Im Rahmen des Powerman Germany wurden am Sonntag in Falkenstein/Vogtland auch die Deutschen Meisterschaften auf der Duathlon Langdistanz ausgetragen.
Nachdem ich im Vorjahr auf der sehr anspruchsvollen Strecke im Vogtland bereits Rang 3 in der DM Wertung belegt hatte, hatte ich mir in diesem Jahr durchaus Chancen auf den Titel ausgerechnet.
Aber auch diesmal war ein hochkarätiges Starterfeld mit zahlreichen Top-Athleten der nationalen und internationalen Duathlon-Szene am Start und versprach einen sehr spannenden Wettkampf mit ungewissem Ausgang.
Nach dem Startsignal um 10:10 Uhr ging es von Anfang an in hohem Tempo auf den ersten 16 km langen Laufabschnitt. Die paar Meter auf dem Sportgelände in Falkenstein waren praktisch der einzige flache Teil der Laufstrecke, die insgesamt rund 400 Höhenmeter aufweist.
Schon bald konnten sich der mehrfache Weltmeister Andy Sutz (SUI) und Peter Bech (DEN) nach vorne absetzen. Mir gelang es in der Zeit von 53:27 Minuten an der Spitze einer Verfolgergruppe mit Matt Moorhouse (GBR) und Wim Nieuwkerk (NED) auf Rang 3 den ersten Wechsel zu erreichen. Die zu diesem Zeitpunkt härtesten Konkurrenten in der DM-Wertung konnte ich damit aber nur um rund 25 Sekunden distanzieren. Die Hoffnung einige der starken Radfahrer mit einem schnellen ersten Lauf abzuhängen hatte sich damit nur teilweise erfüllt und schon einige Körner gekostet.
Moorhouse und Nieuwkerk nutzten die Chance und schüttelten mich bereits am ersten Anstieg der mit rund 1200 Höhenmetern gespickten Radstrecke ab. Wenig später schloss mit Zoltan Senczyszyn ein Deutscher zu mir auf und zog davon. Noch auf der ersten von 2 Radrunden zu je 32 km überholte mich Markus Thomschke, ein weiterer direkter Konkurrent. Diesen konnte ich jedoch stets in Sichtweite behalten und am Ende der 1. Radrunde konnten wir wieder zu Zoltan Senczyszyn auffahren.
Nach einigen Positionswechseln im Lauf der 2. Radrunde wechselte dann aber dennoch der stärkere Radfahrer Senczyszyn auf Gesamtrang 4 und erster Deutscher wieder in die Laufschuhe.
Ich konnte Thomschke auf dem letzten Teilstück noch etwas Zeit abnehmen und war mit einer Radzeit von 1:56:24 h als 6. der Powerman-Wertung und zweiter Deutscher wieder auf der Laufstrecke (dazwischen noch Peter Bech (DEN)). An der Spitze des Gesamtfeldes waren die Plätze 1 bis 3 zu diesem Zeitpunkt praktisch schon verteilt: Andy Sutz vor Matt Moorhouse und Wim Nieuwkerk.
Anders sah es im Rennen um die Podestplätze bei der DM aus: Mit Dirk Strothmann und Sebastian Retzlaff (vor kurzem 3. beim Powerman Italy, Deutscher Vizemeister 2010) konnten 2 erfahrene Athleten den Rückstand auf dem Rad verkürzen und sich ebenfalls noch Hoffnung auf eine Medaille machen.
Mit Senczyszyn etwa eine Minute vor mir und 3 weiteren Athleten maximal rund 1:30 Minuten hinter mir ging es beim abschließenden Lauf über 8 km um alles oder nichts: Deutscher Meister oder Platz 5, alles war möglich.
Die ersten Meter des zweiten Laufs fühlten sich miserabel an und es sollte auch nicht mehr viel besser werden. Aber Senczyszyn ging es nicht anders. Im Gegenteil, er musste den Dänen Bech sofort ziehen lassen und kämpfte immer wieder mit Wadenkrämpfen. Die Info, dass sein Vorsprung immer geringer wurde motivierte mich zusätzlich und etwa 2 km vor dem Ziel konnte ich ihn vor mir sehen.
Auf meine Verfolger hatte ich bis dahin nur unwesentlich verloren und wollte nun auch den letzten Schritt zum Titel schaffen. Am finalen Anstieg wieder hinein nach Falkenstein war es dann soweit: Senczyszyn wurde erneut von Krämpfen gestoppt, musste sogar kurz stehenbleiben und konnte nicht reagieren als ich vorbeizog. Immerhin wurde sein großer Kampf mit dem Vize-Titel belohnt, den er noch vor Thomschke absichern konnte.
Im Ziel trennten uns drei nur 33 Sekunden und ich durfte nach einem sehr harten und bis zum Schluss hoch spannenden Rennen meinen ersten Deutschen Einzeltitel in der Eliteklasse bejubeln. Mit meiner Endzeit von 3:19:13 h belegte ich in der internationalen Powerman-Wertung Rang 5.
Das Rennen der Frauen gewann Ulrike Schwalbe, die sich damit zum wiederholten Mal auch den Deutschen Meistertitel sicherte.
An dieser Stelle auch vielen Dank an Volker Hopfmann und sein Team, die wie schon in den letzten Jahren wieder mit großem Einsatz ein tolles Rennwochenende organisiert haben!
Komplette Ergebnisse gibt’s hier.
Erste Berichte/Meldungen zum Wettkampf z. B. hier bei triathlon.de, hier bei tri-mag.de und hier bei tri2b.com. Der Bericht auf der Homepage der DTU findet sich hier.
Den Bericht in der Südwest Presse vom 25.05.2011 gibt es hier nachzulesen.
Video zum Powerman Germany 2011 bei Youtube.







Herzlichen Glückwunsch zum DM-Titel. Ich bin ja echt gespannt auf den Wettkampf in Frankfurt. Bis dahin eine gute Erholung
Roland