Ironman European Championship in Frankfurt (24.07.2011)

Nach der Absage des als Top-Favoriten gehandelten Michael Raelert schien der Ausgang des Rennens völlig offen und es konnten sich einige der 36 gestarteten Pros berechtigte Hoffnungen auf den Sieg machen. Angesichts des insgesamt gut besetzten Starterfeldes waren meine eigenen Ambitionen nicht ganz so hoch gesteckt ;-)
Ich wollte vor allem ein gutes Rennen abliefern und meine persönliche Bestzeit um ein paar Minuten verbessern.

Mit rund 54 Minuten für die 3,8 km Schwimmen im Langener Waldsee begann der Sonntag auch ganz gut. Damit war ich als 28. Profi-Starter aus dem Wasser und zeitlich noch voll im Plan.

Trotz der nicht gerade sommerlichen Temperaturen fühlte ich mich super, startete motiviert in die ersten Radkilometer und konnte auch schnell einige Athleten überholen. Leider begann es schon bald zu regnen und in Kombination mit dem frischen Wind wurde es auf dem Rad etwas ungemütlich. Da ich gehofft hatte, dass es länger trocken bleiben würde, hatte ich Überschuhe, Armlinge und Weste in der Wechselzone zurück gelassen.

Immerhin endete die Sache nicht im Dauerregen und ich bin mit den Temperaturen recht gut klar gekommen. Allerdings habe ich versucht, den größeren Energieverlust durch mehr Riegel/Gels und Getränke zu kompensieren und musste dann gegen Ende der Rad- und Lauf-Splits jeweils einen unfreiwilligen Stopp in den weltbekannten blauen Plastikhäuschen einlegen :-(
Größere Probleme hatte ich aber in der 2. Radrunde mit dem immer stärker werdenden Wind. Auf den letzten 30-40 km zurück nach Frankfurt bin ich praktisch allein im Gegenwind ziemlich eingegangen. Die Minuten rannen nur so davon und am Ende war ich froh auf dem Rad noch unter 5 h geblieben zu sein. Trotzdem konnte ich mich auf dem Rad um einige Plätze verbessern. Die Chancen meine Zielzeit zu erreichen standen damit aber schon deutlich schlechter und das weiterhin trübe Wetter trug auch nicht gerade zur Motivation bei.

Die Beine fühlten sich nach dem Wechsel trotzdem noch halbwegs gut an und so bin ich den Marathon auch zügig angegangen. Aber auch hier blies der Wind am Main entlang teils recht heftig von vorn und nach und nach wurden die Beine immer schwerer. Die letzte der 4 Laufrunden war dann ein ziemlicher Kampf und nicht mehr wirklich schnell. Dennoch gelang es mir auch beim Laufen noch einige Positionen gut zu machen. Meine bisherige Bestzeit habe ich zwar knapp verpasst, konnte aber immerhin noch unter 9 h bleiben und das Rennen als 17. Pro-Starter (20. insgesamt) beenden.

Fazit: Ein hartes Rennen unter nicht gerade optimalen Bedingungen (9 der 36 gestarteten Pros sind unterwegs ausgestiegen, u. a. Thomas Hellriegel, Horst Reichel). Die äußeren Umstände haben sicherlich alle einige Minuten gekostet und damit sind meine 8:58:40 h eine gute Zeit. Bei den vorne platzierten Größen der Szene, die z. T. mehr Podestplätze (oder sogar Siege!) bei Ironman-Rennen aufweisen können, als ich Starts, geht Rang 17 als Halb-Profi auch in Ordnung.

Noch eins zum Schluss: zum ersten Mal bin ich den Marathon mit den Kwicky Blade-Light von K-SWISS gelaufen (ohne Socken) und habe mir im Gegensatz zu früheren Versuchen keine Blasen geholt. Super Schuh!

Ergebnisse gibts hier.
Listen und Infos zu einzelnen Athleten mit detaillierteren Splits lassen sich im Tracker von Ironman finden.

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