in den Oberschenkeln zu bekommen, konnte mich aber nochmal motivieren und an der letzten Verpflegungsstelle wieder ein paar Meter herauslaufen. Ab da war es einfach nur noch hart und ich hoffte immer nur, dass die Muskulatur nicht plötzlich zumachen würde. Es hat zum Glück geklappt und die Belohnung für diesen harten Kampf war dann nicht nur Gesamtrang 8 in knapp 4:25 h, sondern mit nur ein paar Sekunden Vorsprung auf den Anderen, von dem ich erst danach erfuhr, dass er zu meiner Altersklasse gehört, auch noch der Vize-Meistertitel in der AK 35 🙂

Den Gesamtsieg sicherte sich in Person von Marc Dülsen ein alter Bekannter unter anderem aus gemeinsamen Rennen in der 1. BaWü-Liga und auch wenn er vor allem beim Laufen sicher nicht seinen besten Tag erwischte, können sich nicht mal 15 Minuten Rückstand durchaus sehen lassen.
Mein früherer Vereinskollege Michael Haas hat offensichtlich aus dem letzten Jahr gelernt und brachte diesmal Rang 4 ins Ziel, holte seine rund 5 Minuten Vorsprung aber praktisch alleine durch seine Top-Leistung beim Schwimmen heraus.

Zwar war das ein ziemlich harter Tag, aber in Anbetracht der obigen Zahlen und vom Gefühl her, würde ich sagen, bisher auch meine beste Wettkampfleistung der Saison 🙂
Dass ich das sowieso kaum realistische Ziel verpasst habe, den Medaillensatz zu komplettieren und wieder „nur“ Silber heraussprang tritt da völlig in den Hintergrund und ich freue mich sehr über einen fast perfekten Wettkampf und meine dritte Medaille auf den drei doch sehr unterschiedlichen Distanzen.

Mal sehen, was im September dann bei meinem letzten Triathlon der Saison beim Ironman 70.3 in Slowenien noch geht.
Die Leistung in Malterdingen lässt mich jedenfalls optimistisch nach vorne blicken und ich freue mich schon auf das Rennen und ein paar Tage Urlaub dort 🙂

Ebenfalls in Malterdingen war mit Andreas Wolfer noch ein Vereinskollege am Start, hatte aber bereits frühzeitig mit Krämpfen Probleme und war auf der ersten Laufrunde kurz davor auszusteigen. Er hat sich dann aber doch noch super durchgekämpft und wurde für ihn selbst überraschend dann sogar noch mit Rang 3 in der BaWü-Wertung der AK 40 belohnt. Die Medaillenquote der TSV-Starter steht damit bei 100%, bleibt für nächstes Jahr als nur noch an der jeweiligen Farbe zu arbeiten 😉

Alle Ergebnisse von Malterdingen gibt es hier bei xivado.

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Dreitägiges Höhenmeterfest bei Top-Bedingungen: Mit dem AusdauerNetzwerk von Sterzing über Stelvio und Mortirolo an den Gardasee (9.-11.08.2019)

Am Freitag ging es ganz früh raus aus den Federn und dann voller Vorfreude mit dem Auto zum Treffpunkt aller wagemutigen Bergziegen nach Sterzing, denn es stand mit der Transalp Stelvio Mortirolo ein ganz besonderer Leckerbissen auf dem Plan 🙂
Bei strahlendem Sonnenschein machte sich die rund 20-köpfige Gruppe dann am späten Vormittag hoch motiviert an die ersten steilen Rampen am Einstieg zum Penser Joch.

tri2b.com AN Triathlonteam auf dem Penser Joch

Nach der Überfahrt über die Passhöhe folgte als Belohnung die lange Abfahrt in Richtung Bozen und anschließend ging es noch einige Kilometer wieder talaufwärts Richtung Goldrain zur nach rund 130 km und 2.100 HM wohlverdienten ersten Übernachtung.

Am Samstag folgte sozusagen die Königsetappe mit drei Pässen und es ging bereits am frühen Morgen nach kurzem Einrollen von Goldrain nach Prad hinein in die legendären 48 Kehren des Stilfser Jochs. Nach rund 1:45 h strampeln war die Kletterei in die immer dünnere Luft von Prad auf über 2.700 m Höhe geschafft und es folgte die rasende Abfahrt Richtung Bormio.
Wenig später stand mit dem Mortirolo ein zwar hinsichtlich der absoluten Höhe bedeutend niedrigeres aber durch die extreme Steilheit nicht weniger beeindruckendes Hindernis im Weg. Mit einer Durchschnittssteigung von mehr als 10 Prozent auf einer Länge von rund 12 Kilometern zählt der Mortirolo sicher zu den schwersten Pässen und durch vor allem im unteren Teil noch deutlich steilere Rampen war er eine für alle schon im Vorfeld Respekt einflößende Herausforderung.
Dazu kam natürlich die Vorbelastung und erwartungsgemäß stieß ich mit meiner für solche Kletterpartien nicht optimalen Übersetzung von 38×29 schon auf den ersten Kilometern an meine Grenzen. Teilweise war ich kurz davor abzusteigen und es war ein zäher Kampf um jeden Meter, der Puls hämmerte und die Beinmuskeln brannten, langsamer fahren ging aber wegen der Übersetzung praktisch nicht und es blieb nur treten, treten und nochmal treten. Letztlich rettete mich der Umstand, dass es immer mal wieder für ein paar Meter flacher wurde oder die Serpentinen für einige Tritte etwas Erholung boten und ich stets das Ziel vor Augen hatte, dass etwa ab Kilometer 6 die Durchschnittssteigung deutlich geringer sein würde. Um so größer war dann die Freude nach rund 1:10 h harter Arbeit schweißüberströmt aber erfolgreich die Passhöhe bezwungen zu haben und dort die extra als Belohnung mitgeschleppte Tüte Gummi-Kirschen zu öffnen 🙂
Nach der ähnlich steilen Abfahrt ging es noch den vergleichsweise leichten Tonale hinauf zur zweiten Übernachtung auf der Passhöhe nach insgesamt fast 150 km mit mehr als 4.300 HM.
Der Abschlusstag begann mit der flotten Abfahrt vom Tonale und mit dem Passo Campo Carlo Magno stand dann erst mal ein recht moderater Anstieg an, der aber durch das Tempodiktat von Mathias vor allem auf den letzten Kilometern fast so hart wurde wie der Mortirolo 😉
Bevor die letzten Wellen in Richtung Gardasee warteten, war dann noch der relativ kurze Passo Durone zu bezwingen, der allerdings nochmal mit einigen steilen Rampen aufwartete. So kamen auch am letzten Tag nochmals rund 115 km mit etwas über 1.600 HM zusammen, bis nach der tollen Abfahrt mit super Aussicht auf den See schließlich Torbole am Gardasee erreicht wurde.

Erfrischung pur!

Dort wurde dann erst mal der See zur Abkühlung und Erfrischung genutzt, bevor es nach einem leckeren Mittagsmahl noch das obligatorische Italien-Eis zum Ausklang gab 🙂
Dann ging es am Nachmittag noch mit dem Shuttle-Bus zurück nach Sterzing und von dort nach 3 anstrengenden aber sehr lohnenswerten Tagen mit dem AusdauerNetzwerk on tour wieder zurück in die Heimat.

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Sprint Ravensburg, 2. BaWü-Medaille innerhalb 2 Wochen (03.08.2019)

In diesem Jahr liegen die Meisterschaftstermine des BWTV kompakt im Sommer im Abstand von jeweils zwei Wochen. Nach der Olympischen Distanz von Ladenburg war nun die Sprintdistanz in Ravensburg angesagt, während in zwei Wochen dann die Mitteldistanz in Malterdingen den krönenden Abschluss des Meistertriples im Ländle bildet.
Obwohl die kurze Sprintdistanz mir normalerweise nicht wirklich liegt, war ich vom Gefühl her deutlich besser unterwegs als noch vor zwei Wochen in Ladenburg und konnte auch die ersten Meter flott anschwimmen, um dem größten Gedränge an der ersten Boje zu entkommen. Danach ging es bei angenehmen gut 24 Grad Wassertemperatur und ohne Neo auf den 750 m im Flappachweiher leider wieder auf die bei mir zur Zeit übliche sommerliche Badegeschwindigkeit bergab und auf Rang 62 aus dem Wasser.

Auf der durchaus anspruchsvollen und mit einigen Ecken gespickten Radstrecke über rund 24 km hätte sich sicherlich eine Besichtigung im Vorfeld ausgezahlt, aber auch so konnte ich bei nahezu optimalen äußeren Bedingungen mich um einiges nach vorne arbeiten und es stand schließlich Rang 27.

Der abschließende 5 km Lauf über zwei Runden mit jeweils einem steilen Anstieg eröffnete mir dann dank der 9. Laufzeit im gesamten Feld die Chance, nochmals einige Athleten zu überholen und insgesamt auf Rang 21 die Ziellinie zu überqueren. Dies bedeutete zugleich Rang 3 in der AK 35 und damit eine weitere BaWü-Medaille 🙂
Den Gesamtsieg sicherte sich letztlich überlegen mein früherer AST-Vereinskollege Michael Haas, während bei den Frauen erneut Karoline Brüstle nicht zu schlagen war, die diesmal aber im Gegensatz zu Ladenburg wieder knapp nach mir ins Ziel kam 🙂

In Relation zur Spitze fehlten mir damit beim Schwimmen rund 30%, auf dem Rad 10% und beim Laufen nur 5%. Somit vom Grundsatz her eigentlich wieder ein gewohntes Bild, der Rückstand beim Schwimmen ist aktuell allerdings damit noch deutlich größer als früher. Obwohl auch meine Umfänge auf dem Rad und in den Laufschuhen deutlich gesunken sind, macht sich dies offensichtlich nicht so direkt bemerkbar. Da der Schwimmanteil absolut gesehen aber zum Glück relativ gering ist und ich zur Zeit auch keine Liga- bzw. Windschattenrennen mehr mache, werde ich voraussichtlich hier auch nicht mehr viel ändern. Auf den längeren Strecken wird das Verhältnis für mich eher besser und deshalb hoffe ich auch in zwei Wochen in Malterdingen wieder auf ein gutes Rennen. Allerdings könnte sich hier bei der doch deutlich längeren Mitteldistanz auf dem Rad und beim Laufen der auch gegenüber 2018 nochmal gesunkene Trainingsumfang negativ bemerkbar machen und mir das Vorhaben, innerhalb von 4 Wochen 3 AK-Medaillen auf 3 verschiedenen Distanzen zu gewinnen erschweren. Leider ist es sehr unwahrscheinlich angesichts des aktuellen Trainingsstands, aber trotzdem träume ich schon ein bisschen in die Richtung, den Medaillensatz zu komplettieren 😉
Abgesehen davon könnte sich der Verband von mir aus gerne auch mal an einer Meisterschaft über die Langdistanz versuchen, falls sich ein Veranstalter im Südwesten findet, dann wäre das eine Medaillenchance mehr 😉

Alle Ergebnisse von Ravensburg gibt es hier bei abavent.

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AK-Sieg beim 10er in Metzingen (14.07.2019) und ein BaWü-Vize-Titel zum Jubiläum in Ladenburg (20.07.2019)

Wie schon im super Vorbericht der Südwest Presse angekündigt, stand für mich diesmal „nur“ der 10 km Lauf im Rahmen des Ermstal Marathons auf dem Wettkampfplan. Trotz der nicht optimalen Vorbereitung stand ich am frühen Sonntagmorgen bei fast optimalen äußeren Bedingungen hoch motiviert an der Startlinie in Bad Urach.
Schon vom Startschuss weg unterstrich Dominik Notz mit einem unglaublich hohen Tempo seine Ambitionen auf einen neuen Streckenrekord und während Daniel Noll und Silvan Rauscher sich auf die fast aussichtslose Verfolgung machten, führte ich dahinter eine Dreiergruppe mit Luca Hauser und Tim-Phillip Koch an.
Trotz der kleinen Gegenanstiege liefen die ersten Kilometer ziemlich gut und ich war auf der insgesamt abfallenden Strecke Richtung Metzingen auf Kurs deutlich unter die angestrebte Marke von 35 Minuten 🙂

Im Nachhinein war das aber wohl doch für den aktuellen Trainingsstand etwas zu schnell und übermotiviert, denn kurz nach der Halbzeit in Dettingen musste ich meine beiden Mitstreiter ziehen lassen und mit immer schwerer werdenden Beinen wurden auch die Kilometersplits deutlich langsamer 😦
Auf dem weiteren Weg nach Neuhausen zog dann noch Tobias Sippli an mir vorbei und die angepeilte Zeit unter 35 Minuten geriet immer mehr in Gefahr.
Trotz der Anfeuerung der Zuschauer konnte ich leider nicht mehr zulegen und wurde dann auch noch auf der Zielgeraden von Katja Fischer und Sabrina Mockenhaupt überlaufen, die sich bis zuletzt ein packendes Sprintduell um den Sieg lieferten. Mit letztlich 35:14 Minuten hatte ich dann meine Zeitvorgabe zwar wie im Vorjahr beim Marathon erneut ganz knapp verpasst, durfte mich aber mit dem Sieg in der Altersklasse trösten 🙂

Bereits eine knappe Woche später ging es dann zum ersten Mal in meiner Triathlon-Karriere zu einem der großen Klassiker über die Olympische Distanz in Baden-Württemberg. In Ladenburg stand die 25. Austragung des Römerman an, die in diesem Jahr zugleich als Baden-Württembergische Meisterschaft ausgeschrieben war.

Das für mich allerdings viel wichtigere Jubiläum war ein ganz persönliches:
Fast auf den Tag genau 20 Jahre liegt mein erster Triathlon-Start beim damaligen Volkstriathlon in Dettingen/Erms nun zurück. Im Rückblick ist das was zwischenzeitlich folgte fast unglaublich, war damals so sicher nicht abzusehen und obwohl natürlich auch einige nicht so erfolgreiche Rennen dabei waren, kann ich voller Stolz auf weit über 100 Wettkämpfe und große Erfolge, wie etliche Medaillen auf allen Ebenen bis hin zur WM, zurück blicken. Neben vielen tollen Erlebnissen bei Rennen und während der damit verbundenen Reisen hatte ich (fast) immer Spaß am Sport und der ist mir trotz der mittlerweile gegenüber der Vergangenheit wieder deutlich reduzierten Trainingsumfänge zusammen mit der Lust auf immer mal wieder neue Herausforderungen weiterhin erhalten geblieben 🙂

Deshalb also war ich nun zum ersten Mal in Ladenburg am Start, das nach dem Schwimmen im Neckar eine zwar schöne aber eben mit über 600 Höhenmetern und Rampen deutlich im zweistelligen Prozentbereich gespickte anspruchsvolle Radstrecke zu bieten hat.
Bereits morgens fühlte ich mich allerdings leider nicht so frisch wie erhofft und dann bezahlte ich auch noch trotz 20 Jahren Erfahrung am Start erst mal Lehrgeld.
In Ladenburg bringt ein Schiff alle Starter bis oberhalb der Startlinie im Neckar, dann heißt es rausspringen, zur Startlinie schwimmen und sich dort bis zum Startschuss in der Strömung zu halten. Ich wollte dies möglichst minimieren und habe mich nicht gleich mit den ersten Athleten ins Wasser gestürzt, die Strömung war aber gefühlt kaum vorhanden und so war ich als der Startschuss fiel zusammen mit einem guten Teil des Starterfelds noch auf dem Weg zur Startlinie. Die ersten Meter auf die Spitze hatte ich also bereits verloren, bevor es eigentlich überhaupt los ging 😦

Beim Schwimmen fehlte dann gefühlt irgendwie die letzte Konsequenz und anschließend kämpfte ich nach dem langen Weg in die Wechselzone mit meinem extrem anhänglichen Neo.
Nach ein paar flachen aber windigen Kilometern ging es dann in der brütenden Mittagshitze in die ersten steilen Rampen und die brachten mich dann schon an die Grenzen. Normalerweise komme ich trotz meiner Größe gut über die Berge, aber am Samstag hatte ich einfach nicht die Beine um dort viel Zeit gut zu machen und gegenüber Erbach fehlten zudem einige Watt auf der Anzeige. Auf den Abfahrten rollte ich zwar ganz gut, da aber die Zeit für eine Streckenbesichtigung im Vorfeld fehlte, ließ ich auch da sicher ein paar Sekunden liegen, kam dafür aber ohne Probleme um die Kurven.

Bislang konnte ich mich auch 2019 auf gute Laufzeiten verlassen, hatte aber diesmal bereits von Anfang an das Gefühl, einfach nur langsam zu sein. Obwohl ich noch ein paar Athleten überholen konnte, bestätigte das auch die Uhr mit Kilometersplits jenseits der vier Minuten. Wenigstens war aber meine Trefferquote mit ausgequetschten Schwämmen und leeren Bechern in die aufgestellten Müllcontainer erstklassig 😉
Insgesamt hielt sich der Spaß dennoch in Grenzen und das Rennen war ein zähes Stück Arbeit. Um so größer war schließlich die Überraschung, dass neben einer ordentlichen Gesamtplatzierung sogar noch die Vize-Meisterschaft in meiner Altersklasse dabei heraus sprang 🙂

Was allerdings nichts daran ändert, dass ich definitiv keinen guten Tag erwischt hatte. Dies zeigt zum Beispiel auch der Vergleich mit meiner früheren Vereinskollegin Karoline Brüstle, die vor drei Wochen als Gesamtsiegerin der Frauenliga in Erbach noch knapp langsamer war als ich und mir nun als erneute Siegerin in Ladenburg bei ähnlicher Streckenlänge rund 7 Minuten eingeschenkt hat.
Nach dem Zieleinlauf gab es neben dem fast schon obligatorischen T-Shirt für alle Finisher übrigens auch einen Sack Kartoffeln. Der passte jedenfalls bestens zu meinem Körpergefühl an dem Tag 😉

Jetzt hoffe ich auf jeden Fall darauf, dass ich mich einigermaßen schnell erhole und dann mit wieder geregelterem Training in den nächsten Wochen in Richtung Saisonfinale doch noch was drauf packen kann. Außerdem freue ich mich schon auf einen weiteren „Ausflug“ mit dem AusdauerNetzwerk in die Alpen im August 🙂

Hier geht es zu den Ergebnissen von Metzingen und Ladenburg.

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Triple-Triple beim Klassiker in Erbach (30.06.2019)

Jahrelang war ich immer wieder als Liga-Starter beim Erbacher Triathlon-Klassiker unterwegs und nun bereits nach 2017 und 2018 zum dritten Mal in Folge als Einzelstarter über die olympische Distanz am Start. Angesichts der aktuellen Hitzewelle war nicht nur ein heißer Tanz mit der Konkurrenz zu erwarten, sondern vor allem beim abschließenden Lauf am späten Vormittag ein Kampf gegen die pralle Sonne.

Wenig überraschend war dann auch der See mit knapp über 26 Grad Wassertemperatur ein angenehmer Auftakt und es war auf den 1,5 Schwimmkilometern Neo-Verbot angesagt. Trotz mal wieder beschränktem Trainingsumfang im Wasser bin ich gut weg gekommen, erwischte bald ein paar Füße zum „dranhängen“ und war gefühlt gut aber doch noch halbwegs entspannt unterwegs.
Meine 25:40 Minuten sind zwar schon deutlich langsamer, als noch vor ein paar Jahren, brachten mich aber doch in guter Ausgangsposition aus dem Wasser.

Auf dem Weg durch die Wechselzone konnte ich mich dann noch etwas weiter verbessern und nach ein paar Radkilometern die Lücke zu einem weiteren Athleten nach und nach schließen. Da das schon einige Körner gekostet hatte, beschloss ich erst mal nicht mit der Brechstange zu versuchen, mich direkt abzusetzen, sondern vorerst kontrolliert weiter zu fahren. Im Nachhinein betrachtet waren die Wattzahlen in diesem Abschnitt bis ca. km 25 vielleicht ein bisschen zu niedrig und ich hätte mehr Risiko gehen sollen.
Jedenfalls habe ich im zweiten Abschnitt die Schlagzahl doch ordentlich erhöht und konnte dadurch noch einige Plätze gewinnen. Am Ende stand dann mit 1:10:15 h für die knapp 45 km eine fast identische Zeit wie im Vorjahr und eine um nur 3 Watt geringere Durchschnittsleistung wie 2018.

Außerdem bescherte mir dies, wenn auch mit anderen Beteiligten, wieder die in Erbach aus dem letzten Jahr bereits bestens bekannte Ausgangsposition: Mit deutlichem Rückstand auf den Führenden aus den beiden absolvierten Disziplinen ging ich als zweiter Starter der ersten Gruppe in den Lauf und musste noch die Spitze der zweiten Gruppe im Hinterkopf haben.
Während der schon deutlich spürbare Wind und die kräftige Sonne auf dem Rad noch ganz gut erträglich waren, sollte sich dieser Mix auf der Laufstrecke dann doch in allgemein relativ langsamen Zeiten bemerkbar machen.
Zwar gelang mir insgesamt betrachtet ein ziemlich gleichmäßiger Lauf und mit 37:40 Minuten wieder eine der schnellsten Laufzeiten im ganzen Feld, aber erneut reichte dies nicht, den Führenden noch abzufangen 😦

Wie auch bereits in den Vorjahren zog dann auch diesmal noch in Person von Rainer Aumann der schnellste Starter der zweiten Gruppe in der Endabrechnung noch an mir vorbei.
Mit insgesamt 2:17:31 h und nicht mal 2 Minuten Rückstand auf den Gesamtsieger ist mir allerdings in Summe wieder ein gutes Rennen in Erbach gelungen und ich durfte neben dem 3. Gesamtrang erneut auch den Altersklassensieg feiern. Meine Bilanz in Erbach seit 2017 lautet also 3 Starts, 3 Gesamtpodestplätze (2./3./3.), 3 Altersklassensiege. Könnte also gut sein, dass ich da 2020 wieder am Start bin und eigentlich kann das Ziel dann nur Gesamtsieg lauten 😉

Altersklassensieg!

Top 5 Frauen und Männer. Da es auf dem Podest ziemlich eng war und ich ausreichend groß bin, bin ich einfach mal unten geblieben 😉

TSV kurz vor dem Start (v. l.: Steffen, Andreas, ich)

Außerdem waren auf der olympischen Distanz mit Steffen Holder (1. AK, 17. ges., 2:31:07 h) und Andreas Wolfer (6. AK, 32. ges., 2:38:19 h) zwei weitere TSV-Vereinskollegen erfolgreich unterwegs.

Daneben waren natürlich erneut viele bestens bekannte Gesichter dabei und am Ende hätte es fast noch einen gemeinsamen Zieleinlauf mit meinen ehemaligen Teamkollegen vom AST gegeben.
Die waren auf einer kürzeren Distanz im Teamrennen der Liga später gestartet und bogen kurz vor mir um den Wendepunkt auf die letzten 2,5 km der Laufstrecke ein, als ich schon 7,5 km hinter mir hatte.
Ich war zwar dadurch nochmal hoch motiviert und bin bis zum Ende fast noch heran gekommen, da die Jungs aber am Schluss ebenfalls nochmal alles gaben, um das nächste Team auf Distanz zu halten, hat es leider nicht ganz zum gemeinsamen Einlauf gereicht.
Spaß gemacht hat es trotzdem und wenn meine Schwimmzeiten besser wären, wäre das ein oder andere Liga-Rennen sicher reizvoll 😉

Alle Ergebnisse gibt es hier bei racepedia.

Weiter geht es nun übrigens ebenfalls wie in den letzten Jahren mit dem Ermstal-Marathon.
Auch wenn ich nach meinem Umzug nun nicht mehr direkt an der Strecke wohne, konnte ich es nach den letzten beiden erfolgreichen Rennen dort und angesichts des tollen Werbeplakats nicht lassen und habe mich nach langem Kampf mit mir selbst doch noch für einen Start entschieden 😉

Nach dem Halbmarathon 2017 und dem Marathon 2018 habe ich mich diesmal aber vernünftigerweise „nur“ für den 10 km Lauf angemeldet und damit hätte ich dann alle 3 Distanzen in Metzingen durch.
Dass es auch hier für einen Gesamtpodestplatz reicht, ist angesichts der hochkarätigen Besetzung allerdings ziemlich unwahrscheinlich und es geht eher um den Spaß auf meiner früheren „Hausstrecke“, auch wenn ich natürlich schon darauf hoffe, auf dem Weg talabwärts den Vorteil der langen Beine voll ausspielen zu können 😉

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Challenge Heilbronn: Zum zweiten Mal AK-Rang 5 bei einer DM 2019 (19.05.2019)

Nach der Duathlon DM in Alsdorf im April stand für mich mit der Challenge Heilbronn bereits die zweite Deutsche Meisterschaft, diesmal über die Triathlon Mitteldistanz, in der Saison 2019 im Wettkampfkalender. Anders als in Alsdorf und Rheinfelden sollten diesmal immerhin am Wettkampftag deutlich wärmere Temperaturen herrschen, durch das eher durchwachsene Wetter mit einigem Regen vorher, waren die Aussichten fürs Schwimmen aber dennoch nicht gerade berauschend.
Die Wasserproben waren zwar anscheinend super sauber, einladend sah der Neckar aber trotzdem nicht aus und war mit am Wettkampfmorgen gemessenen knapp 16 Grad ziemlich kalt 😦
Zwar ging es mit Neo schon, aber Gesicht, Hände und Füße waren schon nach ein paar Metern eiskalt.
Der Rolling Start mit 6 Athleten alle 5 Sekunden entzerrte das Gewühl im Wasser ziemlich gut und die Orientierung war auf der Wendepunktstrecke auch kein Problem. Etwas Strömung war zwar da, machte vom Gefühl her aber keinen großen Unterschied. Mit etwas über 32 Minuten (150. Schwimmzeit) für die 1,9 km bin ich dann auch noch einigermaßen gut aus dem Wasser gekommen, ohne zu viel Energie zu investieren.

Raus aus dem Wasser ging es direkt eine Treppe hoch auf eine der Neckarbrücken und von dort in die mehrere hundert Meter lange Wechselzone, die sich nicht nur unglaublich lang hinzog, sondern auch extrem eng war.
Wenn irgendwo jemand stand und den Neo auszog, war es schon knapp um mit dem Rad überhaupt vorbei zu kommen und wenn jemand gerade sein Rad raus zog, war der Gang zu, überholen mit Rad war sowieso praktisch unmöglich 😦

Dazu kam noch, dass nach dem Radfahren wieder in umgekehrter Richtung der selbe Weg zurück gelegt wurde und somit je nach Platzierung des Wechselplatzes einige Athleten nur ein paar Meter mit Rad laufen mussten, während andere in Summe fast einen Kilometer ihr Rad zu schieben hatten, was insbesondere bei der Enge ein echter Nachteil ist.

In meinen Augen einer Veranstaltung auf dem Niveau nicht würdig.

Mir ist dann soweit ich mich erinnern kann in meinen nun 20 Jahren Triathlon zum ersten Mal ein blödes Missgeschick beim Aufstieg aufs Rad unterlaufen, das in der Form bei etwas mehr Pech das Rennen eventuell schon beendet hätte.
Ich bin in den linken Schuh eingestiegen, war im rechten noch nicht komplett drin und dann ist der linke aus dem Pedal gerutscht. Zwar bin ich nicht gestürzt, aber das rechte Schienbein hat Bekanntschaft mit dem Kettenblatt geschlossen 😦

Was genau da nicht gepasst hat und wie genau ich dann wenigstens den Sturz verhindert habe, ist mir allerdings bis heute nicht ganz klar und da fehlen mir anscheinend auch ein paar Sekundenbruchteile in meiner bewussten Erinnerung.

Der Cut am Schienbein scheint aber zum Glück nicht tief zu sein und hat mich im weiteren Rennen auch nicht behindert.

Die Bedingungen auf dem Rad und der Laufstrecke waren zwar recht windig, aber von der Temperatur her sehr angenehm und es blieb zum Glück trocken.
Die Radstrecke ist für mich das absolute Sahnestück des Rennens, zwar vom Profil her durchaus anspruchsvoll, aber mit meist guten Straßen, technisch nicht übermäßig knifflig, trotz der Höhenmeter insgesamt flüssig zu fahren und daneben durch die Weinberge auch landschaftlich reizvoll 🙂
Die 84 km habe ich gefühlt gut hinter mich gebracht und konnte auch einige Athleten überholen, durch den Rolling Start hatte ich aber nicht wirklich eine Ahnung, wo ich mit meinen rund 2:25 Stunden (100. Radzeit) für die Radstrecke lag.
Im Hinblick auf die Wattwerte war ich im Nachhinein betrachtet mit rund 250 Watt im Schnitt im Vergleich zu ähnlichen Streckenlängen in den Vorjahren zwar rund 5 Prozent schwächer, aber in Relation zu meinen Trainingsumfängen passt das doch ziemlich gut.
Beim abschließenden Lauf über 21 km mit 3 stimmungsvollen Runden durch die Innenstadt und entlang am Neckar bin ich dann anfangs mit noch erstaunlich guten Beinen gestartet und die ersten beiden Kilometer fast wie zu meinen besten Zeiten jeweils in 3:35 Minuten angelaufen 🙂
Während ich den Rest der ersten Runde dann zwar etwas langsamer, aber auch noch relativ gut abspulen konnte, wurden die Beine dann doch langsam schwerer und auf der Schlussrunde waren die Zeiten dann meist knapp über 4 Minuten auf den Kilometer. Insgesamt ist mir aber doch in knapp 1:23 Stunden (28. Laufzeit) ein sehr guter Lauf zum Schluss gelungen und ich bin auch mit dem Gesamtergebnis von 4:28:49 Stunden sehr zufrieden, was im Amateurfeld Gesamtrang 46 und in der DM Wertung meiner Altersklasse nach Alsdorf erneut Rang 5 bedeutete 🙂

Zwei weitere Vereinskollegen vom TSV waren als Staffelschwimmer beziehungsweise -radfahrer im Einsatz und waren bereits im Zielbereich als ich dort ankam, so dass wir nach ein paar leckeren Schupfnudeln der meiner Meinung nach gut gemachten Zielverpflegung gleich noch ein passendes Foto machen konnten.

Ergebnisse der Profis und Altersklassen auf allen angebotenen Distanzen gibt es hier bei abavent.

Die offiziellen Bilder zum Rennen wurden von Sportfotograf gemacht und  ein paar Fotos von mir gibt es direkt unter dem Link zu den meiner Startnummer zugeordneten Dateien. Auch wenn ein paar der Laufbilder definitiv nicht mich zeigen, von der Farbe des Einteilers auf dem Rad nicht verwirren lassen, da hatte ich wegen der am Morgen noch kühlen Temperaturen den TSV-Einteiler noch über dem anderen Anzug 😉

Jetzt gibt es in meiner Wettkampfplanung erst mal eine längere Pause und damit hoffentlich Zeit, um vor allem auf dem Rad nochmal an der Form zu arbeiten. Dann heißt es beim Klassiker in Erbach über die Olympische Distanz Ende Juni wieder Vollgas geben 🙂

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